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	<title>Kommentare zu: Fragen und Folgen einer »Unbehaustheit«</title>
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		<title>Von: wolf schwarzkopf</title>
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		<dc:creator>wolf schwarzkopf</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 09:32:37 +0000</pubDate>
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		<description>los angeles
eine anfrage, quälend für mich,
weil angehäuft und mitgeschleppt
im zusammenhang - euklidisch nicht euklidisch -
die übertragung/übersetzung von &quot;digital&quot; und &quot;annulation&quot; (bspw. hal s. 726)
hier im buch.
danke</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>los angeles<br />
eine anfrage, quälend für mich,<br />
weil angehäuft und mitgeschleppt<br />
im zusammenhang &#8211; euklidisch nicht euklidisch -<br />
die übertragung/übersetzung von &#8220;digital&#8221; und &#8220;annulation&#8221; (bspw. hal s. 726)<br />
hier im buch.<br />
danke</p>
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	<item>
		<title>Von: Clemens Setz</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/04/fragen-und-folgen-einer-%c2%bbunbehaustheit%c2%ab/comment-page-1/#comment-649</link>
		<dc:creator>Clemens Setz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 08:37:37 +0000</pubDate>
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		<description>@Nicoletta Wojtera
Ich glaube eher, dass das &quot;Hhhuuhhh Hhhaaahh&quot; von Johnny Gentle einfach Darth-Vader-mäßiges Ein- und Ausatmen ist. Er trägt ja eine Sauerstoffmaske und überlässt das Reden Rod &#039;The God&#039; Tine. Was eine &quot;chaplinesk gestaltete Lautäußerung&quot; sein könnte, ist mir auch noch nach längerem Überlegen nicht ganz klar. Chaplin assoziiere ich in erster Linie mit Stummfilmen. Meinen Sie eine Art Slapstick des Gesprochenen, ein Umherpurzeln und Auf-Bananenschalen-Ausrutschen der Wörter selbst? Wenn ja, dann verstehe ich das Beispiel (J. Gentle) nicht. 

Zur Frage des Nicht-Funktionierens der Wirklichkeit von US: Ich kann mich noch an meine erste Germanistik-Vorlesung erinnern, die hieß damals &quot;Geschichtliche Probleme der neueren deutschen Literaturwissenschaft&quot;. Und da mussten wir folgenden Satz auswendig lernen, da der Professor erwähnte, er werde das ganz bestimmt bei der Prüfung fragen: &quot;Die Satire ist eine belachbare Negation eines als negativ empfundenen Sachverhalts&quot;. Das ist zunächst mal eine gute Definition, deren Brauchbarkeit eigentlich am Beispiel von US (das ja, wie schon öfter hier erwähnt, problemlos als große Weltsatire gelesen und gedeutet werden kann) leicht zu bestimmen sein müsste. Aber wenn ich mir den Roman wirklich als Ganzes vor Augen rufe, erscheint mir seine satirische Dimension eher wie die Kunst der Untertreibung, die sich als Übertreibung ausgibt. Es scheint alles überhöht in dieser Satire, nichts ist &#039;gewöhnlich überhöht&#039;, alle körperlichen und geistigen Gebrechen sind immer noch potenziert und wie in absurden Jahrmarktsspiegeln vervielfacht. Das geht bis zu billigen Witzen, wie z.B. dem Lineal, mit dem Rodney Tine jeden Morgen Penis-Messungen vornimmt. Das Problem dabei ist, hinter dieser barocken Narrenlandschaft steht nicht einfach ein &quot;negativ empfundener Sachverhalt&quot;, wie z.B. soziale Ungerechtigkeit, Rassismus etc. - sondern das absolute Grauen, die Endlosschleifen, aus denen wir bestehen, ein sich ewig wiederholender Murmeltiertag in der Hölle. 
Doch dieser Blick in die Hölle wird durch den ganzen Slapstick und den Spaß, der dem Leser bereitet wird, gleichzeitig erträglich und sogar genussvoll aufbereitet. Es scheint eine Übertreibung, doch gleichzeitig ist diese Satire eine ertragbare, eine genießbare Kunstform, kein wirklicher Blick in die Hölle, sondern ein Blick in ein freundlich aufbereitetes Hologramm der Hölle, wo man aus sicherer Entfernung (mit dem Finger deutend, sich den Bauch vor Lachen haltend) auf die Einwohner dieser Hölle blicken kann (vgl. die auf S. 824 von Michael Pemulis erklärte Incandenza&#039;sche Lösung des Müllproblems der Annullarfusion, auch ein Konzept, in dem chaplineske Purzelbäume eine Rolle spielen...). Denn einen wirklichen Blick in diese Hölle würde man - ebenso wenig wie die Gegenwart der Rilke&#039;schen Engel - nicht überleben. Die Satire gibt uns den Eindruck, wir könnten den Blick in die Hölle, die die Welt ist, tatsächlich überstehen und dann sogar noch über ihn berichten, nel mezzo del cammin&#039; etc.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Nicoletta Wojtera<br />
Ich glaube eher, dass das &#8220;Hhhuuhhh Hhhaaahh&#8221; von Johnny Gentle einfach Darth-Vader-mäßiges Ein- und Ausatmen ist. Er trägt ja eine Sauerstoffmaske und überlässt das Reden Rod &#8216;The God&#8217; Tine. Was eine &#8220;chaplinesk gestaltete Lautäußerung&#8221; sein könnte, ist mir auch noch nach längerem Überlegen nicht ganz klar. Chaplin assoziiere ich in erster Linie mit Stummfilmen. Meinen Sie eine Art Slapstick des Gesprochenen, ein Umherpurzeln und Auf-Bananenschalen-Ausrutschen der Wörter selbst? Wenn ja, dann verstehe ich das Beispiel (J. Gentle) nicht. </p>
<p>Zur Frage des Nicht-Funktionierens der Wirklichkeit von US: Ich kann mich noch an meine erste Germanistik-Vorlesung erinnern, die hieß damals &#8220;Geschichtliche Probleme der neueren deutschen Literaturwissenschaft&#8221;. Und da mussten wir folgenden Satz auswendig lernen, da der Professor erwähnte, er werde das ganz bestimmt bei der Prüfung fragen: &#8220;Die Satire ist eine belachbare Negation eines als negativ empfundenen Sachverhalts&#8221;. Das ist zunächst mal eine gute Definition, deren Brauchbarkeit eigentlich am Beispiel von US (das ja, wie schon öfter hier erwähnt, problemlos als große Weltsatire gelesen und gedeutet werden kann) leicht zu bestimmen sein müsste. Aber wenn ich mir den Roman wirklich als Ganzes vor Augen rufe, erscheint mir seine satirische Dimension eher wie die Kunst der Untertreibung, die sich als Übertreibung ausgibt. Es scheint alles überhöht in dieser Satire, nichts ist &#8216;gewöhnlich überhöht&#8217;, alle körperlichen und geistigen Gebrechen sind immer noch potenziert und wie in absurden Jahrmarktsspiegeln vervielfacht. Das geht bis zu billigen Witzen, wie z.B. dem Lineal, mit dem Rodney Tine jeden Morgen Penis-Messungen vornimmt. Das Problem dabei ist, hinter dieser barocken Narrenlandschaft steht nicht einfach ein &#8220;negativ empfundener Sachverhalt&#8221;, wie z.B. soziale Ungerechtigkeit, Rassismus etc. &#8211; sondern das absolute Grauen, die Endlosschleifen, aus denen wir bestehen, ein sich ewig wiederholender Murmeltiertag in der Hölle.<br />
Doch dieser Blick in die Hölle wird durch den ganzen Slapstick und den Spaß, der dem Leser bereitet wird, gleichzeitig erträglich und sogar genussvoll aufbereitet. Es scheint eine Übertreibung, doch gleichzeitig ist diese Satire eine ertragbare, eine genießbare Kunstform, kein wirklicher Blick in die Hölle, sondern ein Blick in ein freundlich aufbereitetes Hologramm der Hölle, wo man aus sicherer Entfernung (mit dem Finger deutend, sich den Bauch vor Lachen haltend) auf die Einwohner dieser Hölle blicken kann (vgl. die auf S. 824 von Michael Pemulis erklärte Incandenza&#8217;sche Lösung des Müllproblems der Annullarfusion, auch ein Konzept, in dem chaplineske Purzelbäume eine Rolle spielen&#8230;). Denn einen wirklichen Blick in diese Hölle würde man &#8211; ebenso wenig wie die Gegenwart der Rilke&#8217;schen Engel &#8211; nicht überleben. Die Satire gibt uns den Eindruck, wir könnten den Blick in die Hölle, die die Welt ist, tatsächlich überstehen und dann sogar noch über ihn berichten, nel mezzo del cammin&#8217; etc.</p>
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