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	<title>Unendlicher Spass &#187; Georg M. Oswald</title>
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		<title>Das Problem mit dem Spaß</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 10:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg M. Oswald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin jetzt mit der ersten Seite fertig.
Vereinzelt wurde hier schon die Sorge geäußert, das neueste Ding von gestern vor sich zu haben. Das ist „Unendlicher Spaß“ zweifellos. Die Frage ist, ob der Roman noch mehr ist. Dass man ihm, vor allem in technischer Hinsicht, seine dreizehn Jahre anmerkt, spricht dabei nicht gegen ihn. 
(Auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin jetzt mit der ersten Seite fertig.</p>
<p>Vereinzelt wurde hier schon die Sorge geäußert, das neueste Ding von gestern vor sich zu haben. Das ist „Unendlicher Spaß“ zweifellos. Die Frage ist, ob der Roman noch mehr ist. Dass man ihm, vor allem in technischer Hinsicht, seine dreizehn Jahre anmerkt, spricht dabei nicht gegen ihn. </p>
<p>(Auch nicht der Jubel der Feuilletons. Vielleicht erinnert sich jemand, wie DFW vor ein paar Jahren in einem ahnungslosen, briefmarkenkleinen Verriss von „Kleines Mädchen mit komischen Haaren“ in einer großen Zeitung Rassismus vorgeworfen wurde. Aber das nur am Rande.)</p>
<p>Können wir einen Roman ernst nehmen, in dem Modems vorkommen? Dostojewski nehmen wir auch ernst, obwohl in seinen Romanen Pferde als Fortbewegungsmittel eingesetzt werden. Gilt das auch, wenn der Roman mit dem SF-Genre spielt? Ja. Auch Philip K. Dicks Romane sind als konkrete Technikvorhersagen heillos überholt, aber wer darüber hinwegsieht, bekommt etwas über unseren Realitätsbegriff erzählt, das über solche Details weit hinaus geht.</p>
<p>Apropos Details. Ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, wie ich den Roman lesen soll. Wort für Wort oder einfach nur so weg. Bei Anwendung der Wort für Wort-Methode ergeben sich viele, zum Teil unerfreulich schwierige Fragen. </p>
<p>Das Problem mit dem Spaß zum Beispiel. </p>
<p>„Spaß“ statt „Jest“ mag aus so und so vielen Gründen richtig sein. Schön ist es nicht. In Jest sind Witz und Scherz zuhause, im Spaß Mario Barth. „Infinite Fun“ wäre, glaube ich, selbst DFW zu krass gewesen.</p>
<p>Im zweiten Satz steht „Meine Haltung kongruiert bewusst der Form des harten Stuhls“. </p>
<p>Hier fehlt nach meinem Gefühl derart schmerzhaft ein „mit“, dass ich zwei Tage nicht weiter lesen konnte.</p>
<p>Ich habe mit Germanisten und Mathematikern konferiert. Suggestivfragen habe ich sorgfältig vermieden. Keiner wollte der  Meinung beipflichten, „kongruieren“ könne ohne die Präposition „mit“ verwendet werden. Richtig sei also allein „kongruierte mit der Form &#8230;“</p>
<p>„Der obere und untere Rand bilden die Seitenlinien.“  Muss es nicht entweder heißen „Oberer und unterer Rand bilden die Seitenlinien“ oder „Der obere und der untere Rand bilden die Seitenlinien“? (Weil der obere und unter Rand ja nur ein Rand wäre, der dann die Seitenlinien bildet &#8230;)</p>
<p>„ &#8230; vergänglich ist wie eine Prägung in unnachgiebigem Material“</p>
<p>Das ist ein schiefes Bild, denn eine Prägung in unnachgiebiges Material ist nicht vergänglich sondern unmöglich und bleibt deshalb unsichtbar. Im Original ist das Bild wohl richtig: Das von DFW gebrauchte „uncooperative“ erscheint vager als das deutsche „unnachgiebig“, bedeutet eher „ungeeignet“, so dass man den Abdruck zwar sieht, der dann aber wieder verschwindet.</p>
<p>Undsoweiter. Ich weiß, das liest sich jetzt etwas verbohrt, aber es ist doch nicht unwichtig. Ich frage mich ja auch, was remingtonbehängt heißt und ein Kekuléknoten sein könnte, aber dafür gibt es Quellen.</p>
<p>Vielleicht sollte ich das aber besser ganz schnell lassen und einfach Spaß haben wie alle. Mir den Film ansehen &#8230;</p>
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		<title>Zusatzmaterial</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 09:59:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg M. Oswald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Nacht habe ich geträumt, unser Haus sei einsturzgefährdet wegen der vielen Bücher, die sich darin befinden. Die sich weitenden und vertiefenden Risse in den Wänden hinter den Regalen bewiesen es. Meine Frau bestellte ein Umzugsunternehmen, das die Bücher abholen und einlagern sollte. Leider war das Unternehmen, wie sich herausstellte, nicht zertifiziert. Als es mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Nacht habe ich geträumt, unser Haus sei einsturzgefährdet wegen der vielen Bücher, die sich darin befinden. Die sich weitenden und vertiefenden Risse in den Wänden hinter den Regalen bewiesen es. Meine Frau bestellte ein Umzugsunternehmen, das die Bücher abholen und einlagern sollte. Leider war das Unternehmen, wie sich herausstellte, nicht zertifiziert. Als es mit mehreren Lastwagen anrückte, zeigte sich, dass das ganze Viertel, in dem wir wohnen, auf schwankendem Boden stand. Gerade noch rechtzeitig gelang es uns, aus dem Haus zu laufen, bevor es einstürzte, wie kurz darauf der komplette Straßenzug. Alle Nachbarn waren tot. Ich beschloss, die Tatsache, dass meine Bücher daran Schuld waren, fein säuberlich für mich zu behalten, hatte aber ein sehr schlechtes Gewissen. Vor dem Einschlafen hatte ich das Zusatzmaterial zu &#8220;Unendlicher Spaß&#8221; gelesen, (erschienen im Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, Schutzgebühr 5,00 Euro, ISBN 978-3-462-04175-0) in dem unter anderem Ulrich Blumenbach, der Übersetzer, etwas über seine Arbeit erzählt. </p>
<blockquote><p><strong>Georg M. Oswald</strong> wurde 1963 in München geboren, lebt dort als Schriftsteller und Rechtsanwalt. Mit seinem Roman &#8220;Alles was zählt&#8221; gelang ihm auch international der Durchbruch. Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.</p></blockquote>
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