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	<title>Unendlicher Spass &#187; Alban Nikolai Herbst</title>
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		<title>Tiefpunkt.</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 04:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alban Nikolai Herbst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Bin derzeit v ö l l i g rausgefallen aus dem Buch. Es ist eine derjenigen Situationen, in denen ich normalerweise ein Buch weglege und mich einem anderen zuwende. Kann allein mit meiner Situation zusammenhängen, aber ich frage mich, je länger ich nicht mehr drin gelesen habe: weshalb s o l l ich lesen? Was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bin derzeit v ö l l i g rausgefallen aus dem Buch. Es ist eine derjenigen Situationen, in denen ich normalerweise ein Buch weglege und mich einem anderen zuwende. Kann allein mit meiner Situation zusammenhängen, aber ich frage mich, je länger ich nicht mehr drin gelesen habe: weshalb s o l l ich lesen? Was gab mir das Buch bisher? Was könnte mich weiterlocken?<br />
Es hat solche Bücher immer wieder gegeben in meinem Lektüreleben, und es heißt nicht, daß nicht der Zeitpunkt noch käme, an dem das Buch &#8220;richtig&#8221; wäre; auch das hat es öfter gegeben. Knifflig daran j e t z t ist, daß mich das nicht-weitergelesene Buch davon abhält, ein anderes zu lesen. Die <i>Verpflichtung</i> macht mir ein schlechtes Gewissen; nehme ich ein anderes Buch vor, wird das schlechte Gewissen aktiviert, und ich lege das andere Buch beiseite, als &#8220;dürfte&#8221; ich das nicht lesen, bevor nicht UF &#8220;erfüllt&#8221; ist. &#8211; Blöde protestantische Arbeitshaltung, völlig lustfremd. Ausnahme: eigene Texte. Da &#8220;darf&#8221; ich, sagt mein Überich. Und na ja, derzeit läuft das <a href="http://www.literaturfestival.com/">&gt;&gt;&gt;&gt; ilb</a>, bei dem ich ein bißchen mit eingespannt bin. Zumal mich die arabische Welt so viel mehr interessiert als die US-amerikanische, die mich g a r nicht interessiert. (Stimmt nicht, aber stimmt in der Tendenz der Abwehr, die mein emotionales &#8220;gar&#8221; so überdeutlich illustriert; sie tut so, als gäbe es Faulkner nicht, Pynchon, Gaddis, Poe undundund: seltsamerweise habe ich die aber immer als &#8220;eigentlich&#8221; europäische Autoren wahrgenommen, was bei Wallace definitiv nicht der Fall ist). </p>
<p><sub>(Die Platte &#8220;hängt&#8221; bei 188.)</sub></p>
<p>P.S.: Ich frag mich gerade, ob mein Widerwille, der ja eine Art inneren Widerstandes ist, darin begründet ist, daß das Buch überhaupt keinen Eros hat; es ist geradezu ohne Körper. Es gibt keine Sekrete, es gibt keine Obsession, jedenfalls bisher. Es gibt nicht eine einzige Frau darin, die F r a u wäre; nix, wo ich die Luft durch die Zähne ziehe; meine Fantasie wird nicht angeregt, es ist, als wäre der Text permanent mit Kopfstimme geschrieben; mir fehlt E r d u n g, Erde, Dung. Ich habe mit dem, was das Buch erzählt, nichts zu tun. Vielleicht ist es auch einfach das. Ach, ich weiß doch auch nicht!</p>
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		<title>Und d o c h&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 07:22:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alban Nikolai Herbst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;.es bleibt ein ständiges Gefühl des Ungenügens, trotz &#62;&#62;&#62;&#62; solcher plötzlichen (&#8221;unmittelbaren&#8221;) Berührungen. Ich frage mich ständig bei diesem Buch: Läse ich&#8217;s weiter, wenn ich nicht „versprochen“ hätte, hier mitzutun? Dann liegt der Schinken da, mehr Aufgabe als Lockung, ein Pensum, das zu bewältigen ist, und man weiß als Lustmensch nicht recht, warum. Man liest&#8217;s, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;.es bleibt ein ständiges Gefühl des Ungenügens, trotz <a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/09/07/alles-was-er-sieht-wird-aufgenommen-und-versinkt-ohne-blasen/">&gt;&gt;&gt;&gt; solcher plötzlichen (&#8221;unmittelbaren&#8221;) Berührungen</a>. Ich frage mich ständig bei diesem Buch: Läse ich&#8217;s weiter, wenn ich nicht „versprochen“ hätte, hier mitzutun? Dann liegt der Schinken da, mehr <i>Aufgabe</i> als Lockung, ein <i>Pensum</i>, das zu bewältigen ist, und man weiß als Lustmensch nicht recht, warum. Man liest&#8217;s, weil man&#8217;s versprochen hat und zuverlässig ist.<br />
Ganz anders ging es mir mit jedem Pynchon (ausgenommen Mason &amp; Dickson, auch da kam ich nie richtig rein); von „V.“ an &#8211; ich las Pynchon, mit Ausnahme der Erzählungen, chronologisch – war ich immer aber auch sofort im Sog, nie gab es da einen Moment des Retardierens, nie eine Redundanz wie hier, nie solch eine Gesurfe über konversierende Oberflächen&#8230; es mag sein, daß ich das völlig falsch sehe, selbstverständlich, mir mag schlicht die kulturelle Codierung fehlen, die solch ein Buch braucht (mir geht es völlig anders als etwa <a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/09/08/this-skull-that-skull/">&gt;&gt;&gt;&gt; René Hamann</a>), aber etwa bei Wallaces Tennisszenen (mich hat Sport als Kulturwissen nie interessiert, ich kann Fußball nicht leiden, ich guck mir keine Olympia-Übertragungen an und geh schon gar nicht zu öffentlichen Spielen) geht es mir anders, völlig anders, als bei DeLillos Baseball-Match in Underworld; dabei ist mir Baseball n o c h fremder als Tennis&#8230; aber die Szene, die der Dichter beschreibt, kam mir ausgesprochen <i>nahe</i>, vielleicht weil er sie unironisch erzählt: hier ist Liebe. Während ich bei Wallace den Eindruck habe, das Spiel selber interessiert ihn gar nicht, es ist nur ein Modell, ja selbst die Spieler sind dem Spiel entfremdet, während bei DeLillo Spieler und Zuschauer das Spiel s i n d: „Herz, mein Herz“ liest man da plötzlich (S.57) – und wenig später: „Der Augenblick hat etwas Übernatürliches, das läßt ihn erschauern und erregt ihn und“ j e t z t kommt die Kraft: „treibt seine Hand in die Tasche, um die dort versteckten, düsteren Seiten zu berühren.“<br />
Von all solchem nichts bei Wallace, jedenfalls bisher. Der Sport ist eine Abrichtungsmechanerie, in der Seele nicht vorkommt; deshalb gibt es auch keine „düsteren Seiten“ und deshalb keine hellen; alles ist, letztlich, ernüchterte Funktionalität; das erzeugt einer bei allen „Ausschweifungen“ vorherrschende Glätte eines AllesIstSchlimm. Halte ich William Faulkner dagegen, meine Droge dieses Julis und Augusts, wird das besonders klar: da gibt es Menschenliebe, ständig, gegenüber nahezu jeder Person, von der erzählt wird, <i>die</i> erzählt wird, Menschenliebe ist geradezu der Motor faulknerscher Erzählbewegungen; auch Faulkner war „depressiv“, dennoch ist die poetische Haltung anders. Nun läßt sich Wallaces Ansatz sicherlich mit „postmoderner Disposition“ erklären, aber so what? Man kann das bei Pynchon und für Ishiguros mir bis heute in seiner Leuchtkraft unfaßbarem „The Unconsoled“ genauso&#8230; ; wenn aber bei Pynchon in den Tankstutzen  eines Autos gepißt und dabei Mahlers Lieder eines Fahrenden Gesellen gesummt wird, hat das zwar einen kalauernden Witz, kennt man aber die Lieder, dann  sind eben diese Lieder gleichzeitig d a – und das ganze Ausmaß der Ambivalenzen wird klar: Tiefe. Ich erwarte so etwas von einem Buch. Vielleicht ist das falsch, vielleicht trübt es  meine Aufmerksamkeit, vielleicht lege ich unangemessene Maßstäbe an. Kann sein. Aber ich lese nicht, um mich zu geißeln. Ich will auch nicht büßen. 1500 Seiten brauchen viel Zeit, Lebenszeit; und Zeit ist das wichtigste, was wir haben. Ich könnte in der Zeit Cello üben, ich könnte Faulkner weiterlesen, ich könnte mit einer Frau schlafen. All das entgeht mir, wenn ich dieses Buch lese, und ich bekomme nur sehr selten etwas dafür zurück, das dem, was ich in der Lesezeit eben nicht tun kann, gleichwertig wäre. Ich muß nicht über die mir bekannte „schlechte Befindlichkeit von Welt“ eigens noch aufgeklärt werden; wenn sie Gegenstand von Kunst ist – das ist sie nahezu immer -, dann erwarte ich, daß mir das <a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/09/07/das-spiel-des-nachsten-zuges/comment-page-1/#comment-296">&gt;&gt;&gt;&gt; in einer perversen Bewegung</a> herum- und zu Lusterlebnissen aufgedreht wird; genau das kann ja Kunst und fast n u r sie.<br />
Noch ein Zeichen: Während ich bei anderen Autoren, den schon Genannten und weiteren, Szenen in die Erinnerung geradezu gebrannt bekomme, zerfallen sie mir bei Wallace fast schon tagsdrauf. Ich vergesse hier so schnell, was ich gelesen habe. Dabei g i b t es bleibende Szenen, aber sie scheinen von <a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/09/07/alles-was-er-sieht-wird-aufgenommen-und-versinkt-ohne-blasen/comment-page-1/#comment-313">&gt;&gt;&gt;&gt; (Müll)Bergen aus Informationen</a> verschüttet zu werden. Man kann das ganz sicher als Qualität einschätzen, weil es Realität widerspiegelt, man  kann sagen: das ist angemessene Gesellschaftskritik. „Ja“, sag ich dann, „aber wozu?“ frag ich dann, wenn ich das a) sowieso schon weiß, es aber b) für mich selbst gar nicht stimmt? Vielleicht nehme ich „Welt“ aber auch nicht so wahr wie andere Leute, vielleicht fehlen mir einfach sagen wir „soziale Verfaßtheiten“, vielleicht bin ich nicht so geprägt worden wie diejenigen Leser (<a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/09/06/5-september/">&gt;&gt;&gt;&gt; es sind doch offenbar viele</a>, signifikant viele), die jetzt mit solcher Begeisterung lesen, wenigstens kaufen. D a s ist eigentlich mein Stichwort: das Buch begeistert mich nicht, einzelne Sätze darin begeistern mich, einzelne Passagen, aber das Buch insgesamt prokelt in meinen Begeisterungen herum wie ein mäkelndes Kind auf dem Teller. Es <i>ergreift</i> mich nicht, ich w i l l aber ergriffen werden von Büchern. Man kann mit Recht dagegen einwenden, es sei eben eine Stärke Wallaces, daß er einem <a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/09/02/poor-yorick-alas-nun-h-a-t-mich-das-buch/">&gt;&gt;&gt;&gt; die Phasen des Ergriffenseins</a> immer wieder wegzieht, daß das ja genau die kritische anti-Verführung sei und was dergleichen an poetologischen Überlegungen da immer mit durchschlägt, &#8211; aber ich bin kein Masochist und ziehe aus poetischen double binds nicht etwa Genuß, sondern reagiere aggressiv auf sie.  Oder mit Ermüdung.<br />
Aber dann wieder kommt sowas wie die Joyce „hommierende“ C- und Poor-Tony-Erzählung&#8230; ein ständiges Hin und Her in mir&#8230; doch abermals weiß ich nicht, was morgen davon „geblieben“ sein wird. Während ich das bei Faulkner und Pynchon und vielen anderen immer sofort weiß, jedenfalls d a ß etwas bleibt. V i e l bleibt.</p>
<p>(197)</p>
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		<title>&#8220;Alles, was er sieht, wird aufgenommen und versinkt ohne Blasen.&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 18:37:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alban Nikolai Herbst</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das sitzt so sehr, daß sofort weiterzulesen unmöglich ist.
(185).
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das sitzt so sehr, daß sofort weiterzulesen unmöglich ist.</p>
<p>(185).</p>
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		<title>Das Spiel des nächsten Zuges.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 05:08:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alban Nikolai Herbst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[(gestern nacht geschrieben; dann sah ich, &#62;&#62;&#62;&#62; daß Niemann sich gemeldet hat und stellte den Beitrag noch nicht ein, um ihm den Raum zu lassen. Jetzt stehen aber bereits Krekeler und Gröschner dazwischen, also „darf“ ich.)
Zur &#62;&#62;&#62;&#62; Lesung hin, von der Lesung zurück. Auf der Hinfahrt, ich hatte doch lesen wollen, nur vor mich hingedämmert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><sub>(gestern nacht geschrieben; dann sah ich, <a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/09/06/there-is-no-off-switch-on-the-genius-button/">&gt;&gt;&gt;&gt; daß Niemann sich gemeldet</a> hat und stellte den Beitrag noch nicht ein, um ihm den Raum zu lassen. Jetzt stehen aber bereits Krekeler und Gröschner dazwischen, also „darf“ ich.)</sub><BR><br />
Zur <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/anh-liest-meere-veranstaltungshinweis-fuer-sonntag-den-6-september-200/">&gt;&gt;&gt;&gt; Lesung</a> hin, von der Lesung zurück. Auf der Hinfahrt, ich hatte doch lesen wollen, nur vor mich hingedämmert, dann sogar eingeschlafen, aufgewacht, weitergedämmert. Vor mir der Laptop, der je nach Landstrich, mal ins Netz ging, mal wieder rausflog; dadrauf US, sogar aufgeschlagen, aber wenn ich&#8217;s versuchte, verschwammen die Zeilen. Man wird a) älter, b) sind längerdauernde Zahnbehandlungen, auch wenn man viel dabei lacht, offenbar kraftzehrend. Abends den Roman neben mich gelegt, aber über Magenattacke und Wallander eingeschlafen (den ich eigentlich nie mehr ansehen wollte, weil ich auf Mankell sauer bin und seine Urherberrechtlerei; er bleibt aber <i>gut</i>); egal. Doch die Rückfahrt&#8230; ich gehör zu den Leuten, die nix überspringen können, also auch keine Fußnoten, und vergnüglich, doch auch schluckend, ließ ich mich von der Note 45 zur Note 304 weiterleiten, die indirekt und (als Dissoziation gemeint:) ausschweifend Marathes Vorgeschichte erzählt. Sie ist von einer solch absurden, nein: bizarren – bizarr wie Reißnägel sind, wie die winzigen Tausende Widerhaken sind auf Haihaut – Wahrheit, daß das Buch <i>hier</i>, bislang aber wirklich n u r hier, pynchonsches Format erreicht – nämlich weil das Geschehen zugleich konkret und metaphorisch, gleichzeitig amoralisch, aber unbedingt ist, unbedingt wie die Wahrheit einer mathematischen Formel; ich will Lesern nichts verpetzen, lesen Sie das selbst, bitte; es hat den ( hier freilich nicht-sexuellen) Ästhetizismus der cronenbergschen Interpretation von Crash (Ballard)&#8230; Was dabei auffällig wird und viel, glaube ich, über die nicht <i>Beweg-</i>, sondern Bewegungsgründe des Romans aussagt, ist nicht etwa, wie haarsträubend das erzählte Spiel an sich ist (es bleibt dabei immer jugendrealistisch, auch das ist hier wichtig, dreht also nicht ab), sondern daß per Hals quasimoralischem Kopfschütteln erzählt wird, er wundere sich darüber, daß manche Leute mehr Energie auf ein Plagiat anwendeten, als es sie kosten würde, einfach selbst zu erzählen. Diese Art der vorgeführten Uneigentlichkeit gegenüber einem Skandalon, dieses <i>Überhaupt nicht mehr an ein „Eigentliches“ rückgebunden</i>zu sein, ja imgrunde weder Kenntnis noch auch Ahnung davon zu haben, was das denn sein könne&#8230; &#8211; das beschäftigt mich. Es geht, merke ich, um eine Entfremdung, von der nicht mehr gefühlt wird, w a s fremdgeworden ist.<br />
Unterdessen stört mich auch gar nicht mehr die vorgebliche Disparatheit, auf diesem Blog von ein paar Mitschreibern „Geschwätzigkeit“ genannt; da ist nichts Geschwätziges, und zwar, je mehr Wallace „einfach“ durcherzählt. Dazu kommen Sinn-Verleser, zu denen W&#8217;s Stil verführt (etwa bei „aber vom Sonnenuntergang (war) nur noch ein Schnäuzchen über Newton übrig“; ich las nämlich erst nicht Newton-als-Stadt, sondern Newton-als-Figur-als Symbol; die Stadt folgt dann sofort, so daß ich auflachen mußte; dazu ist die doppelte Umlaut-Anlautung entz<u>ü</u>ckend; das geht jetzt an Herrn Blumenbach.), und im Zusammenhang einer Semi-SF ziemlich geglü(!)ckte Verballhornungen: Imperiale Müll-Entsorgung; irgendwie paart das Spielbergs Star Wars mit Adams&#8217; Erdsprengung für eine interstellare Durchgangsstraße. Danach dann die ziemlich notwendigerweise scheiternde Verführungsszene im Wald. Ein bißchen schade nur, daß Wallace seinen Wayne des Chus „Plato“ in „Plateau“ korrigieren läßt; wir haben&#8217;s doch selbst gemerkt, sogar sofort; jetzt nimmt uns das den Doppelsinn. Aber das sind Kritikchen. Fein auch, davor, die Passionsbilder als Notdurft, 148 ff., vielleicht um die Leute im Fell um zwei Sätze überzogen. Weiters habe ich gar nichts dagegen, daß „Magenausheberung“ (101) ein Druckfehler sein könnte; er könnte es nämlich auch nicht sein, und ich möchte darüber bitte keine Aufklärung haben. Das Konzept des Romans, soweit ich es bisher beurteilen kann (ich will gar nicht beurteilen, so&#8217;n Quatsch&#8230; <i>soweit mir mein Instinkt das sagt</i>, das ist besser), w i l l solche Ungeklärtheiten erzeugen, vielleicht einfangen, sie jedenfalls n i c h t festschreiben.</p>
<p><sub>Über etwas anderes dachte ich noch nach, nämlich über die von Bender <a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/09/04/4-september/#comment-247">&gt;&gt;&gt;&gt; dort fortgesetzte theoretische Interpretation</a>. Viele Beiträge klingen oft so, als hätte Wallace all das tatsächlich ge<i>wollt</i>. Ich bin mir da unsicher. Er mag <i>einiges</i> davon gewollt haben, aber vieles schreibt sich unter dem Willen des Autors hindurch, nicht selten sogar gegen seinen Willen. Jeder, der in künstlerischen Prozessen steckt, kann ein Lied davon singen, daß sich Figuren, Figurenkonstellationen, ja sogar die „Botschaften“ nicht selten verselbständigen, daß aus einem Buch etwas ganz anderes hervorgeht, als man hineingesteckt zu haben meinte usw., und das sogar in politischen Belangen. Man <i>verfügt</i> als Dichter auch über die eigene Dichtung nicht &#8211; das „Dritte“, von dem Adorno schrieb, steht auch außerhalb u n s e r e r Disposition -; wo dennoch verfügt, also funktional geschrieben wird, wird Dichtung pädagogisch und dient entweder der Selbstbestätigung für eine ohnedies dasselbe meinende Gruppe, oder aber, man spürt&#8217;s und will&#8217;s sofort wieder lossein. Es kann richtig sein, was gesagt wird über ein Buch, aber das muß nicht das sein, was der Autor wollte. Es kann sogar das Gegenteil dessen sein, was er beabsichtigt hat, ohne daß das die Qualität irgend beeinträchtigte.</sub></p>
<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/2ab23555d46e47d08449db52e0827d74" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Poor Yorick &#8211; alas!</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/02/poor-yorick-alas-nun-h-a-t-mich-das-buch/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 22:20:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alban Nikolai Herbst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun h a t mich das Buch.
Vielleicht liegt es daran, daß ich mich erst einlassen mußte, weshalb ich so zauderig war, mich erst &#8220;einlesen&#8221; &#8211; aber das widerspräche meiner Erfahrung (abgesehen von Büchern, in die man in bestimmten Lebensspannen nicht hineinkommt, aber plötzlich, Jahre später, sind sie da)&#8230; Jedenfalls, urplötzlich&#8230; gut, es beginnt mit einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun h a t mich das Buch.<br />
Vielleicht liegt es daran, daß ich mich erst einlassen mußte, weshalb ich so zauderig war, mich erst &#8220;einlesen&#8221; &#8211; aber das widerspräche meiner Erfahrung (abgesehen von Büchern, in die man in bestimmten Lebensspannen nicht hineinkommt, aber plötzlich, Jahre später, sind sie <em>da</em>)&#8230; Jedenfalls, urplötzlich&#8230; gut, es beginnt mit einer <i>Geschichte</i>, Rollenprosa, ab S. 55, was bei Suhrkamp- und Schöffling-Büchern so gemeinhin die Seite 276 wäre, wenn man mal von der Satztype aus schließt&#8230; na egal, jedenfalls sagt Wardine, ihre Mama ist fies zu ihr. Nämlich nimmt Wardine ihre Mama Bügel zum Verdreschen des Mädels&#8230; ich meine, zugegeben, a) ist das unschön und b) werden die GottfriedseinePapas dann ein bisserl überstrapaziert, das hätt man schon bisweilen ausbremsen können, ohne daß die Rollensprache an Glaubwürdigkeit verloren hätte. So fühlt man sich, wie Adorno zu Wagners Leitmotivtechnik bemerkte, immer ein bißchen am Ärmel gezupft: &#8220;Du, das ist Rollenprosa.&#8221; Nach dem zehnten Zupfen grummelt man, es doch bitte kapiert zu haben, nun hör schon mit dieser Zupferei auf&#8230; so wie dann Hal neben Mario liegt, paar Seiten später, und genervt vom dauernd gleichen Gefrage ist&#8230; springt man auf aus dem Bett auf eine Metaebene des Kunstverstands, die &#8220;die schlechte Stufe der Unmittelbarkeit&#8221; ganz wider Absicht verläßt. Und es wird einem klar, daß das Notturno zwischen Mario und Hal ein stilistischer Kommentar zur Rollenprosa sein kann &#8211; jedenfalls ist es schlüssig so zu interpretieren. Da fängt dann meine Neugier an. Und läßt dann 50 Seiten lang plus acht Seiten &#8220;Katalog&#8221; (Filmographie) in den Fußnoten hinten nicht wieder los; man hat ja schnell heraus, daß die Fußnoten selber Erzählung sind, nicht nur Einschübe&#8230; allein wenn sich &#8220;Unendlicher Spaß&#8221; als ständig neu wieder aufgenommenes, ständig wieder verworfenes Filmprojekt James Incandenzas geradezu pochend, aber offenbar zerfallend durchs Werkverzeichnis zieht. Und erfreut sich nicht nur ungemein der <a href="http://forums.bungie.org/story/?noframes;read=45132">&gt;&gt;&gt;&gt; Poor Yorick</a> Entertaiment Unlimited, sondern den Kenner läßt sich Der Tod und das ledige Mädchen (Schwammerls Rache, kann man sagen) schadenfroh die Hände reiben, indes die paar der Konzeptkunst zugehörigen Filmprojekte, die, weil ihr Konzept &#8220;Unverfilmbarkeit&#8221; war, unverfilmbar blieben, denn doch eher müde geulkt sind. Macht nichts. Es gibt weitere Funde in dem Cineasten-Homer, die vor Bitternis quietschen.<br />
Ein bißchen störend an den Fußnoten ist, daß Kiwi sie als Anhang abgedruckt hat; da der Wälzer so schwer ist, behindert das Rumwuchten zu den hinteren Seiten den Lesefluß mehr, als hätte man die Fußnoten brav unten im Fließtext untergebracht. (Ich darf doch beckmessern, oder? Darf ich? &#8211; Danke.)<br />
Aber weiter. Daß man geistesabwesend einen Tennisball knetet, den man aus Gewohnheit sowieso knetet, gibt außer Ulk nicht viel her; ärgerlicher ist es, wenn ein Vogel Knall auf Fall herunter<i>plumpst</i>, wozu dann obendrein <i>Plop</i> gesagt wird. Nö, echt nicht&#8230; zumal das dann ein Zaunkönig gewesen sein soll, ein runterknallender. Wer hat solch ein Tierchen schon mal in der Hand gehabt, so ungefähre Knall auf Fall runterknallende Kolibrigröße..? <i>Plop</i> aber, gut, mag angehen. Außerdem sitzt unser Held meditierend, aus Gewohnheit gewohnheitsmäßig den Tennisball knetend, mit einem Bein im Whirlpool und meditiert über Küchenschaben; wir sehn&#8217;s ihm deshalb nach, schließlich kifft er gern und intensiv, und ich denk mir, so als flashback ist ein herunterknallender Kolibrifall durchgehmäßig akzeptabel. Denn dann wird es richtiggehend gut, die ganze Schabenpartie hindurch, und hört gar nicht mehr auf, gut zu sein. Dazu gehört etwa, daß Wallace (Blumenbach) edle und umgangssprachliche Genitivformen verwendet; gleichzeitig (also von paar Seiten getrennt) gibt es Tassen Kaffee<u>s</u> und Tassen Kaffee; prima. Dazu gehört besonders, daß jemand &#8220;unallein&#8221; aufwacht, &#8220;wenn das Subjekt&#8221; (besonders hinterhältig, daß er nicht &#8220;Objekt&#8221; schreibt) &#8220;der vergangenen Nacht noch da ist&#8221;. Zur stilistischen Erklärung, weil Stil hier böser Rhetus ist: das Subjekt, grammatisch eh, wäre ja wohl e r; indem Wallace das verdreht, macht er das &#8220;Objekt&#8221; nun ganz besonders zum Objekt. Das ist fein, wirklich fein in seiner ausgebufften Gemeinheit. Und fängt dann auch noch unvermittelt an, mich anzusprechen: &#8220;um Ihnen eine ungefähre Vorstellung zu geben&#8221; &#8211; k e i n e Rollenprosa, Leser, sondern spöttischstes Autoren-Ich.<br />
Und jetzt muß ich mich sogar <a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/08/30/heute-zitiere-ich/">&gt;&gt;&gt;&gt; dafür</a> entschuldigen, bzw. einiges davon zurücknehmen. Was und wie nämlich jetzt von der Kifferei geschrieben wird, ist ungebrochen spannend, auch komisch, indem sich das innere Tunnel- und Dope-System in der untergründigen E.T.A.-Architektur nicht nur symbolisch, sondern eben auch ganz konkret symbolisiert. Solche Partien, S. 72 bis 79, sind Meisterstücke &#8211; die das übrigens auch wissen und deshalb gänzlich ungefährdet, wofür wir dankbar sind, schreiben dürfen: &#8220;Im Grunde ist der Gebläseraum nichts anderes als ein Pulmonalorgan (&#8230;), und wenn er in Betrieb ist, brüllt er wie eine keltische Todesfee, die sich die Tür in der Hand geklemmt hat.&#8221; Wenn man jetzt ein bißchen mythische Bildung hat und weiß, woher Halloween stammt, wird die eine Seite später beginnende Erzählung von Don Gately, die mit einem Mord aus Dusseligkeit endet, aufs engste, nämlich über die Halloween-Masken der Einbrecher, mit der brüllenden Todesfee verknüpft, die sich eben auch aus Ungeschick, nicht mutwillig jedenfalls, die Hand gequetscht hat.<br />
Heut war ich also glücklich mit der Lektüre. Auf das Traumszenario <a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/08/30/29-august/">&gt;&gt;&gt;&gt; ist Krekeler</a> schon eingegangen; dazu muß man nicht Weiteres schreiben. Und jetzt geh ich schlafen.</p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9d6c8a90be1d43ee8d64050b4123e550" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Heute zitiere ich.</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Aug 2009 20:18:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alban Nikolai Herbst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Einfachheit halber &#8211; vornehm gesagt: anti-redundant &#8211; &#62;&#62;&#62;&#62; aus meinem Arbeitsjournal: 
Ich meinerseits lese nun den &#62;&#62;&#62;&#62; Unendlichen Spaß weiter, wobei mir die Lust daran auf dem Bebelplatz ein wenig verging, weil mich Kiffer echt nicht interessieren und schon gar nicht die absurden Abwehrbewegungen, mit denen sie aus dem Aussteigen aussteigen. Ich zitier mal, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><sub>Der Einfachheit halber &#8211; vornehm gesagt: anti-redundant &#8211; <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/arbeitsjournal-sonntag-der-30-august-2009/">&gt;&gt;&gt;&gt; aus meinem Arbeitsjournal</a>: </sub></p>
<p><cite>Ich meinerseits lese nun den <a href="http://www.unendlicherspass.de/" target="_blank">&gt;&gt;&gt;&gt; Unendlichen Spaß</a> weiter, wobei mir die Lust daran auf dem Bebelplatz ein wenig verging, weil mich Kiffer echt nicht interessieren und schon gar nicht die absurden Abwehrbewegungen, mit denen sie aus dem Aussteigen aussteigen. Ich zitier mal, es ist nicht unwitzig, aber in der Wiederholung dann doch öde: „Er würde sich durch Maßlosigkeit kurieren“ &#8211; und der gleiche Mechanismus dort: „Noch nie hatte er die Ankunft einer Frau, die er nicht sehen wollte, so sehr herbeigesehnt“ (weil sie ihm den Stoff bringt); beides S. 35/36. Ich weiß einfach nicht, was ich mit einer solchen Lebenswelt anfangen soll. Während meines Zivildiensts hatte ich so viel mit Junkies zu tun, daß es mein Leben lang reicht. (Ich ertrage, auch wenn ich selber gern was trinke, auch Betrunkene nur schwer; so viel zur erlaubten Droge Alkohol. Ich ertrage es weder, wenn ich selbst, noch wenn andere ihr Gesicht verlieren. Ist mir selbstverständlich auch schon passiert, aber es quält nachhaltig. Weshalb soll ich darüber dann auch noch lesen?) &#8211; Eigentlich sollte ich das dort auf dem Blog schreiben. Na gut, ich zitiere es einfach.</cite></p>
<p><sub>Jetzt halt doch eine Redundanz, nämlich im bezeichneten Zitieren, das nun auch erfolgt ist. Darüber hinaus ist mir völlig bewußt, daß ich überempfindlich reagiere; ich brech die Lektüre ja auch nicht ab. Aber Tschaikowski zuzuhören, war mir lieber, Bebelplatz, Barenboim, heut nachmittag. Das Buch war dabei, um die Zeit zu überbrücken zwischen &#8220;Ergatterung&#8221; eines Platzes und Beginn des Konzerts:<br />
<img src="http://static.twoday.net/albannikolaiherbst/images/DSC000471.jpg" alt="Barenboims Wallace" /><br />
Parallel aber führe ich <a href="http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/unendlicher-spass-david-foster-wallace/#5908136">&gt;&gt;&gt;&gt; Auseinandersetzungen f ü r das Buch</a>. Sowas gehört in den Zusammenhang irrer Zusammenhänge (Prozesse) mitten hinein. Dennoch erreicht mich <a href="http://www.unendlicherspass.de/2009/08/30/hohen-und-tiefen/">&gt;&gt;&gt;&gt; die Sucht</a> noch nicht.</sub></p>
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		<title>Die ersten einundzwanzig Seiten gelesen,</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/26/die-ersten-einundzwanzig-seiten-gelesen-in-der-kita-in-die-gerade-die-zwillingskindlein-eingewohnt-werden-beide-logisch-zweieinhalb-ich-soll-mich-im-hintergrund-halten-aber-eben-da-sein-ich-be/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 16:54:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alban Nikolai Herbst</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[in Daniel Barenboims Kita, in die gerade die Zwillingskindlein eingewöhnt werden, beide (&#8221;beide&#8221;: na logisch) zweieinhalb. Ich soll mich im Hintergrund halten, aber eben da sein, ich beim Buben, die Mama beim Mädel. Zwischendurch muß umarmt werden, etwas gestreichelt, dann wird weitergelesen. Auch mal draußen, auf der Straße, weil geschaut werden soll, wie der Bub [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>in Daniel Barenboims Kita, in die gerade die Zwillingskindlein eingewöhnt werden, beide (&#8221;beide&#8221;: na logisch) zweieinhalb. Ich soll mich im Hintergrund halten, aber eben da sein, ich beim Buben, die Mama beim Mädel. Zwischendurch muß umarmt werden, etwas gestreichelt, dann wird weitergelesen. Auch mal draußen, auf der Straße, weil geschaut werden soll, wie der Bub auf die Abwesenheit des Papas (das Mädel der Mama) reagiert. Dann geh ich lesend auf der Leipziger auf und ab.<br />
Als das Buch ankam, ein Ziegelstein, dachte ich spontan, der Buchgestalter des <a href="http://www.verbrecherverlag.de/start">Verbrecherverlag</a>es habe das Haus gewechselt; dummdas, ich weiß nur noch nicht, für wen, wenn ein Buchprofil, das an sich eindeutig zuzuordnen war, ins Verschwimmen gebracht wird. Wollte dem Hauptverbrecher Sundermeier eine Mail drüber schreiben, hab ich aber noch nicht getan. Ich ruf vielleicht auch besser an. Wurscht.<br />
Dann, ähnlich hat schon <a href="http://www.unendlicherspass.de/author/georg-m-oswald/">Oswald</a> auf die Sprache reagiert, gehen mir die falschen Konjunktive auf den Keks; aber der Gebrauch des Konjunktivs läßt sich ja durch Gewöhnung desensibilisieren (sogar der Dudenredaktion gelingt diese Art der Therapie); hat man 100mal hintereinander gelesen &#8220;er muß vermutet haben, ich <u>wäre</u> irgendwie am Ersticken (&#8230;), <u>wäre</u> psychisch aus der Kontrolle&#8221; usw., dann vermißt man die fehlende Kondition schließlich nicht mehr, die den Irrealis rechtfertigt. Also verlaß ich mich mal aufs Einschleifen. Zweiter Eindruck: das Buch strotzt vor Manierismen, und da mir Manierismen gefallen, gefällt mir das Strotzen, auch wenn mich irritiert, daß offenbar die Kiepernheuer die Manierismen ganz ebenfalls lieben. Sowas ist mir schon mal bei DeLillo aufgefallen. Sprich: US-Amerikaner &#8220;dürfen&#8221;, Deutsche solln hingegen nicht. Sehr schön ist übrigens, auf S. 11, die &#8220;schräggeschäftete Sonnensäule&#8221;.</p>
<p><sub>[Ah ja, da hier bereits von den unterdessen erschienenen Kritiken geschrieben wurde: ich enthalte mich ihrer Lektüre. Außer vielleicht hier, im unendlichen Blogspaß, will ich keine anderen Meinungen lesen, bevor ich mit meiner eigenen Lektüre fertig bin. Da ich kein Zeitungsleser bin, fällt mir das nicht schwer.]</sub></p>
<blockquote><p><strong>Alban Nikolai Herbst</strong>, geboren 1955 in Refrath, erhielt 1995 den Grimmelshausen-Preis, 1998 einen Jahresaufenthalt in der Deutschen Akademie Villa Massimo Rom, 1999 den Phantastik-Preis. 2007 wurde Herbst auf die Poetik-Dozentur der Universtität Heidelberg berufen. 2008 erschienen seine Gedichtbände &#8220;Aeolia. Gesang/Stromboli&#8221; sowie &#8220;Der Engel Ordnungen&#8221; und über den Autor ein 250seitiger Themenband der &#8220;horen&#8221;: &#8220;Panoramen der Anderswelt. Expeditionen ins Werk von Alban Nikolai Herbst&#8221;.</p></blockquote>
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