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	<title>Kommentare zu: Verschleierung und Enthüllung</title>
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		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1317</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 07:17:10 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Herr Jerkoff! 

Inspiriert von David &quot;Faustus&quot; Wallace, nehme ich an. 

Während Sie hier stehen und Gedichte rezitieren, sich dann umblicken und womöglich den Applaus vermissen: wir haben erneut den Court gewechselt!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Jerkoff! </p>
<p>Inspiriert von David &#8220;Faustus&#8221; Wallace, nehme ich an. </p>
<p>Während Sie hier stehen und Gedichte rezitieren, sich dann umblicken und womöglich den Applaus vermissen: wir haben erneut den Court gewechselt!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1310</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 21:15:58 +0000</pubDate>
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		<description>Porsche und so…

Dear Fantasylea!

achim szepanski hatte recht, Sie können sich was ausdenken…..Ich verzeihe Ihnen natürlich alles, also auch, dass Sie mich (am 18. 11.) als Repräsentanten missbrauchten.

Davon, also von dem von Ihnen betriebenen Missbrauch, abgesehen, war Ihr kunsthistorischer Abriss brillant und richtig (und ein Klischee??). Ihren Missbrauch abgezogen, bliebe als Antwortsubstrat, die für ein differenziertes Bild vermissten Lebens- bzw. Erlösungsmomente (Liebe etc.) hat DWF weggelassen, weil deren Abbildung die von ihm beabsichtigte Wirklichkeitsdarstellung nur verwässert hätte. Okay, akzeptiert. Es kommt mir gleichwohl ein bisschen zu einfach vor. Aber gut, wohlmöglich kann ich mich mittlerweile hinter Hans Wedlers Rückspiegel verstecken und zu Protokoll geben, was mir nicht so gefällt am US ist, dass andere gesellschaftliche Strömungen und Kräfte außerhalb von DFW’s pars pro toto, dass die Vielfalt individueller Erscheinungen von DFW ignoriert werden.

Davon, also von dem von Ihnen betriebenen Missbrauch, abgesehen, war Ihre Kapitalismus- und Kulturkonsumkritik auch brillant und richtig (und ein Klischee??). Ihren Missbrauch abgezogen, bliebe als Antwortsubstrat, große Kunst (Literatur) und Establishment ist wie Perlen und Säue (womit wir wieder bei der Bibel wären). Das kommt mir indes auch ein bisschen zu einfach vor. Aber gut, wohlmöglich kann ich mich nicht hinter Hans Wedlers Rückspiegel verstecken, denn dem hat ja die Gesellschaftskritik im US gefallen, wonach Profit und Erfolgsgier die Götter ersetzt haben.

Aber unendlich grandios, liebe Alea (t).  , sind Ihre Ausführungen über das Großartige und das Furchtbare in der Liebe. Stephan Bender hat recht. 

Und zu Ihren Anmerkungen über das Produkt eines schwäbischen Automobilherstellers und anderer angenehmer Dinge will ich Ihnen mal eine kleine Geschichte erzählen:

Mein Bruder, er ist nicht mit McKinsey, aber ähnlich, war eingeladen mit seiner amerikanischen Frau und Schwiegereltern in das Apartment eines Anwalts im Trump Tower in New York, weil sich die Schwiegereltern während eines Studienjahres um die Tochter des Anwalts, einer Bekannten von mir, gekümmert hatten. Das war schon etwas her gewesen, aber in seiner kurzen Begrüßungsrede wischte der Gastgeber das beiseite: „We don’t forget you little people“.

Es ist eben alles sehr relativ. Das darf man nie vergessen, ich nicht, Sie aber auch nicht! Es sind die wichtigen Dinge, die im Leben zählen, z.B. Ihr rumänisches Abendessen, wie ich Ihnen schon sagte. Wie wäre es also, wenn wir beide mit the queen’s jester, Jesus Jerkoff, in die Kneipe eine Partie Darts spielen gingen?

Best wishes

NO

Und danke fürs Gedicht!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Porsche und so…</p>
<p>Dear Fantasylea!</p>
<p>achim szepanski hatte recht, Sie können sich was ausdenken…..Ich verzeihe Ihnen natürlich alles, also auch, dass Sie mich (am 18. 11.) als Repräsentanten missbrauchten.</p>
<p>Davon, also von dem von Ihnen betriebenen Missbrauch, abgesehen, war Ihr kunsthistorischer Abriss brillant und richtig (und ein Klischee??). Ihren Missbrauch abgezogen, bliebe als Antwortsubstrat, die für ein differenziertes Bild vermissten Lebens- bzw. Erlösungsmomente (Liebe etc.) hat DWF weggelassen, weil deren Abbildung die von ihm beabsichtigte Wirklichkeitsdarstellung nur verwässert hätte. Okay, akzeptiert. Es kommt mir gleichwohl ein bisschen zu einfach vor. Aber gut, wohlmöglich kann ich mich mittlerweile hinter Hans Wedlers Rückspiegel verstecken und zu Protokoll geben, was mir nicht so gefällt am US ist, dass andere gesellschaftliche Strömungen und Kräfte außerhalb von DFW’s pars pro toto, dass die Vielfalt individueller Erscheinungen von DFW ignoriert werden.</p>
<p>Davon, also von dem von Ihnen betriebenen Missbrauch, abgesehen, war Ihre Kapitalismus- und Kulturkonsumkritik auch brillant und richtig (und ein Klischee??). Ihren Missbrauch abgezogen, bliebe als Antwortsubstrat, große Kunst (Literatur) und Establishment ist wie Perlen und Säue (womit wir wieder bei der Bibel wären). Das kommt mir indes auch ein bisschen zu einfach vor. Aber gut, wohlmöglich kann ich mich nicht hinter Hans Wedlers Rückspiegel verstecken, denn dem hat ja die Gesellschaftskritik im US gefallen, wonach Profit und Erfolgsgier die Götter ersetzt haben.</p>
<p>Aber unendlich grandios, liebe Alea (t).  , sind Ihre Ausführungen über das Großartige und das Furchtbare in der Liebe. Stephan Bender hat recht. </p>
<p>Und zu Ihren Anmerkungen über das Produkt eines schwäbischen Automobilherstellers und anderer angenehmer Dinge will ich Ihnen mal eine kleine Geschichte erzählen:</p>
<p>Mein Bruder, er ist nicht mit McKinsey, aber ähnlich, war eingeladen mit seiner amerikanischen Frau und Schwiegereltern in das Apartment eines Anwalts im Trump Tower in New York, weil sich die Schwiegereltern während eines Studienjahres um die Tochter des Anwalts, einer Bekannten von mir, gekümmert hatten. Das war schon etwas her gewesen, aber in seiner kurzen Begrüßungsrede wischte der Gastgeber das beiseite: „We don’t forget you little people“.</p>
<p>Es ist eben alles sehr relativ. Das darf man nie vergessen, ich nicht, Sie aber auch nicht! Es sind die wichtigen Dinge, die im Leben zählen, z.B. Ihr rumänisches Abendessen, wie ich Ihnen schon sagte. Wie wäre es also, wenn wir beide mit the queen’s jester, Jesus Jerkoff, in die Kneipe eine Partie Darts spielen gingen?</p>
<p>Best wishes</p>
<p>NO</p>
<p>Und danke fürs Gedicht!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: JesusJerkoff</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1296</link>
		<dc:creator>JesusJerkoff</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 21:55:13 +0000</pubDate>
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		<description>Liebe Frau Torik, 


RL got me. 


Ihr naht euch wieder, 
schwankende Gestalten, 
die früh sich einst,
dem trüben Blick gezeigt,
ihr drängt euch zu, 
nun gut, so mögt ihr walten, 
wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt,
mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert,
vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert.

Sie wissen schon. Faust, ganz vorne ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Frau Torik, </p>
<p>RL got me. </p>
<p>Ihr naht euch wieder,<br />
schwankende Gestalten,<br />
die früh sich einst,<br />
dem trüben Blick gezeigt,<br />
ihr drängt euch zu,<br />
nun gut, so mögt ihr walten,<br />
wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt,<br />
mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert,<br />
vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert.</p>
<p>Sie wissen schon. Faust, ganz vorne <img src='http://www.unendlicherspass.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1287</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 22:32:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1287</guid>
		<description>God kNOws that‘s good news!

Ich sehe, Sie haben Ihr Thema gefunden. Ich fand‘s allerdings ein bisschen schade, dass Sie nicht auf meinen schönen Abriss der Kunstgeschichte eingegangen sind, und auch die leichte Kritik am Wirtschaftsystem hat offenbar nicht Ihr Gefallen gefunden. Nicht einmal, worauf ich besonders stolz war, der Porsche, bei freier Farbwahl!, ist bei Ihnen angekommen. Sei’s drum. Ich antworte dennoch auf alle Ihre Anregungen, die ja im Grunde eine einzige ist in diversen Kostümen, die Frage nach der Erlösung. Ich finde das durchaus interessant. Aber ich bitte dennoch um etwas Geduld. Ich muss zuerst meinen nächsten Artikel beenden, und da ich beim Schreiben noch langsamer bin als beim Denken, kann das noch ein paar Tage dauern. 

Weil wir gerade dabei sind den Herrn Wallace mittels der Kollegen zu verorten, Deleuze und Lacan, Proust und Celan, steuere ich hier auch noch etwas dazu bei, zum Thema Geduld.

„Wenn aus dem schrecklichen Gewühle
Ein süß bekannter Ton mich zog, 
Den Rest von kindlichem Gefühle
Mit Anklang froher Zeit betrog, 
So fluch‘ ich allem, was die Seele
Mit Lock- und Gaukelwerk umspannt, 
Und sie in diese Trauerhöhle
Mit Blend- und Schmeichelkräften bannt!
Verflucht voraus die hohe Meinung, 
Womit der Geist sich selbst umfängt!
Verflucht das Blenden der Erscheinung, 
Die sich an unsre Sinne drängt!
Verflucht, was uns in Träumen heuchelt, 
Des Ruhms, der Namensdauer Trug!
Verflucht, was als Besitz uns schmeichelt,
Als Weib und Kind, als Knecht und Pflug!
Verflucht sei Mammon, wenn mit Schätzen
Er uns zu kühnen Taten regt,
Wenn er zu müßigem Ergetzen
Die Polster uns zurechtelegt!
Fluch sei dem Balsamsaft der Trauben!
Fluch jener höchsten Liebeshuld!
Fluch sei der Hoffnung! Fluch dem Glauben, 
Und Fluch vor allem der Geduld!“

Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Z 1583 ff

(Pflug können Sie verlustfrei mit Porsche übersetzen)

A. P. T</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>God kNOws that‘s good news!</p>
<p>Ich sehe, Sie haben Ihr Thema gefunden. Ich fand‘s allerdings ein bisschen schade, dass Sie nicht auf meinen schönen Abriss der Kunstgeschichte eingegangen sind, und auch die leichte Kritik am Wirtschaftsystem hat offenbar nicht Ihr Gefallen gefunden. Nicht einmal, worauf ich besonders stolz war, der Porsche, bei freier Farbwahl!, ist bei Ihnen angekommen. Sei’s drum. Ich antworte dennoch auf alle Ihre Anregungen, die ja im Grunde eine einzige ist in diversen Kostümen, die Frage nach der Erlösung. Ich finde das durchaus interessant. Aber ich bitte dennoch um etwas Geduld. Ich muss zuerst meinen nächsten Artikel beenden, und da ich beim Schreiben noch langsamer bin als beim Denken, kann das noch ein paar Tage dauern. </p>
<p>Weil wir gerade dabei sind den Herrn Wallace mittels der Kollegen zu verorten, Deleuze und Lacan, Proust und Celan, steuere ich hier auch noch etwas dazu bei, zum Thema Geduld.</p>
<p>„Wenn aus dem schrecklichen Gewühle<br />
Ein süß bekannter Ton mich zog,<br />
Den Rest von kindlichem Gefühle<br />
Mit Anklang froher Zeit betrog,<br />
So fluch‘ ich allem, was die Seele<br />
Mit Lock- und Gaukelwerk umspannt,<br />
Und sie in diese Trauerhöhle<br />
Mit Blend- und Schmeichelkräften bannt!<br />
Verflucht voraus die hohe Meinung,<br />
Womit der Geist sich selbst umfängt!<br />
Verflucht das Blenden der Erscheinung,<br />
Die sich an unsre Sinne drängt!<br />
Verflucht, was uns in Träumen heuchelt,<br />
Des Ruhms, der Namensdauer Trug!<br />
Verflucht, was als Besitz uns schmeichelt,<br />
Als Weib und Kind, als Knecht und Pflug!<br />
Verflucht sei Mammon, wenn mit Schätzen<br />
Er uns zu kühnen Taten regt,<br />
Wenn er zu müßigem Ergetzen<br />
Die Polster uns zurechtelegt!<br />
Fluch sei dem Balsamsaft der Trauben!<br />
Fluch jener höchsten Liebeshuld!<br />
Fluch sei der Hoffnung! Fluch dem Glauben,<br />
Und Fluch vor allem der Geduld!“</p>
<p>Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Z 1583 ff</p>
<p>(Pflug können Sie verlustfrei mit Porsche übersetzen)</p>
<p>A. P. T</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1286</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 18:32:56 +0000</pubDate>
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		<description>Erlösung und so…

Liebe Alea P.!

Verschleierung hin, Enthüllung her, Unendlichkeit am Ende, alles schön und gut. Ich versuche es noch einmal anders herum:

Findet GOTT denn nun statt in diesem Roman?

Das frage ich anhand von zwei (für mich) tief intensiven Szenen: Zum einen Joelle und Gately, die Liebenden, zum anderen Don Gately, der Gläubige.

Ich lese (wie Sie) auf S. 766 ff. den Beginn einer der schönsten Liebesgeschichten. Denn die allererste Antwort, die Joelle dem Don Gately auf seine Frage nach ihrem Schleier gibt, ist: „Brautsache“.

Die Annäherung der beiden erfolgt auf S. 882 – 1040, das Ende ist (wohl) offen. Die Annäherung ist so zart und vorsichtig, so verwundert und tastend, so unauffällig und also so schön wie sie zärtlich zurückhaltend beschrieben (und übersetzt!) ist. Man bekommt das gar nicht so recht mit beim ersten oder zweiten Lesen: Gately befindet sich in einem monströsem Kampf, schweigend und mit aller Konsequenz geführt, äußerst brutal, es fließt Blut, Augen werden ausgestochen, Menschen sterben wohl, und dann wird er angeschossen auch noch und blutet stark, -  atemlos verfolgt man das, ganz aufgeregt, und in einer wiederholenden Lesung fällt einem dann plötzlich die Parallelität zu der Schlägerei beim Eschaton-Spiel auf und man ist davon ganz begeistert und abgelenkt, - und dann beim dritten Mal sieht man plötzlich, was schon immer zu sehen war: Sie ruft seinen Vornamen, „was er mag“ (S. 886); er findet „sie riecht seltsam, aber gut“ (S. 889); und dann noch einmal, er ist halbtod, aber er bemerkt, „sie riecht gut“ (S. 891). Und dann streichelt sie ihn, nimmt sie sein Handgelenk: „ und sehet, sagte sie leise“. Und später im Krankenhaus  an Gatelys Bett kann sie sich vorstellen, den Schleier abzunehmen und ihm „ihr Gesicht zu zeigen“ (S. 1020). Sie träumt von ihm, ist nun ohne Schleier und kann ihm ohne Scham ihre Wunde (die Crack-Zähne) zeigen.

Wie ist das beeindruckend Liebe-voll, wie kann der Wallace schreiben (und der Blumenbach übersetzen)!!

Sie träumt von ihm. Sie riecht gut. Sie berührt ihn. Sie sagt leise „und sehet“. -- Und  s e h e t? Moment mal, was ist das denn? Wie spricht die denn auf einmal? Und „sehet“? Ey, Leute, seht mal, der blutet! Würde sie doch eigentlich schreien, oder? Du, Don, sieh‘ mal, Du blutest! Würde sie doch eigentlich dem Wegdämmernden zurufen, oder? Aber: Und sehet? Ist das die Sprache der Bibel? Wen ruft sie denn hier an? Gott…….?

Und am Ende tritt zur Liebe sogar Hoffnung hinzu, so assoziiere ich das jedenfalls. Denn als sie über das Abnehmen des Schleiers sinniert, sitzt Joelle in ihrer CA-Gruppe und der vortragende Ex-Junkie träumt vor den Zuhörern von einer (fernen) Zukunft mit seiner Frau und seinem Kind. Und nun kann sich Joelle sich ein Leben ohne Crack sogar vorstellen, wenn Gately nicht mehr sein sollte. 


Zum anderen Don Gately, der Glaubende:

Der kniet da jeden Abend vor seinem Bett, bei aller Verlegenheit, und betet. Betet um Erlösung. Vom großen Zuchtmeister mit dem Schleier der Smiley-Maske. Und es hilft!! „Drauf geschissen“ (oder so ähnlich drückt sich Gately manchmal aus): So ist das eben bei den AA und der Wallace hat nur beschrieben, was er erlebt hat. Okay. Aber dann kommt der AA-Abend, wo ihm der Motorradfreak den Fische-Witz erzählt („Wie ist das Wasser heute? Was ist Wasser?“). Der Freak weiß Gately so selbstverständlich gläubig, weil dem Don vor lauter Wasseratmen der Inhalt seiner Haltung noch gar nicht aufgegangen ist. 

Der Ablauf der Szene ist (für mich) ein erzählerisches Meisterstück, weil der Fische-Witz mit einem platten Blödwitz vermengt wird, den ein von dem Umstehenden, ein vorlauter und geschmackloser Dritter erzählt. Und der Fisch, das christliche Symbol, ist das ein Zufall hier? Das alles, finde ich, betont den Freak und damit das Offenkundige, das er ausspricht, so sehr, dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass das nicht ernst gemeint ist - von DFW. DWF hält, so lese ich das, Erlösung für möglich.

Und ich glaube das auch: Der Don wird nicht wieder schwach, er praktiziert Nächstenliebe; er arbeitet im Shattuck und versucht, das angerichtete Unheil wieder gut zu machen; und vor allem: Er übernimmt die Verantwortung, als es drauf ankommt, und tritt selbst für den Hundekiller ein („ich bin für diese Leute verantwortlich“, S. 882). 

Okay, „die Rolle Gottes ist nie sonderlich beliebt“ (Otis P. LORD im Eschaton-Spiel auf S. 478), aber das heißt nicht, dass es ihn nicht gibt, oder?

So.

Und nun sagen Sie, liebe Alea Torik, ist das denn alles wirklich nur Kleist und Unendlichkeit, und nicht auch, wenigstens ein kleines bisschen, die faustische Erlösungsgeschichte? Oder wird da sogar jemand von guten Mächten wunderbar geborgen? Und was ist, ich wage es, mit „Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei…“  ernst genommen?

Und sind all das nicht die Dinge, von den man hoffen könnte, dass sie dem Leben Gewicht geben, also Inhalt, Sinn und Richtung? Und betont die grundsätzliche Abwesenheit all dieser Dinge im Roman nicht die ganz zarten Pflänzchen, wenn sie, wie oben beschrieben, dann eben doch mal auftauchen. Und hat Stephan Bender dann recht, wenn er sagt, die wesentliche Aussage von US ist die Abwesenheit von erlöserischen Motiven? 

Beste Grüße

NO</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Erlösung und so…</p>
<p>Liebe Alea P.!</p>
<p>Verschleierung hin, Enthüllung her, Unendlichkeit am Ende, alles schön und gut. Ich versuche es noch einmal anders herum:</p>
<p>Findet GOTT denn nun statt in diesem Roman?</p>
<p>Das frage ich anhand von zwei (für mich) tief intensiven Szenen: Zum einen Joelle und Gately, die Liebenden, zum anderen Don Gately, der Gläubige.</p>
<p>Ich lese (wie Sie) auf S. 766 ff. den Beginn einer der schönsten Liebesgeschichten. Denn die allererste Antwort, die Joelle dem Don Gately auf seine Frage nach ihrem Schleier gibt, ist: „Brautsache“.</p>
<p>Die Annäherung der beiden erfolgt auf S. 882 – 1040, das Ende ist (wohl) offen. Die Annäherung ist so zart und vorsichtig, so verwundert und tastend, so unauffällig und also so schön wie sie zärtlich zurückhaltend beschrieben (und übersetzt!) ist. Man bekommt das gar nicht so recht mit beim ersten oder zweiten Lesen: Gately befindet sich in einem monströsem Kampf, schweigend und mit aller Konsequenz geführt, äußerst brutal, es fließt Blut, Augen werden ausgestochen, Menschen sterben wohl, und dann wird er angeschossen auch noch und blutet stark, &#8211;  atemlos verfolgt man das, ganz aufgeregt, und in einer wiederholenden Lesung fällt einem dann plötzlich die Parallelität zu der Schlägerei beim Eschaton-Spiel auf und man ist davon ganz begeistert und abgelenkt, &#8211; und dann beim dritten Mal sieht man plötzlich, was schon immer zu sehen war: Sie ruft seinen Vornamen, „was er mag“ (S. 886); er findet „sie riecht seltsam, aber gut“ (S. 889); und dann noch einmal, er ist halbtod, aber er bemerkt, „sie riecht gut“ (S. 891). Und dann streichelt sie ihn, nimmt sie sein Handgelenk: „ und sehet, sagte sie leise“. Und später im Krankenhaus  an Gatelys Bett kann sie sich vorstellen, den Schleier abzunehmen und ihm „ihr Gesicht zu zeigen“ (S. 1020). Sie träumt von ihm, ist nun ohne Schleier und kann ihm ohne Scham ihre Wunde (die Crack-Zähne) zeigen.</p>
<p>Wie ist das beeindruckend Liebe-voll, wie kann der Wallace schreiben (und der Blumenbach übersetzen)!!</p>
<p>Sie träumt von ihm. Sie riecht gut. Sie berührt ihn. Sie sagt leise „und sehet“. &#8212; Und  s e h e t? Moment mal, was ist das denn? Wie spricht die denn auf einmal? Und „sehet“? Ey, Leute, seht mal, der blutet! Würde sie doch eigentlich schreien, oder? Du, Don, sieh‘ mal, Du blutest! Würde sie doch eigentlich dem Wegdämmernden zurufen, oder? Aber: Und sehet? Ist das die Sprache der Bibel? Wen ruft sie denn hier an? Gott…….?</p>
<p>Und am Ende tritt zur Liebe sogar Hoffnung hinzu, so assoziiere ich das jedenfalls. Denn als sie über das Abnehmen des Schleiers sinniert, sitzt Joelle in ihrer CA-Gruppe und der vortragende Ex-Junkie träumt vor den Zuhörern von einer (fernen) Zukunft mit seiner Frau und seinem Kind. Und nun kann sich Joelle sich ein Leben ohne Crack sogar vorstellen, wenn Gately nicht mehr sein sollte. </p>
<p>Zum anderen Don Gately, der Glaubende:</p>
<p>Der kniet da jeden Abend vor seinem Bett, bei aller Verlegenheit, und betet. Betet um Erlösung. Vom großen Zuchtmeister mit dem Schleier der Smiley-Maske. Und es hilft!! „Drauf geschissen“ (oder so ähnlich drückt sich Gately manchmal aus): So ist das eben bei den AA und der Wallace hat nur beschrieben, was er erlebt hat. Okay. Aber dann kommt der AA-Abend, wo ihm der Motorradfreak den Fische-Witz erzählt („Wie ist das Wasser heute? Was ist Wasser?“). Der Freak weiß Gately so selbstverständlich gläubig, weil dem Don vor lauter Wasseratmen der Inhalt seiner Haltung noch gar nicht aufgegangen ist. </p>
<p>Der Ablauf der Szene ist (für mich) ein erzählerisches Meisterstück, weil der Fische-Witz mit einem platten Blödwitz vermengt wird, den ein von dem Umstehenden, ein vorlauter und geschmackloser Dritter erzählt. Und der Fisch, das christliche Symbol, ist das ein Zufall hier? Das alles, finde ich, betont den Freak und damit das Offenkundige, das er ausspricht, so sehr, dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass das nicht ernst gemeint ist &#8211; von DFW. DWF hält, so lese ich das, Erlösung für möglich.</p>
<p>Und ich glaube das auch: Der Don wird nicht wieder schwach, er praktiziert Nächstenliebe; er arbeitet im Shattuck und versucht, das angerichtete Unheil wieder gut zu machen; und vor allem: Er übernimmt die Verantwortung, als es drauf ankommt, und tritt selbst für den Hundekiller ein („ich bin für diese Leute verantwortlich“, S. 882). </p>
<p>Okay, „die Rolle Gottes ist nie sonderlich beliebt“ (Otis P. LORD im Eschaton-Spiel auf S. 478), aber das heißt nicht, dass es ihn nicht gibt, oder?</p>
<p>So.</p>
<p>Und nun sagen Sie, liebe Alea Torik, ist das denn alles wirklich nur Kleist und Unendlichkeit, und nicht auch, wenigstens ein kleines bisschen, die faustische Erlösungsgeschichte? Oder wird da sogar jemand von guten Mächten wunderbar geborgen? Und was ist, ich wage es, mit „Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei…“  ernst genommen?</p>
<p>Und sind all das nicht die Dinge, von den man hoffen könnte, dass sie dem Leben Gewicht geben, also Inhalt, Sinn und Richtung? Und betont die grundsätzliche Abwesenheit all dieser Dinge im Roman nicht die ganz zarten Pflänzchen, wenn sie, wie oben beschrieben, dann eben doch mal auftauchen. Und hat Stephan Bender dann recht, wenn er sagt, die wesentliche Aussage von US ist die Abwesenheit von erlöserischen Motiven? </p>
<p>Beste Grüße</p>
<p>NO</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1278</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 14:03:42 +0000</pubDate>
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		<description>I did but I didn’t catch the meaning.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>I did but I didn’t catch the meaning.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1276</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 13:04:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1276</guid>
		<description>You noticed the additional &quot;a&quot;, of course?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>You noticed the additional &#8220;a&#8221;, of course?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1275</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 12:46:57 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1275</guid>
		<description>Lieber Herr NO! 

Ich sitze in der Bibliothek und musste nach einem Buch recherchieren. Also habe ich gleich mal bei mir zu Hause und hier nachgeschaut, was sich so tut. 

Meine Metamorphosen in diesem Blog sind erstaunlich: vom (einfachen) Mann über Joelle, zur schlichten Hausfrau und Köchin bis hin zur Penthesilea. Ich bin gleich in der Mensa zum Mittagessen verabredet. Ich werd mal schauen, ob sich ein geeigneter Achill findet, der mich in den Suizid treiben könnte. Obwohl ich für Selbstmord heute eigentlich keine Zeit habe. 

Penthesilea aus der Bibliothek</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr NO! </p>
<p>Ich sitze in der Bibliothek und musste nach einem Buch recherchieren. Also habe ich gleich mal bei mir zu Hause und hier nachgeschaut, was sich so tut. </p>
<p>Meine Metamorphosen in diesem Blog sind erstaunlich: vom (einfachen) Mann über Joelle, zur schlichten Hausfrau und Köchin bis hin zur Penthesilea. Ich bin gleich in der Mensa zum Mittagessen verabredet. Ich werd mal schauen, ob sich ein geeigneter Achill findet, der mich in den Suizid treiben könnte. Obwohl ich für Selbstmord heute eigentlich keine Zeit habe. </p>
<p>Penthesilea aus der Bibliothek</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1274</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 11:46:52 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1274</guid>
		<description>Meine liebe Penthesialea,

es ist schön im Gewitter der Rosen, aber Sie überschätzen mich bei Weitem. Was auch immer ich wohlmöglich für Sie sein könnte, eines ganz sicher nicht, ein würdiger Disputpartner in einer literarischen Konfrontation. Mir fehlt da wirklich einfach die Kompetenz. Ich lese viele Beiträge der Profis hier im Blog 167 Mal, bis ich eine Ahnung bekomme, was gemeint sein könnte, und bei achim szepanski hilft mir nicht einmal das. 

Missverstehen Sie mich nicht: Was ich hier im Blog über dieses Buch und über Literatur allgemein gelernt habe, ist für mich „unendlich“ bereichernd, ich bin begeistert über die Belesenheit und den Kenntnisreichtum der anderen, z.B. bei achim szepanski, aber auch und gerade bei Ihnen (ich kannte keines Ihrer als herausragend gekennzeichneten 3 deutschen Bücher). Fragen und Anmerkungen sind eben oft lediglich Ausdruck von Unvermögen, Unverständnis, Hilflosigkeit – gepaart mit Begeisterung natürlich, sonst schwiege man.

Aber  a l l e s  ist ernst gemeint! Die Abwesenheit von Wesentlichem, das Fehlen von Liebe etc. hatte für mich nichts mit enttäuschter Leser- oder Kunsterwartung zu tun (im Gegenteil: Ich bin auch auf S. 1056 restlos begeistert), sondern dass ich deren Fehlen so auffällig finde, dass ich mir gewünscht hätte, einer der Profis sagt etwas dazu. Weil ich mich nämlich frage, ob das etwas mit Aufstieg und Erlösung zu tun haben könnte, und ob das alles eine Rolle spielt hier. Ich frage mich, ob ich hier in der Nähe des letzten Punktes (keine Lösung, keine Befreiung) bin in Hans Wedelers Liste von den Dingen, die ihm gefallen haben am US (Im Rückspiegel vom 15. 11.). Ich frage mich, ob ich mich in der Nähe von Stephan Bender befinde, der in seinem Kommentar zu Hans Wedler gesagt hat, die eigentliche Botschaft des Buches sei der Mangel an erlöserischen Motiven (und ob das eigentlich richtig ist).

Na ja, es wird dauern, das zu ordnen…

Ich freue mich sehr, dass Sie Spaß hatten. Übrigens: Ihre „MäcKinsey“, wie Sie die nennen, könnten die mit dem G-Punkt gewesen sein, oder?

Liebe Grüße

NO</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Meine liebe Penthesialea,</p>
<p>es ist schön im Gewitter der Rosen, aber Sie überschätzen mich bei Weitem. Was auch immer ich wohlmöglich für Sie sein könnte, eines ganz sicher nicht, ein würdiger Disputpartner in einer literarischen Konfrontation. Mir fehlt da wirklich einfach die Kompetenz. Ich lese viele Beiträge der Profis hier im Blog 167 Mal, bis ich eine Ahnung bekomme, was gemeint sein könnte, und bei achim szepanski hilft mir nicht einmal das. </p>
<p>Missverstehen Sie mich nicht: Was ich hier im Blog über dieses Buch und über Literatur allgemein gelernt habe, ist für mich „unendlich“ bereichernd, ich bin begeistert über die Belesenheit und den Kenntnisreichtum der anderen, z.B. bei achim szepanski, aber auch und gerade bei Ihnen (ich kannte keines Ihrer als herausragend gekennzeichneten 3 deutschen Bücher). Fragen und Anmerkungen sind eben oft lediglich Ausdruck von Unvermögen, Unverständnis, Hilflosigkeit – gepaart mit Begeisterung natürlich, sonst schwiege man.</p>
<p>Aber  a l l e s  ist ernst gemeint! Die Abwesenheit von Wesentlichem, das Fehlen von Liebe etc. hatte für mich nichts mit enttäuschter Leser- oder Kunsterwartung zu tun (im Gegenteil: Ich bin auch auf S. 1056 restlos begeistert), sondern dass ich deren Fehlen so auffällig finde, dass ich mir gewünscht hätte, einer der Profis sagt etwas dazu. Weil ich mich nämlich frage, ob das etwas mit Aufstieg und Erlösung zu tun haben könnte, und ob das alles eine Rolle spielt hier. Ich frage mich, ob ich hier in der Nähe des letzten Punktes (keine Lösung, keine Befreiung) bin in Hans Wedelers Liste von den Dingen, die ihm gefallen haben am US (Im Rückspiegel vom 15. 11.). Ich frage mich, ob ich mich in der Nähe von Stephan Bender befinde, der in seinem Kommentar zu Hans Wedler gesagt hat, die eigentliche Botschaft des Buches sei der Mangel an erlöserischen Motiven (und ob das eigentlich richtig ist).</p>
<p>Na ja, es wird dauern, das zu ordnen…</p>
<p>Ich freue mich sehr, dass Sie Spaß hatten. Übrigens: Ihre „MäcKinsey“, wie Sie die nennen, könnten die mit dem G-Punkt gewesen sein, oder?</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>NO</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Guido Graf</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1270</link>
		<dc:creator>Guido Graf</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 07:17:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1270</guid>
		<description>Die Seite wird voraussichtlich auch über die 100 Tage hinaus online bleiben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Seite wird voraussichtlich auch über die 100 Tage hinaus online bleiben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1268</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 22:42:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1268</guid>
		<description>Lieber Herr NO! 

Wir haben da eine richtig schöne Konfrontation und ich freue mich darüber. Das zwingt einen, sich anhand der anderen Meinung mit der eigenen auseinanderzusetzen. 

Sie beklagen (bitte verstehen Sie dieses Wort umgangssprachlich) das Fehlen mehrere Punkte in meinem Interpretationsansatz. 

Das Fehlen von „Liebe, Sex, Kinder, Freundschaft, Anwesenheit von Eltern“. Ich gebe ihnen drei Antworten. 
1) Ich habe das Buch nicht geschrieben, da müssen Sie den Autor fragen. 
2) Wenn Sie schon fragen, dann fragen Sie doch auch gleich noch, warum eigentlich Cezanne angefangen hat, so komische Bilder zu malen. Warum dann auch noch van Gogh solche Bilder gemalt hat, warum Picasso so seltsame Perspektiven, warum Dali so seltsame Objekte gemalt haben und warum Malevitch und Rothko ….. Dies ist die Frage, warum diese Leute nicht einfach das getan haben, was alle vor Ihnen auch getan haben, nämlich die Wirklichkeit zu malen (ich bin keine Kunsthistorikerin, aber wenn Sie schon mal dabei sind zu fragen, dann fragen Sie doch bitte auch noch, ob Realismus, Naturalismus, ja, ob nicht sogar die Zentralperspektive bereits künstliche Methoden gewesen sind, diese angebliche Wirklichkeit darzustellen) und ob diese Wirklichkeit keine jenseits unserer apperzeptiven Fähigkeiten ist, das &quot;Ding an sich&quot;, sondern sich vielmehr dem Blick anpasst oder ihm widerstrebt und dass es also keine Wirklichkeit gibt, sondern lediglich die Wahrnehmung dieser Wirklichkeit. Darauf gibt es, glaube ich, zwei Antworten. Erstens: die Wirklichkeit hat sich verändert. Zweitens: die Art die Wirklichkeit zu sehen, sie zu beschreiben, zu formen und zu figurieren, sich ihr zu bemächtigen, sich vor ihr zu wehren, sich zu schützen, sie zu bewahren, sie zu zerstören, sie zu erschaffen … eine andere geworden ist. Anders ausgedrückt: das Verhalten, das ich gegenüber der Wirklichkeit einnehmen kann, ist weitaus differenzierter geworden und erfordert dementsprechend eine differenziertere Heransgehensweise.  Fragen Sie ruhig und vergessen Sie darüber bitte nicht, mir die Antwort mitzuteilen. Wenn wir diese Antwort haben, dann reden wir darüber, warum die Literatur etwas Ähnliches macht wie die Malerei. 
3) Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie treten an einem schönen Dienstag oder Donnerstag aus ihrem Büro einer großen internationalen Anwaltsozietät, einer Wirtschaftskanzlei, Sie treten nach einem raubtierkapitalistischen Tag auf den Bürgersteig und gehen nach Hause, nein, Sie fahren mit einem Porsche (die Farbe können Sie sich aussuchen). Ihnen tropft noch das Blut der zerfleischten Gegner und zerfledderten Opfer von den Lippen und jetzt, nach dem alltäglichen Gemetzel, wollen Sie sich ein bisschen ausruhen, Sie wollen entspannen, Sie brauchen Abstand von Ihrem grausigen Tagwerk. Sie wollen es sich gutgehen lassen. Zu Hause angekommen, betten Sie Ihren Rücken auf eine schöne Liege von Le Corbusier, dekantieren einen schönen Saint-Émilion aus dem letzten Jahrtausend und greifen zu einem schönen Buch und Sie wollen jetzt verdammt noch mal was mit „Liebe Sex und Eltern“ lesen. Sie wollen über Nächstenliebe und Freundschaft und gute, anständige Menschen lesen, die sich nicht betrügen, die sich nicht wehtun, die keine Geldprobleme haben und deswegen vielleicht auf dumme Gedanken kommen könnten, die aber auch nicht zu viel Geld haben und deswegen vielleicht auf ganz dumme Gedanken kommen könnten, und die vor allem nicht so dermaßen reich sind, dass man selbst auf den Gedanken kommen könnte, sie arbeiten in einer Bank oder internationalen Wirtschaftskanzlei: habe ich Ihre Erwartungen an die Kunst und die Literatur richtig verstanden, ja? 

Das müssen Sie mir verzeihen! Mein bester Freund arbeitet bei MäcKinsey: solche Litaneien bete ich dem dauernd vor. 

Aus den drei Antworten können Sie sich gerne ein einzige zusammen mixen. 

Und jetzt zu Ihren erst gemeinten Anmerkungen. 

- „Der Schleier ist auch Synonym für die Larve ganz allgemein, also nicht (nur) weiblich, und wir alle begegnen uns in der Regel nur maskiert“. 
Ich kann nicht erkennen, dass der Schleier von Männern getragen wird. Die Äußerung, dass wir alle Masken tragen, hat nur eine relativ geringe Bedeutung, da wir ALLE Masken tragen. Wenn alle gedopt sind oder alle ungedopt sind, ist es einerlei, ob sie gedopt oder ungedopt sind. Das Problem beim dopen ist, dass man nicht weiß, wer dopt und wer nicht. Wenn alle maskiert sind, dann ist die Maske, das was wir sehen und was wir sind. Wer sagt, dass, wenn wir die Masken abnähmen: das Unverstellte, Echte dahinter wartet? Das was wir wirklich sind. Das ist doch das großartige an der Liebe: dass wir uns im anderen täuschen. Und das Furchtbare ist, wenn wir uns nicht mehr täuschen können. Und uns auch nicht mehr täuschen lassen wollen. 

- „Was ist mit der Braut? Der Schleier ist auch der (westliche) Brautschleier (nicht nur das Brauchtum der Muslima), welcher sogar textlich erwähnt ist“. 
Ich kann nicht erkennen, dass der Brautschleier hier eine Rolle spielt. Und ich kann nicht erkennen, dass der westliche (durchweg weibliche) Brautschleier heute noch eine Funktion hat. 

-„Da Schönheit nicht messbar ist, geht es vielleicht gar nicht um äußere Schönheit, also Äußerlichkeiten, sondern im Gegenteil um …?“
Dazu hatte ich in meinem Text etwas gesagt: unser Äußeres ist das Äußere unseres Inneren. Wir sind gewöhnt, das als den andern zu erkennen, was wir sehen, wir wollen an seinem Äußeren, sein Inneres erkennen. An dem Bild, das wir sehen, sein Wesen oder seine Seele oder einfach nur seine Absichten, Wünsche und Sehnsüchte und Ängste. 

Ich gehe hier übrigens nicht auf etwas ein, das mir nach wie vor durch den Kopf geht: Ihre Frage nach Aufstieg oder Erlösung. Ich mache das nicht, weil ich dazu in meinem nächsten Beitrag etwas sagen will. Aber vielleicht bekomme ich es nicht hin. Das weiß man ja vorher nicht. 

Bitte glauben Sie nicht, dass ich Langeweile habe. Aber glauben Sie ruhig, dass ich beim Schreiben meiner Replik viel Spaß hatte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr NO! </p>
<p>Wir haben da eine richtig schöne Konfrontation und ich freue mich darüber. Das zwingt einen, sich anhand der anderen Meinung mit der eigenen auseinanderzusetzen. </p>
<p>Sie beklagen (bitte verstehen Sie dieses Wort umgangssprachlich) das Fehlen mehrere Punkte in meinem Interpretationsansatz. </p>
<p>Das Fehlen von „Liebe, Sex, Kinder, Freundschaft, Anwesenheit von Eltern“. Ich gebe ihnen drei Antworten.<br />
1) Ich habe das Buch nicht geschrieben, da müssen Sie den Autor fragen.<br />
2) Wenn Sie schon fragen, dann fragen Sie doch auch gleich noch, warum eigentlich Cezanne angefangen hat, so komische Bilder zu malen. Warum dann auch noch van Gogh solche Bilder gemalt hat, warum Picasso so seltsame Perspektiven, warum Dali so seltsame Objekte gemalt haben und warum Malevitch und Rothko ….. Dies ist die Frage, warum diese Leute nicht einfach das getan haben, was alle vor Ihnen auch getan haben, nämlich die Wirklichkeit zu malen (ich bin keine Kunsthistorikerin, aber wenn Sie schon mal dabei sind zu fragen, dann fragen Sie doch bitte auch noch, ob Realismus, Naturalismus, ja, ob nicht sogar die Zentralperspektive bereits künstliche Methoden gewesen sind, diese angebliche Wirklichkeit darzustellen) und ob diese Wirklichkeit keine jenseits unserer apperzeptiven Fähigkeiten ist, das &#8220;Ding an sich&#8221;, sondern sich vielmehr dem Blick anpasst oder ihm widerstrebt und dass es also keine Wirklichkeit gibt, sondern lediglich die Wahrnehmung dieser Wirklichkeit. Darauf gibt es, glaube ich, zwei Antworten. Erstens: die Wirklichkeit hat sich verändert. Zweitens: die Art die Wirklichkeit zu sehen, sie zu beschreiben, zu formen und zu figurieren, sich ihr zu bemächtigen, sich vor ihr zu wehren, sich zu schützen, sie zu bewahren, sie zu zerstören, sie zu erschaffen … eine andere geworden ist. Anders ausgedrückt: das Verhalten, das ich gegenüber der Wirklichkeit einnehmen kann, ist weitaus differenzierter geworden und erfordert dementsprechend eine differenziertere Heransgehensweise.  Fragen Sie ruhig und vergessen Sie darüber bitte nicht, mir die Antwort mitzuteilen. Wenn wir diese Antwort haben, dann reden wir darüber, warum die Literatur etwas Ähnliches macht wie die Malerei.<br />
3) Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie treten an einem schönen Dienstag oder Donnerstag aus ihrem Büro einer großen internationalen Anwaltsozietät, einer Wirtschaftskanzlei, Sie treten nach einem raubtierkapitalistischen Tag auf den Bürgersteig und gehen nach Hause, nein, Sie fahren mit einem Porsche (die Farbe können Sie sich aussuchen). Ihnen tropft noch das Blut der zerfleischten Gegner und zerfledderten Opfer von den Lippen und jetzt, nach dem alltäglichen Gemetzel, wollen Sie sich ein bisschen ausruhen, Sie wollen entspannen, Sie brauchen Abstand von Ihrem grausigen Tagwerk. Sie wollen es sich gutgehen lassen. Zu Hause angekommen, betten Sie Ihren Rücken auf eine schöne Liege von Le Corbusier, dekantieren einen schönen Saint-Émilion aus dem letzten Jahrtausend und greifen zu einem schönen Buch und Sie wollen jetzt verdammt noch mal was mit „Liebe Sex und Eltern“ lesen. Sie wollen über Nächstenliebe und Freundschaft und gute, anständige Menschen lesen, die sich nicht betrügen, die sich nicht wehtun, die keine Geldprobleme haben und deswegen vielleicht auf dumme Gedanken kommen könnten, die aber auch nicht zu viel Geld haben und deswegen vielleicht auf ganz dumme Gedanken kommen könnten, und die vor allem nicht so dermaßen reich sind, dass man selbst auf den Gedanken kommen könnte, sie arbeiten in einer Bank oder internationalen Wirtschaftskanzlei: habe ich Ihre Erwartungen an die Kunst und die Literatur richtig verstanden, ja? </p>
<p>Das müssen Sie mir verzeihen! Mein bester Freund arbeitet bei MäcKinsey: solche Litaneien bete ich dem dauernd vor. </p>
<p>Aus den drei Antworten können Sie sich gerne ein einzige zusammen mixen. </p>
<p>Und jetzt zu Ihren erst gemeinten Anmerkungen. </p>
<p>- „Der Schleier ist auch Synonym für die Larve ganz allgemein, also nicht (nur) weiblich, und wir alle begegnen uns in der Regel nur maskiert“.<br />
Ich kann nicht erkennen, dass der Schleier von Männern getragen wird. Die Äußerung, dass wir alle Masken tragen, hat nur eine relativ geringe Bedeutung, da wir ALLE Masken tragen. Wenn alle gedopt sind oder alle ungedopt sind, ist es einerlei, ob sie gedopt oder ungedopt sind. Das Problem beim dopen ist, dass man nicht weiß, wer dopt und wer nicht. Wenn alle maskiert sind, dann ist die Maske, das was wir sehen und was wir sind. Wer sagt, dass, wenn wir die Masken abnähmen: das Unverstellte, Echte dahinter wartet? Das was wir wirklich sind. Das ist doch das großartige an der Liebe: dass wir uns im anderen täuschen. Und das Furchtbare ist, wenn wir uns nicht mehr täuschen können. Und uns auch nicht mehr täuschen lassen wollen. </p>
<p>- „Was ist mit der Braut? Der Schleier ist auch der (westliche) Brautschleier (nicht nur das Brauchtum der Muslima), welcher sogar textlich erwähnt ist“.<br />
Ich kann nicht erkennen, dass der Brautschleier hier eine Rolle spielt. Und ich kann nicht erkennen, dass der westliche (durchweg weibliche) Brautschleier heute noch eine Funktion hat. </p>
<p>-„Da Schönheit nicht messbar ist, geht es vielleicht gar nicht um äußere Schönheit, also Äußerlichkeiten, sondern im Gegenteil um …?“<br />
Dazu hatte ich in meinem Text etwas gesagt: unser Äußeres ist das Äußere unseres Inneren. Wir sind gewöhnt, das als den andern zu erkennen, was wir sehen, wir wollen an seinem Äußeren, sein Inneres erkennen. An dem Bild, das wir sehen, sein Wesen oder seine Seele oder einfach nur seine Absichten, Wünsche und Sehnsüchte und Ängste. </p>
<p>Ich gehe hier übrigens nicht auf etwas ein, das mir nach wie vor durch den Kopf geht: Ihre Frage nach Aufstieg oder Erlösung. Ich mache das nicht, weil ich dazu in meinem nächsten Beitrag etwas sagen will. Aber vielleicht bekomme ich es nicht hin. Das weiß man ja vorher nicht. </p>
<p>Bitte glauben Sie nicht, dass ich Langeweile habe. Aber glauben Sie ruhig, dass ich beim Schreiben meiner Replik viel Spaß hatte.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: platero y yo</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1267</link>
		<dc:creator>platero y yo</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 22:30:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1267</guid>
		<description>Lieber Herr Jerkoff,
gern geschehen, das war ja eine der leichteren literaturwissenschaftlichen Rechercheübungen, quasi propädeutische Erbsenzählerei, &quot;Denkprophylaxe&quot; verglichen mit den großen Theorien und relevanten Diskursen, die hier sonst so manchmal auf der Tagesordnung stehen und mir den Kopf verdrehen. Beunruhigende Stille hier mittlerweile, liegt wohl hoffentlich am Whataburger Fußballturnier oder was war da heute nochmal los?

Lieber Herr NO,
sind Sie eigentlich der dem US entstiegene leibhaftige Achtziger-Bill? Dann passen Sie bitte beim Wetten auf!
Falls das mit dem Verlag noch klappen sollte, dürfte ich mich für Faktura bewerben, Debitoren- und Kreditorenmanagement, etc. oder soll ich das lieber mit Ihrer GF aushandeln? Bevorzugter Verlagsstandort wäre natürlich Frankfurt am Main, da wird sich doch ab Januar eine größere Lücke in der Verlagslandschaft auftun und ich spar mir die Zügelei. Vielleicht als Kiwiimprint?
Die üblichen Officeprogramme, SAP und so meinerseits sind größtenteils gebongt(der Rest wird in der Pfeife geraucht). Aber ich würde dann noch bitten den Herrn Blumenbach schon mal zu &quot;aquirühren&quot;, dann verlegen wir die preisgekrönte und noch nicht ins deutsche übersetzte Jenny Boully, da warte ich schließlich jetzt auch schon so lange auf die Übersetzung, wie ich auf den US warten musste. Ihr erstes Buch &quot;The body&quot; ein Gedichtband über &quot;Abwesenheit, Liebe, Ontologie und Identität - minus Text&quot; fast nur weiße Seiten, außer den Fußnoten! Für Herrn Blumenbach wäre diese Übersetzungsaufgabe wahrscheinlich fast wie eine Kur. Dann Ihr zweites Buch &quot;(eine liebe affäre)&quot; eine Mischung aus Fiction, Essay, Memoiren in lyrischer Prosa über gescheiterte Beziehungen u.v.m. bis hin zum Crack-Rauchen, kennt er ja auch schon fast alles der geschätzte Ulrich Blumenbach, zumindest vom grobthematischen her.

Lieber Herr Graf,
was passiert hier eigentlich , wenn die 100 Tage vorbei sind? Geht dann das Licht hier aus? In der Politik geht es ja dann auch erst richtig los...
Ich plädiere für Relektüre als Zwangsmaßnahme(für die die ohnehin noch hier sind)!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Jerkoff,<br />
gern geschehen, das war ja eine der leichteren literaturwissenschaftlichen Rechercheübungen, quasi propädeutische Erbsenzählerei, &#8220;Denkprophylaxe&#8221; verglichen mit den großen Theorien und relevanten Diskursen, die hier sonst so manchmal auf der Tagesordnung stehen und mir den Kopf verdrehen. Beunruhigende Stille hier mittlerweile, liegt wohl hoffentlich am Whataburger Fußballturnier oder was war da heute nochmal los?</p>
<p>Lieber Herr NO,<br />
sind Sie eigentlich der dem US entstiegene leibhaftige Achtziger-Bill? Dann passen Sie bitte beim Wetten auf!<br />
Falls das mit dem Verlag noch klappen sollte, dürfte ich mich für Faktura bewerben, Debitoren- und Kreditorenmanagement, etc. oder soll ich das lieber mit Ihrer GF aushandeln? Bevorzugter Verlagsstandort wäre natürlich Frankfurt am Main, da wird sich doch ab Januar eine größere Lücke in der Verlagslandschaft auftun und ich spar mir die Zügelei. Vielleicht als Kiwiimprint?<br />
Die üblichen Officeprogramme, SAP und so meinerseits sind größtenteils gebongt(der Rest wird in der Pfeife geraucht). Aber ich würde dann noch bitten den Herrn Blumenbach schon mal zu &#8220;aquirühren&#8221;, dann verlegen wir die preisgekrönte und noch nicht ins deutsche übersetzte Jenny Boully, da warte ich schließlich jetzt auch schon so lange auf die Übersetzung, wie ich auf den US warten musste. Ihr erstes Buch &#8220;The body&#8221; ein Gedichtband über &#8220;Abwesenheit, Liebe, Ontologie und Identität &#8211; minus Text&#8221; fast nur weiße Seiten, außer den Fußnoten! Für Herrn Blumenbach wäre diese Übersetzungsaufgabe wahrscheinlich fast wie eine Kur. Dann Ihr zweites Buch &#8220;(eine liebe affäre)&#8221; eine Mischung aus Fiction, Essay, Memoiren in lyrischer Prosa über gescheiterte Beziehungen u.v.m. bis hin zum Crack-Rauchen, kennt er ja auch schon fast alles der geschätzte Ulrich Blumenbach, zumindest vom grobthematischen her.</p>
<p>Lieber Herr Graf,<br />
was passiert hier eigentlich , wenn die 100 Tage vorbei sind? Geht dann das Licht hier aus? In der Politik geht es ja dann auch erst richtig los&#8230;<br />
Ich plädiere für Relektüre als Zwangsmaßnahme(für die die ohnehin noch hier sind)!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1265</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 20:18:24 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1265</guid>
		<description>Lieber Herr Schwarzkopf! 

Man muss alles nur im rechten Winkel betrachten, dann sieht man genau das, was man sehen will.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Schwarzkopf! </p>
<p>Man muss alles nur im rechten Winkel betrachten, dann sieht man genau das, was man sehen will.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1264</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 20:17:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1264</guid>
		<description>Lieber Herr Jerkoff! 

Sagen wir statt „mein Spiegelproblem“ lieber „zur Spiegelproblematik“. Und meinen Sie damit meine Äußerung gegenüber Herr Setz oder Herr Schwarzkopf? 

Dieses Spiel, sich selbst zwischen zwei Spiegeln gefangen nehmen, sich unendlich potenzieren und steigern in immer kleineren Ausschnitten und sein Gesicht dabei gar nicht mehr zu fassen zu bekommen, dieses Spiel habe ich als Kind auch gespielt. Aber das ist vorbei. Ich bin jetzt erwachsen. Ich bin jedenfalls dabei, es zu werden. Oder zumindest dabei, zu glauben es zu werden und es eines Tages auch zu sein. Ich habe mit einer Aléa Torik, glauben Sie&#039;s mir bitte, bereits genug zu tun, 24 Stunden am Tag und das jeden Tag. Mehr geht nicht. Weniger auch nicht. An einer potenzierten und gespiegelten Variante habe ich heute keinerlei Interesse mehr. 

Sie haben übrigen vollkommen Recht, mir die flapsige Bemerkung, ich sei Ausländerin, anzukreiden. Die Unzulänglichkeit dieser Formulierung ist mir gar nicht aufgefallen. Aber als Sie mich darauf hingewiesen haben, fiel es umso deutlicher auf.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Jerkoff! </p>
<p>Sagen wir statt „mein Spiegelproblem“ lieber „zur Spiegelproblematik“. Und meinen Sie damit meine Äußerung gegenüber Herr Setz oder Herr Schwarzkopf? </p>
<p>Dieses Spiel, sich selbst zwischen zwei Spiegeln gefangen nehmen, sich unendlich potenzieren und steigern in immer kleineren Ausschnitten und sein Gesicht dabei gar nicht mehr zu fassen zu bekommen, dieses Spiel habe ich als Kind auch gespielt. Aber das ist vorbei. Ich bin jetzt erwachsen. Ich bin jedenfalls dabei, es zu werden. Oder zumindest dabei, zu glauben es zu werden und es eines Tages auch zu sein. Ich habe mit einer Aléa Torik, glauben Sie&#8217;s mir bitte, bereits genug zu tun, 24 Stunden am Tag und das jeden Tag. Mehr geht nicht. Weniger auch nicht. An einer potenzierten und gespiegelten Variante habe ich heute keinerlei Interesse mehr. </p>
<p>Sie haben übrigen vollkommen Recht, mir die flapsige Bemerkung, ich sei Ausländerin, anzukreiden. Die Unzulänglichkeit dieser Formulierung ist mir gar nicht aufgefallen. Aber als Sie mich darauf hingewiesen haben, fiel es umso deutlicher auf.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1263</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 20:16:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1263</guid>
		<description>Lieber Herr Bender! 

Da haben Sie eine bezaubernde Stelle aus der &quot;Recherche&quot; gefunden. Bei diesem Autor ergeht es mir so, dass ich bereits nach weniger Worten erkenne, dass es Marcel Proust ist. 

&quot;durch unsere von unerfüllter Sehnsucht überreizte Phantasie&quot;: das ist so eine Formulierung, von der ich eine Gänsehaut bekommen kann. Ich freue mich, dass Sie das hierher gestellt haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Bender! </p>
<p>Da haben Sie eine bezaubernde Stelle aus der &#8220;Recherche&#8221; gefunden. Bei diesem Autor ergeht es mir so, dass ich bereits nach weniger Worten erkenne, dass es Marcel Proust ist. </p>
<p>&#8220;durch unsere von unerfüllter Sehnsucht überreizte Phantasie&#8221;: das ist so eine Formulierung, von der ich eine Gänsehaut bekommen kann. Ich freue mich, dass Sie das hierher gestellt haben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: JesusJerkoff</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1256</link>
		<dc:creator>JesusJerkoff</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 15:40:24 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1256</guid>
		<description>Sehr geehrter Herr platero y yo (aka Jens)

vielen Dank, daß Sie mir da weitergeholfen haben. Das ist eines der wenigen Gedichte, die ich von Paul Celan kenne (abgesehen von dem Sie wissen schon), allerdings hatte ich es nicht in Schriftform parat, sondern nur als &quot;Zerebraldampf&quot;  (&lt;-- ein Wallace-Bezug). Der Titel des Bandes erinnert irgendwie an Stockholm 2009.

Und das von Ihnen, das muß ich erst mal sacken lassen. Aber schön.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr platero y yo (aka Jens)</p>
<p>vielen Dank, daß Sie mir da weitergeholfen haben. Das ist eines der wenigen Gedichte, die ich von Paul Celan kenne (abgesehen von dem Sie wissen schon), allerdings hatte ich es nicht in Schriftform parat, sondern nur als &#8220;Zerebraldampf&#8221;  (&lt;&#8211; ein Wallace-Bezug). Der Titel des Bandes erinnert irgendwie an Stockholm 2009.</p>
<p>Und das von Ihnen, das muß ich erst mal sacken lassen. Aber schön.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: wolf schwarzkopf</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1254</link>
		<dc:creator>wolf schwarzkopf</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 13:47:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1254</guid>
		<description>@ alea torik
kadrage
sehr geehrte frau torik,
da haben sie mir einen prächtigen ausblick auf erweiterung aufgezeigt.
und um den rahmen zu sprengen, habe ich sofort damit begonnen, einen quadratischen spiegel auf die straße zu stellen, im rechten winkel versteht sich und nun sind mir ganz andere einsichten der rückkoppelung im hereinkommen und herausgehen, bzw. zwischen buch und straße und spiegel möglich, was wiederum auf herrn jerkoffs anregung der spiegeltricks zurückzuführen ist. mal sehen, es ist ja erst mittwoch.

Rotieren
Der Himmel ist ein Auge.
Morgenrot und Abendrot sind das Blut, das das Auge speist.
Die Nacht ist das geschlossene Augenlid.
Jeden Tag öffnet sich das Lid, um Blut zum Vorschein zu bringen und die blaue Iris eines sich neigenden Riesen.

David Foster Wallace/KURZE INTERVIEWS MIT FIESEN MÄNNERN/S. 244</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ alea torik<br />
kadrage<br />
sehr geehrte frau torik,<br />
da haben sie mir einen prächtigen ausblick auf erweiterung aufgezeigt.<br />
und um den rahmen zu sprengen, habe ich sofort damit begonnen, einen quadratischen spiegel auf die straße zu stellen, im rechten winkel versteht sich und nun sind mir ganz andere einsichten der rückkoppelung im hereinkommen und herausgehen, bzw. zwischen buch und straße und spiegel möglich, was wiederum auf herrn jerkoffs anregung der spiegeltricks zurückzuführen ist. mal sehen, es ist ja erst mittwoch.</p>
<p>Rotieren<br />
Der Himmel ist ein Auge.<br />
Morgenrot und Abendrot sind das Blut, das das Auge speist.<br />
Die Nacht ist das geschlossene Augenlid.<br />
Jeden Tag öffnet sich das Lid, um Blut zum Vorschein zu bringen und die blaue Iris eines sich neigenden Riesen.</p>
<p>David Foster Wallace/KURZE INTERVIEWS MIT FIESEN MÄNNERN/S. 244</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: platero y yo</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1251</link>
		<dc:creator>platero y yo</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 01:32:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1251</guid>
		<description>Lieber Herr Jerkoff,

das von Ihnen zitierte Gedicht von Paul Celan heißt &quot;IN DEN FLÜSSEN&quot;, stammt aus dem 1967 erschienenen Band &quot;Atemwende&quot;, dort ist es im ersten Zyklus dieses Bandes zu finden, der 1965 bibliophil unter dem Namen &quot;Atemkristall&quot; ediert wurde; es entstand am 16.10.1963. In Ihrer Version unterschlagen Sie übrigens quasi einen Vers durch einen fehlenden Zeilenumbruch vor dem &quot;emphatisch akzentuierten Schlußwort&quot;(W. Menninghaus, Paul Celan-Magie der Form, Frankfurt 1980)&quot;Schatten&quot;.
&quot;Man muß das Gedicht in seinem Zeilenbruch nicht nur genau lesen, man muß es so auch hören. Celans meist sehr kurzzeilige Gedichte nehmen es damit sehr genau&quot; schreibt Gadamer zu dem Gedicht in seinem &quot;Wer bin Ich und wer bist Du? Kommentar zu Celans &quot;.
Da wir gerade bei Celan sind, da relativiert sich dann, denke ich, auch schnell Alea Toriks Aussage über die Literaturwissenschaft als &quot;friedliebendes Fach&quot;: erinnert sei an die sogenannte &quot;Goll-Affäre&quot;, den &quot;Züricher Literaturstreit&quot;, etc.
Enden möchte ich allerdings einerseits mit einer Entschuldigung an alle, die eher einen Kommentar zu Wallace erwartet haben, und andererseits mit einem meiner Lieblingsgedichte aus der &quot;Atemwende&quot;:

(ICH KENNE DICH, du bist die tief Gebeugte,
ich, der Durchbohrte, bin Dir untertan.
Wo flammt ein Wort, das für uns beide zeugte?
Du - ganz, ganz wirklich. Ich - ganz Wahn.)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Jerkoff,</p>
<p>das von Ihnen zitierte Gedicht von Paul Celan heißt &#8220;IN DEN FLÜSSEN&#8221;, stammt aus dem 1967 erschienenen Band &#8220;Atemwende&#8221;, dort ist es im ersten Zyklus dieses Bandes zu finden, der 1965 bibliophil unter dem Namen &#8220;Atemkristall&#8221; ediert wurde; es entstand am 16.10.1963. In Ihrer Version unterschlagen Sie übrigens quasi einen Vers durch einen fehlenden Zeilenumbruch vor dem &#8220;emphatisch akzentuierten Schlußwort&#8221;(W. Menninghaus, Paul Celan-Magie der Form, Frankfurt 1980)&#8221;Schatten&#8221;.<br />
&#8220;Man muß das Gedicht in seinem Zeilenbruch nicht nur genau lesen, man muß es so auch hören. Celans meist sehr kurzzeilige Gedichte nehmen es damit sehr genau&#8221; schreibt Gadamer zu dem Gedicht in seinem &#8220;Wer bin Ich und wer bist Du? Kommentar zu Celans &#8220;.<br />
Da wir gerade bei Celan sind, da relativiert sich dann, denke ich, auch schnell Alea Toriks Aussage über die Literaturwissenschaft als &#8220;friedliebendes Fach&#8221;: erinnert sei an die sogenannte &#8220;Goll-Affäre&#8221;, den &#8220;Züricher Literaturstreit&#8221;, etc.<br />
Enden möchte ich allerdings einerseits mit einer Entschuldigung an alle, die eher einen Kommentar zu Wallace erwartet haben, und andererseits mit einem meiner Lieblingsgedichte aus der &#8220;Atemwende&#8221;:</p>
<p>(ICH KENNE DICH, du bist die tief Gebeugte,<br />
ich, der Durchbohrte, bin Dir untertan.<br />
Wo flammt ein Wort, das für uns beide zeugte?<br />
Du &#8211; ganz, ganz wirklich. Ich &#8211; ganz Wahn.)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Stephan Bender</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1250</link>
		<dc:creator>Stephan Bender</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 22:53:08 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1250</guid>
		<description>@ Alea Torik: Reprise...

Manchmal, wenn der Wagen eine ansteigende Straße zwischen bestellten Feldern erklomm, sah man am Wege hier und da ein paar zögernde Kornblumen auftauchen, die ganz denen in Combray glichen und die den Äckern eine Art erhöhter Wirklichkeit gaben, gleichsam eine Echtheitsgarantie wie jene kleinen Blüten, mit denen gewisse alte Meister ihre Bilder signierten. Bald trugen uns unsere Pferde von ihnen fort, aber ein paar Schritte weiter trafen wir andere an, die in Erwartung unseres Kommens ihren blauen Stern in das Gras gestickt hatten; manche stellten sich keck an den Straßenrand, und ein Sternennebel bildete sich in mir aus fernen Erinnerungen und diesen so zutraulich nahen Blumen.  Wir fuhren wieder den Hügel hinab; da trafen wir dann - zu Fuß, auf dem Fahrrad, auf einem Karren, im Wagen - immer wieder eines jener Geschöpfe an, die wie natürliche Blüten eines so schönen Tags und doch nicht wie Blumen der Felder sind, denn jede birgt in sich etwas, was in der anderen nicht ist und uns daran hindert, mit nur ihresgleichen jenes Verlangen zu stillen, das sie selbst in uns erstehen lässt: irgendein Landmädchen, das seine Kuh vor sich hertreibt oder auf einem Bauernwagen halbsitzend gelagert ist, die Tochter eines Ladenbesitzers, die einen Spaziergang macht, die elegante junge Dame im Landauer auf dem Rücksitz den Eltern gegenüber. [...]
   
Der Wagen der Marquise fuhr schnell. Ich hatte kaum Zeit, das Mädchen zu sehen, das uns entgegenkam; und doch - denn die Schönheit der menschlichen Wesen ist    nicht wie die der Dinge, wir spüren vielmehr genau, dass sie der Zauber einzigartiger, bewusster und eigenwilliger Geschöpfe ist - sobald ihr individuelles Sein, eine nur geahnte Seele, ein mir unbekannter Wille, in einem auf wunderbare Weise verkleinerten und doch vollständigen Abbild auf dem Grunde ihres zerstreuten Blicks erschien, fühlte ich in mir - eine geheimnisvolle Entsprechung des für den Blütenstempel bereits vorgerichteten Pollens - in embryohafter, ebenso winziger Form den Wunsch entstehen, dies Mädchen nicht vorübergehen zu lassen, ohne dass ihr Bewusstsein meine Person in sich aufnähme, ohne dass ich ihre Wünsche hinderte, einem andern zuzustreben, oder mich in ihren Träumen ein genistet und an ihr Herz gerührt hätte. Unser Wagen entfernte sich inzwischen wieder, das schöne Mädchen blieb hinter uns zurück, und da sie von mir keine der Vorstellungen besaß, aus denen eine Person sich zusammensetzt, hatten ihre Augen, die mich noch kaum erblickt, mich auch schon wieder vergessen.  Lag es an dieser nur so flüchtigen Vision, dass sie mir so schön erschienen war? Vielleicht.  Schon die Unmöglichkeit, bei einer Frau zu verweilen, die drohende Gefahr, ihr nie wieder zu begegnen, verleihen ihr plötzlich den Reiz, den ein Land in unseren Augen durch Krankheit oder Armut bekommt, die uns unmöglich machen, es aufzusuchen, oder die letzten überschatteten Tage, die uns zu leben bleiben, durch den Kampf, in dem wir zweifellos unterliegen werden.  So müsste, wäre nicht die Gewohnheit dafür ein Hindernis, das Leben denen köstlich erscheinen, die täglich vom Tode bedroht sind - allen Menschen demnach. Auch ist der Schwung der Phantasie, vom Verlangen nach dem beflügelt, was wir nicht haben können, noch nicht durch ein vollkommenes Erfassen der Wirklichkeit eingeengt, wenn es sich um solche Begegnungen handelt, bei denen denn auch die Reize  der Vorübergehenden im allgemeinen im direkten Verhältnis zu der Schnelligkeit ihres Entschwindens stehen. Wenn es dunkelt und der Wagen fährt rasch, gibt es in Land und Stadt keinen weiblichen Torso, verstümmelt wie ein antikes Marmorbild durch unser rasches Vor überfahren und die ihn im Nu verschlingende Dämmerung, der nicht an jedem Kreuzweg im Feld oder aus der Tiefe eines kleinen Ladens Pfeile der Schönheit in unser Herz entsendet, jener Schönheit, um derentwillen man manchmal versucht ist, sich zu fragen, ob sie in dieser Welt überhaupt etwas anderes ist als das Komplement, das einer fragmentarisch geschauten flüchtig Vorübereilenden durch unsere von unerfüllter Sehnsucht überreizte Phantasie jeweils hinzugesetzt wird.  

(Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit II, Im Schatten junger Mädchenblüte, Suhrkamp 1960)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Alea Torik: Reprise&#8230;</p>
<p>Manchmal, wenn der Wagen eine ansteigende Straße zwischen bestellten Feldern erklomm, sah man am Wege hier und da ein paar zögernde Kornblumen auftauchen, die ganz denen in Combray glichen und die den Äckern eine Art erhöhter Wirklichkeit gaben, gleichsam eine Echtheitsgarantie wie jene kleinen Blüten, mit denen gewisse alte Meister ihre Bilder signierten. Bald trugen uns unsere Pferde von ihnen fort, aber ein paar Schritte weiter trafen wir andere an, die in Erwartung unseres Kommens ihren blauen Stern in das Gras gestickt hatten; manche stellten sich keck an den Straßenrand, und ein Sternennebel bildete sich in mir aus fernen Erinnerungen und diesen so zutraulich nahen Blumen.  Wir fuhren wieder den Hügel hinab; da trafen wir dann &#8211; zu Fuß, auf dem Fahrrad, auf einem Karren, im Wagen &#8211; immer wieder eines jener Geschöpfe an, die wie natürliche Blüten eines so schönen Tags und doch nicht wie Blumen der Felder sind, denn jede birgt in sich etwas, was in der anderen nicht ist und uns daran hindert, mit nur ihresgleichen jenes Verlangen zu stillen, das sie selbst in uns erstehen lässt: irgendein Landmädchen, das seine Kuh vor sich hertreibt oder auf einem Bauernwagen halbsitzend gelagert ist, die Tochter eines Ladenbesitzers, die einen Spaziergang macht, die elegante junge Dame im Landauer auf dem Rücksitz den Eltern gegenüber. [...]</p>
<p>Der Wagen der Marquise fuhr schnell. Ich hatte kaum Zeit, das Mädchen zu sehen, das uns entgegenkam; und doch &#8211; denn die Schönheit der menschlichen Wesen ist    nicht wie die der Dinge, wir spüren vielmehr genau, dass sie der Zauber einzigartiger, bewusster und eigenwilliger Geschöpfe ist &#8211; sobald ihr individuelles Sein, eine nur geahnte Seele, ein mir unbekannter Wille, in einem auf wunderbare Weise verkleinerten und doch vollständigen Abbild auf dem Grunde ihres zerstreuten Blicks erschien, fühlte ich in mir &#8211; eine geheimnisvolle Entsprechung des für den Blütenstempel bereits vorgerichteten Pollens &#8211; in embryohafter, ebenso winziger Form den Wunsch entstehen, dies Mädchen nicht vorübergehen zu lassen, ohne dass ihr Bewusstsein meine Person in sich aufnähme, ohne dass ich ihre Wünsche hinderte, einem andern zuzustreben, oder mich in ihren Träumen ein genistet und an ihr Herz gerührt hätte. Unser Wagen entfernte sich inzwischen wieder, das schöne Mädchen blieb hinter uns zurück, und da sie von mir keine der Vorstellungen besaß, aus denen eine Person sich zusammensetzt, hatten ihre Augen, die mich noch kaum erblickt, mich auch schon wieder vergessen.  Lag es an dieser nur so flüchtigen Vision, dass sie mir so schön erschienen war? Vielleicht.  Schon die Unmöglichkeit, bei einer Frau zu verweilen, die drohende Gefahr, ihr nie wieder zu begegnen, verleihen ihr plötzlich den Reiz, den ein Land in unseren Augen durch Krankheit oder Armut bekommt, die uns unmöglich machen, es aufzusuchen, oder die letzten überschatteten Tage, die uns zu leben bleiben, durch den Kampf, in dem wir zweifellos unterliegen werden.  So müsste, wäre nicht die Gewohnheit dafür ein Hindernis, das Leben denen köstlich erscheinen, die täglich vom Tode bedroht sind &#8211; allen Menschen demnach. Auch ist der Schwung der Phantasie, vom Verlangen nach dem beflügelt, was wir nicht haben können, noch nicht durch ein vollkommenes Erfassen der Wirklichkeit eingeengt, wenn es sich um solche Begegnungen handelt, bei denen denn auch die Reize  der Vorübergehenden im allgemeinen im direkten Verhältnis zu der Schnelligkeit ihres Entschwindens stehen. Wenn es dunkelt und der Wagen fährt rasch, gibt es in Land und Stadt keinen weiblichen Torso, verstümmelt wie ein antikes Marmorbild durch unser rasches Vor überfahren und die ihn im Nu verschlingende Dämmerung, der nicht an jedem Kreuzweg im Feld oder aus der Tiefe eines kleinen Ladens Pfeile der Schönheit in unser Herz entsendet, jener Schönheit, um derentwillen man manchmal versucht ist, sich zu fragen, ob sie in dieser Welt überhaupt etwas anderes ist als das Komplement, das einer fragmentarisch geschauten flüchtig Vorübereilenden durch unsere von unerfüllter Sehnsucht überreizte Phantasie jeweils hinzugesetzt wird.  </p>
<p>(Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit II, Im Schatten junger Mädchenblüte, Suhrkamp 1960)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: JesusJerkoff</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1248</link>
		<dc:creator>JesusJerkoff</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 19:45:57 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1248</guid>
		<description>Liebe Frau Torik, 

woher wollen Sie wissen, daß Sie für mich eine Ausländerin sind, wenn Sie noch nicht einmal wissen, woher ich komme? Vielleicht bin ich ja auch von dieser Erde ;-)


Und danke, für das Lächeln, also jenes, welches Sie mir machen, jetzt grammatisch so.

Was mir noch nicht ganz klar ist, ist Ihr Spiegelproblem. Wenn es denn Eines ist. Das ist aber viel einfacher, als mit den Hausarbeiten. Stellen Sie zwei Spiegel parallel zueinander vor, die spiegelnde Fläche einander zugewand. Wenn sie sich zwischen diesen Spiegeln bewegen, sehen sie je nach Standpunkt sehr viele Frau Toriks und wenn sie genau die Mitte betrachten, werden Sie unendlich. Dummerweise ist da immer Ihr Kopf dazwischen, also müssen Sie sich vorstellen, sie hätten einen Kopf aus Glas. Immer schön transzendieren. Aber dann geht es.

Dann hauen Sie mal weiter Ihre Bälle, wenn es Ihnen hilft, Herr Wiegold hat meinen Celan auch nicht erkannt. (sh. K &amp; Z von Aléa T., Komm. 36, 37, 40, Oktober 2009, KiWi-Verlag)

Paul Celan, Titel/Datum unbekannt:

    „In den Flüssen nördlich der Zukunft
    werf ich das Netz aus, das du
    zögernd beschwerst
    mit von Steinen geschriebenen Schatten.“

Mein Dartpartner ist da und zerrt an mir</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Frau Torik, </p>
<p>woher wollen Sie wissen, daß Sie für mich eine Ausländerin sind, wenn Sie noch nicht einmal wissen, woher ich komme? Vielleicht bin ich ja auch von dieser Erde <img src='http://www.unendlicherspass.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Und danke, für das Lächeln, also jenes, welches Sie mir machen, jetzt grammatisch so.</p>
<p>Was mir noch nicht ganz klar ist, ist Ihr Spiegelproblem. Wenn es denn Eines ist. Das ist aber viel einfacher, als mit den Hausarbeiten. Stellen Sie zwei Spiegel parallel zueinander vor, die spiegelnde Fläche einander zugewand. Wenn sie sich zwischen diesen Spiegeln bewegen, sehen sie je nach Standpunkt sehr viele Frau Toriks und wenn sie genau die Mitte betrachten, werden Sie unendlich. Dummerweise ist da immer Ihr Kopf dazwischen, also müssen Sie sich vorstellen, sie hätten einen Kopf aus Glas. Immer schön transzendieren. Aber dann geht es.</p>
<p>Dann hauen Sie mal weiter Ihre Bälle, wenn es Ihnen hilft, Herr Wiegold hat meinen Celan auch nicht erkannt. (sh. K &amp; Z von Aléa T., Komm. 36, 37, 40, Oktober 2009, KiWi-Verlag)</p>
<p>Paul Celan, Titel/Datum unbekannt:</p>
<p>    „In den Flüssen nördlich der Zukunft<br />
    werf ich das Netz aus, das du<br />
    zögernd beschwerst<br />
    mit von Steinen geschriebenen Schatten.“</p>
<p>Mein Dartpartner ist da und zerrt an mir</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Stephan Bender</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1247</link>
		<dc:creator>Stephan Bender</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 17:52:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1247</guid>
		<description>@ NO:

Danke. Was die die Lüftung des Schleiers angeht...

&quot;Wenn Sie äußerlich attraktiv genug sind, werden die Leute Ihnen dafür den irritierenden Kern ihrer Persönlichkeit vergeben.&quot;

(Amerikanisches Sprichtwort)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ NO:</p>
<p>Danke. Was die die Lüftung des Schleiers angeht&#8230;</p>
<p>&#8220;Wenn Sie äußerlich attraktiv genug sind, werden die Leute Ihnen dafür den irritierenden Kern ihrer Persönlichkeit vergeben.&#8221;</p>
<p>(Amerikanisches Sprichtwort)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1246</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 14:25:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1246</guid>
		<description>Lieber Stephan Bender,

I misspelled your name. Sorry!

Danke für die Info, das wusste ich natürlich nicht, und in der Tat, d i e Einzelheiten ersparen wir uns lieber. 

Zeitgleich mit den Nachrichten über Enkes „Depressionen“  las ich zufällig gerade die entsprechenden Seiten bei Wallace über Leere in der Seele und über den „weißen Hai“, die „Fäulnis der Seele“ (was für eine grandiose Formulierung!). Das war „die Wirklichkeit schlägt zurück II“. Und zeigt nebenbei (für mich) die Aktualität dieses Buches - und insofern bin ich nicht ganz so bei Hans Wedler und seinem großartigen Kommentar „Rückspiegel“.

Robert Enke und der Verlauf seiner „Depressionen“ hätten hier (bei Penthesialea) für mich gepasst. Er hat nichts gesagt, er hat es verschleiert. Er hat sich nicht in die Seele blicken lassen. Er hat sich nicht geöffnet. Das sind wir alle. Denn zum lebenden Öffnen gehört wohl, den Schleier abzulegen. Aber sich öffnen und Blicke auf die eigenen Entstellungen und Unschönheiten zuzulassen („zeig‘ mir Deine Wunde“) ist ohnehin schon schwer, erst recht, wenn dies nicht aus einer Position der Stärke heraus geschieht.

Beste Grüße

NO</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Stephan Bender,</p>
<p>I misspelled your name. Sorry!</p>
<p>Danke für die Info, das wusste ich natürlich nicht, und in der Tat, d i e Einzelheiten ersparen wir uns lieber. </p>
<p>Zeitgleich mit den Nachrichten über Enkes „Depressionen“  las ich zufällig gerade die entsprechenden Seiten bei Wallace über Leere in der Seele und über den „weißen Hai“, die „Fäulnis der Seele“ (was für eine grandiose Formulierung!). Das war „die Wirklichkeit schlägt zurück II“. Und zeigt nebenbei (für mich) die Aktualität dieses Buches &#8211; und insofern bin ich nicht ganz so bei Hans Wedler und seinem großartigen Kommentar „Rückspiegel“.</p>
<p>Robert Enke und der Verlauf seiner „Depressionen“ hätten hier (bei Penthesialea) für mich gepasst. Er hat nichts gesagt, er hat es verschleiert. Er hat sich nicht in die Seele blicken lassen. Er hat sich nicht geöffnet. Das sind wir alle. Denn zum lebenden Öffnen gehört wohl, den Schleier abzulegen. Aber sich öffnen und Blicke auf die eigenen Entstellungen und Unschönheiten zuzulassen („zeig‘ mir Deine Wunde“) ist ohnehin schon schwer, erst recht, wenn dies nicht aus einer Position der Stärke heraus geschieht.</p>
<p>Beste Grüße</p>
<p>NO</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: NO</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1245</link>
		<dc:creator>NO</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 13:53:52 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1245</guid>
		<description>Liebe Alea T.!

wenn ich denn wählen dürfte, wollte ich bitte die Blumen; immer die Blumen! Und nun warte ich auf sie. Ein Vergnügen zu erwarten ist auch ein Vergnügen.

Liebe Grüße

Ihr

NO</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Alea T.!</p>
<p>wenn ich denn wählen dürfte, wollte ich bitte die Blumen; immer die Blumen! Und nun warte ich auf sie. Ein Vergnügen zu erwarten ist auch ein Vergnügen.</p>
<p>Liebe Grüße</p>
<p>Ihr</p>
<p>NO</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1243</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 22:19:54 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1243</guid>
		<description>Lieber Herr NO! 

Eine ausführliche Antwort bekomme ich heute Abend nicht mehr hin. Aber wenn Sie morgen in der Mittagspause mal einen kleinen Blick werfen, dann finden Sie wenigstens ein paar Worte von mir. Jetzt hätte ich irrtümlicherweise beinahe das Adjektiv freundlich benutzt. Aber das müssen Sie vergessen. 

Sie bringen Argumente. Argumente gegen meine und für Ihre eigene These. Kennen Sie diese Formulierung „Argumente überzeugen niemanden“? Ich weiß nicht mehr wer das gesagt hat. Aber er hatte recht. Argumente sind gewalttätig. Sie zwingen dem Gegenüber den eigenen Willen und die eigene Meinung auf. Sie zwingen ihn dazu mit ebensolchen gewalttätigen Gegenreaktionen aufzuwarten. Aus dem einfachen Gegenüber wird ein Gegner. Aus Frieden wird Krieg. 

Die Literaturwissenschaft ist ein ganz friedliebendes Fach. Sie müssen jetzt mal kurz vergessen, was ich über das Lacan-Seminar in Bukarest gesagt habe: dass da keiner der damaligen Teilnehmer heute noch mit irgendeinem anderen redet. Manchmal, wenn ich abends im Bett liege und an die Decke schaue und mich frage wie ich eigentlich hierhergekommen bin, dann denke ich vielleicht war das ausschlaggebende dieses Seminar. Ich weiß es noch nicht wie ich auf ich Ihren Kommentar reagiere. Entweder auf die allerfriedlichste Weise, indem ich Ihnen Blumen entgegen streue und Sie ij meine Gebete einschließe. Oder ich werde richtig schweres Geschütz auffahren und die aggressiv überzeugende, rechthaberische Kanzleien und Anwaltstrategie, .. jetzt weiß ich gerade nicht wie ich den Satz beenden soll. 

Was sind das für Unternehmen die sie da verhökern. Sind das vielleicht große Publikumsverlage? Ich könnte mich da sehr gut als Geschäftsführerin erkennen, mit einer recht genauen Vorstellung von meinem Büro und einer noch genaueren von der Literatur ich die machen würde. Gnade Gott den anderen Verlagen wenn ich mal einen in die Hand bekomme. Dann wird in diesem Land gute Literatur gemacht. Und wenn ich die alle selber schreiben muss! 

Das sind nur so kleine Fingerübungen die ich mache. Für meine morgige Antwort auf ihren Kommentar. Nein, nicht Morgen, da bin ich verabredet. Übermorgen. Bis dahin werden sie sich ja wohl einen Verlag unter den Nagel gerissen haben den Sie mich dann leiten lassen können (ich kann nur leider eben nicht rechnen. Also so gar nicht, meine ich. Ich kann nicht einmal richtig bis drei zählen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr NO! </p>
<p>Eine ausführliche Antwort bekomme ich heute Abend nicht mehr hin. Aber wenn Sie morgen in der Mittagspause mal einen kleinen Blick werfen, dann finden Sie wenigstens ein paar Worte von mir. Jetzt hätte ich irrtümlicherweise beinahe das Adjektiv freundlich benutzt. Aber das müssen Sie vergessen. </p>
<p>Sie bringen Argumente. Argumente gegen meine und für Ihre eigene These. Kennen Sie diese Formulierung „Argumente überzeugen niemanden“? Ich weiß nicht mehr wer das gesagt hat. Aber er hatte recht. Argumente sind gewalttätig. Sie zwingen dem Gegenüber den eigenen Willen und die eigene Meinung auf. Sie zwingen ihn dazu mit ebensolchen gewalttätigen Gegenreaktionen aufzuwarten. Aus dem einfachen Gegenüber wird ein Gegner. Aus Frieden wird Krieg. </p>
<p>Die Literaturwissenschaft ist ein ganz friedliebendes Fach. Sie müssen jetzt mal kurz vergessen, was ich über das Lacan-Seminar in Bukarest gesagt habe: dass da keiner der damaligen Teilnehmer heute noch mit irgendeinem anderen redet. Manchmal, wenn ich abends im Bett liege und an die Decke schaue und mich frage wie ich eigentlich hierhergekommen bin, dann denke ich vielleicht war das ausschlaggebende dieses Seminar. Ich weiß es noch nicht wie ich auf ich Ihren Kommentar reagiere. Entweder auf die allerfriedlichste Weise, indem ich Ihnen Blumen entgegen streue und Sie ij meine Gebete einschließe. Oder ich werde richtig schweres Geschütz auffahren und die aggressiv überzeugende, rechthaberische Kanzleien und Anwaltstrategie, .. jetzt weiß ich gerade nicht wie ich den Satz beenden soll. </p>
<p>Was sind das für Unternehmen die sie da verhökern. Sind das vielleicht große Publikumsverlage? Ich könnte mich da sehr gut als Geschäftsführerin erkennen, mit einer recht genauen Vorstellung von meinem Büro und einer noch genaueren von der Literatur ich die machen würde. Gnade Gott den anderen Verlagen wenn ich mal einen in die Hand bekomme. Dann wird in diesem Land gute Literatur gemacht. Und wenn ich die alle selber schreiben muss! </p>
<p>Das sind nur so kleine Fingerübungen die ich mache. Für meine morgige Antwort auf ihren Kommentar. Nein, nicht Morgen, da bin ich verabredet. Übermorgen. Bis dahin werden sie sich ja wohl einen Verlag unter den Nagel gerissen haben den Sie mich dann leiten lassen können (ich kann nur leider eben nicht rechnen. Also so gar nicht, meine ich. Ich kann nicht einmal richtig bis drei zählen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Aléa Torik</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/07/verschleierung-und-enthullung/comment-page-2/#comment-1242</link>
		<dc:creator>Aléa Torik</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 21:16:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=979#comment-1242</guid>
		<description>Lieber Herr Jerkoff! 

Vielen Dank für das schöne Gedicht! 

„und wer von Morgenstern geklaut / der wird verhaut!“ Hätte es grammatisch korrekt nicht heißen müssen: wer vom Morgenstern geklauen / der wird verhauen? 

Aber das müssen Sie sich jetzt wirklich nicht von einer Ausländerin bieten lassen. Bei den Gedichten hat‘s letztens schon schwere Missverständnisse gegeben, als ich mit Celan geprahlt und dann eine Zeile von Herrn Wiegold, der mir eben diesen Celan unter die Nase gerieben hat, falsch interpretiert habe.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Jerkoff! </p>
<p>Vielen Dank für das schöne Gedicht! </p>
<p>„und wer von Morgenstern geklaut / der wird verhaut!“ Hätte es grammatisch korrekt nicht heißen müssen: wer vom Morgenstern geklauen / der wird verhauen? </p>
<p>Aber das müssen Sie sich jetzt wirklich nicht von einer Ausländerin bieten lassen. Bei den Gedichten hat‘s letztens schon schwere Missverständnisse gegeben, als ich mit Celan geprahlt und dann eine Zeile von Herrn Wiegold, der mir eben diesen Celan unter die Nase gerieben hat, falsch interpretiert habe.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

