<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Unendlicher Spass &#187; René Hamann</title>
	<atom:link href="http://www.unendlicherspass.de/author/rene-hamann/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.unendlicherspass.de</link>
	<description>100 Tage unendlicherspass.de</description>
	<lastBuildDate>Fri, 26 Aug 2011 07:03:23 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Malajube</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/09/malajube/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/09/malajube/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 00:59:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=1005</guid>
		<description><![CDATA[Wir führen eine unglückliche Beziehung mittlerweile. Immer öfter greife ich zu anderen, schieben sich andere in meiner Aufmerksamkeit und Zuneigung nach vorn. Es kommt zwar immer noch vor, dass ich mich stundenlang gefesselt zeige, aber das Interesse wird merklich schwächer. Die Phasen von Überdruss und Langeweile häufen sich. Auch der Besitzerstolz und der Ehrgeiz nehmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir führen eine unglückliche Beziehung mittlerweile. Immer öfter greife ich zu anderen, schieben sich andere in meiner Aufmerksamkeit und Zuneigung nach vorn. Es kommt zwar immer noch vor, dass ich mich stundenlang gefesselt zeige, aber das Interesse wird merklich schwächer. Die Phasen von Überdruss und Langeweile häufen sich. Auch der Besitzerstolz und der Ehrgeiz nehmen ab. Es ist tatsächlich nicht mehr so, dass ich es weiterempfehlen würde. Es ist zu opulent, zu dick, zu geschwätzig. Es kifft zuviel, hängt zuviel in Kifferschleifen, in Kifferlogik, die eben nicht immer stimmt; es tut zu oft schlau und verspielt, wo es einfach und elegant sein könnte; es enttäuscht Erwartungen, obwohl es das nicht nötig hätte; es ist zu gefräßig, verdaut zu viel und hat zu viel verdaut, es versucht zu oft, ein anderes zu sein etc. etc. Es zeigt mir auch wenig Neues. Es ist keinesfalls so, dass es mein Leben oder meine Ansichten vom Leben verändern würde. Ich verstehe seine Kanadafeindlichkeit nicht (und nicht den Umstand, dass niemand von den EuphorikerInnen hier irgendeine Theorie dazu hat). Vielleicht soll das lustig sein, in South Park kommen die Kanadier ja auch immer schlecht weg, allein, ich finde es auch nicht komisch. Was mich noch hält, sind Versprechen, auf deren Einlösung ich noch warte, und ganz simpel: dieser Blog hier, denn ohne ihn hätte ich die Lektüre längst abgebrochen und mein Exemplar einem Netzantiquariat anvertraut. Ich erlebe auch nicht wirklich etwas mit dem Buch, was ich ohne das Buch nicht auch erlebt hätte. Vielleicht würde es mir besser gehen ohne das Buch, aber selbst das bezweifle ich mittlerweile. Vielleicht erhoffe ich mir noch ein paar Tricks, die ich mir abschauen könnte. Vielleicht will ich mehr über Joelle, Kate und Orin erfahren, denn das sind die einzigen Figuren, die mir etwas näher gekommen sind. Vielleicht möchte ich noch etwas über Tennis erfahren (die Beschreibung des Spiels hat endlich stattgefunden, ca. 800 Seiten zu spät), über Drogen (die innenperspektivische Schilderung eines Rausches steht immer noch aus), über Schönheit und Verführung (das weiterführende Buch hat wohl Neil Strauss geschrieben). Wo bin ich? Seite 957. Bzw. mitten in Fußnote 269. Sind ja nur noch 400-450 Seiten. Oder zwei, drei andere, am Ende sogar bessere Bücher. Eines ist klar: Bis zum 1. Dezember schaffe ich das Buch auf keinen Fall. Will ich auch gar nicht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/11/09/malajube/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Back to Life</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/28/back-to-life/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/28/back-to-life/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 10:43:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=904</guid>
		<description><![CDATA[Die Realität schlägt zurück:
http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,657795,00.html
Ich komme kaum vorwärts. Mittlerweile hat mich Herr Krekeler überholt. Ich kann wirklich nicht behaupten, dass US zu den zwanzig besten Büchern zählt, die ich gelesen habe. Ich gebe bislang vier von fünf Sternen. Es kommt also nicht an die Tagebücher von John Cheever (Schlagworte: Alkoholismus, Paranoia, Wahn, Ehe, Schriftstelleridentität) heran, denen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Realität schlägt zurück:<br />
<a href="http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,657795,00.html">http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,657795,00.html</a></p>
<p>Ich komme kaum vorwärts. Mittlerweile hat mich Herr Krekeler überholt. Ich kann wirklich nicht behaupten, dass US zu den zwanzig besten Büchern zählt, die ich gelesen habe. Ich gebe bislang vier von fünf Sternen. Es kommt also nicht an die Tagebücher von John Cheever (Schlagworte: Alkoholismus, Paranoia, Wahn, Ehe, Schriftstelleridentität) heran, denen ich dieses Jahr die volle Sternzahl gegeben habe, und auch nicht an die diversen Bücher, die 4 ½ Sterne bekamen. Ein schlechtes Resultat sind 4 von 5 aber nicht. Vielleicht schafft US noch eine Steigerung in der zweiten Hälfte, allein ich glaube nicht daran, ich weiß gar nicht, woher ich die Muße nehmen soll, es zu Ende zu schaffen. Ich lese jetzt Chotjewitz, und weiß nicht, warum der schlechter sein soll als DFW.</p>
<p>Die Randy-Lenz-Geschichte, auch die Episode mit Green, hat mich nicht überzeugt. Die Aufzählung der individuellen Symptome nach Kokain-Gebrauch fand ich gut. Ich habe in meinem Leben nur einmal K konsumiert, und das war so gut, dass ich Angst bekam und es bisher nicht ein zweites Mal probiert habe. Aber Kokain kommt immer mal herum, und so ist ein zweites Mal nicht ausgeschlossen. Ich habe Lidokain nachgeschlagen, es schreibt sich im Deutschen mit c. Es ist tatsächlich als &#8220;Zahnarztkokain&#8221; und örtliches Betäubungsmittel bekannt. Wayne und die Moms haben ein lustig verdrehtes Stelldichein, bei dem sie von Pemulis (Namen musste ich nachschlagen) erwischt werden. Die Beschreibung der Fluchtbewegung Abhängiger zu Religiösitäten (&#8221;Das Kind&#8221;!): toll. Jetzt bahnt sich wieder eine Versenkung in die Familiengeschichte an, vielleicht muss da jetzt etwas passieren, etwas mehr als einzelne Sätze, die Frau Torik aus der Ermüdung holen können, sonst verliert mich das Buch.<br />
(Stand: S. 815)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/28/back-to-life/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Antichrist</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/20/antichrist/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/20/antichrist/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 10:55:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=862</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;In Amerika selber gibt es keine Theorie, null, ihre Literatur der Gegenwart steht tief im 19. Jahrhundert, Schinken, Schund, Verblödung, und wo bisschen was Avancierteres und Ambitionierteres versucht wird, muss es mit tausend Fußnoten und lächerlichem Formalkrempel der Frühmoderne zum Eingeweihtenschwachsinn hochstilisiert werden…&#8221; Rainald Goetz: Loslabern, S. 154
In der Nacht von einer anhänglichen Katze geträumt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;In Amerika selber gibt es keine Theorie, null, ihre Literatur der Gegenwart steht tief im 19. Jahrhundert, Schinken, Schund, Verblödung, und wo bisschen was Avancierteres und Ambitionierteres versucht wird, muss es mit tausend Fußnoten und lächerlichem Formalkrempel der Frühmoderne zum Eingeweihtenschwachsinn hochstilisiert werden…&#8221; Rainald Goetz: Loslabern, S. 154</p></blockquote>
<p>In der Nacht von einer anhänglichen Katze geträumt. Irgendwann sprach sie meinen Namen aus: &#8220;René…&#8221; Ich war sehr erstaunt. &#8220;Das zeugt von hoher Intelligenz, dass du meinen Namen sprechen kannst&#8221;, sagte ich. &#8220;Was ist Intelligenz?&#8221; fragte die Katze. Ich ging hinunter und saß in der Küche meiner Großmutter, deren Pudel mir auf den Schoß sprang. Auch das war ein angenehmes Gefühl. Trotzdem überlegte ich, ob die Katze nicht eifersüchtig sein könnte, und wollte den Pudel vorsorglich runterschubsen. Dann wachte ich auf und dachte lange über eine Antwort auf die Frage der Katze nach.</p>
<blockquote><p>&#8220;Geht das kürzer?&#8221; (US, S. 771)</p></blockquote>
<p>Am Abend saß ich in Lars von Triers &#8220;Antichrist&#8221;. Da sprach ein Fuchs: &#8220;Das Chaos regiert.&#8221;</p>
<blockquote><p>&#8220;Don, ich bin vollkommen. Ich bin dermaßen schön, dass ich jeden fühlenden Menschen ganz einfach um den Verstand bringe. Sobald man mich gesehen hat, kann man an nichts anderes mehr denken, will man nichts anderes mehr sehen, vernachlässigt man seine sonstigen Verpflichtungen und redet sich ein, wenn man nur jederzeit mich um sich haben könnte, würde alles gut. Alles. Als wäre ich die Antwort auf das sabberndste Bedürfnis, mit der Vollkommenheit auf Tuchfühlung zu gehen.&#8221; (US, S. 775)</p></blockquote>
<p>Legende:<br />
H= Hetero, S= Schwul, L= Lesbisch, T= Transgender, NX= nicht explizite Sexszenen, X= explizite Sexszenen, D= Dokumentation, FT= Fetisch, SW= Sexwork, F= Frauen – Filme aus weiblicher Sicht, A= Animation.</p>
<p>Schöne Stellen, gute Szenen, besonders auch das Gespräch von Gately mit dem SchMaZ. Die anschließende Randy-Lenz-Episode ist nicht ohne und könnte zu Träumen führen. Andererseits ließe sich konstatieren, dass DFW hier einfach mal Stephen King sein wollte. Die Spirale der Gewalt. Der Antichrist.<br />
(Stand: S. 793)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/20/antichrist/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Kochkunst der Gesellschaft</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/13/die-kochkunst-der-gesellschaft/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/13/die-kochkunst-der-gesellschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 12:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=817</guid>
		<description><![CDATA[In der Nacht geht der Fernseher kaputt. Neunziger-Jahre-Ware taugt nichts. Im Nachtbus saß eine ältere Frau und zählte Zu- und Aussteigende mit. Die Sitzplätze waren alle belegt. Ich las in dem großen Buch und sehnte mich nach anderen. Ich habe schon andere bestellt. Tagsüber las ich das große Buch im Bett. Kleine Schläfchen überfielen mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Nacht geht der Fernseher kaputt. Neunziger-Jahre-Ware taugt nichts. Im Nachtbus saß eine ältere Frau und zählte Zu- und Aussteigende mit. Die Sitzplätze waren alle belegt. Ich las in dem großen Buch und sehnte mich nach anderen. Ich habe schon andere bestellt. Tagsüber las ich das große Buch im Bett. Kleine Schläfchen überfielen mich bei bekannter Musik. Mir ist aufgefallen, dass ich inzwischen lache. An Stellen. Über den Humor der Figuren. Die sich über Gatelys Kochkünste, die etwa meiner entsprechen, lustig machen. &#8220;Randy Lenz erhebt in der Nordostecke seine Dose Tonic Water und sagt, bei Dons Essen lerne man das Getränk dazu erst richtig schätzen. Geoffrey Day meint, es sei doch mal eine erfrischende Abwechslung, ohne Völlegefühle vom Tisch aufzustehen.&#8221; (S. 678 f.) Viele Seiten später die Mädchen in Avrils Büro, die auf die verklemmt vorgebrachte Frage, ob sie schon einmal sexuell belästigt worden sind, sich über herablassende Berührungen mokieren: &#8220;Ich kann das nicht ausstehen, wenn mir ein Erwachsener den Kopf tätschelt, wie wenn ich ein Schnauzer wär.&#8221; &#8220;Der nächste Erwachsene, der mich entzückend nennt, der kann aber was erleben, in echt jetzt.&#8221; (S. 742). Es gibt Gesten, die man nur noch ironisch kommentiert vollziehen kann: &#8220;Ich möchte dich einladen, dich hier auf meinen Schoß zu setzen, dann mache ich beruhigende Geräusche à la &#8216;Ei, ei, ei&#8217;.&#8221; (S. 754). Ich kann Aléa Torik nur beipflichten, in allem. Ein schöner, richtig guter Beitrag. Zwischen diesen humorigen Szenen gibt es das quietschende Heranrollen der Rollstuhlfahrer-Armee-Fraktion in diese Vorbude quebecscher Renitenz, in der vermutlich absichtslos eine US-Patronen-Kopie haust. Filmisches Erzählen, fiel mir dazu als Stichwort ein, sehr tarantinoesk. Wofür DFW am Ende gar nichts kann? Ob Tarantino Infinite Jest gelesen hat, liest, lesen wird? Wie wäre es mit einer Teilverfilmung, so einem vielstündigem Mammutwerk, gern mit Beteiligung verschiedener Regisseure, hallo Hollywood, hallo HBO? Ich lese weiter in dem großen Buch, es ist nicht so, dass es keinen Spaß macht, dass es nicht erhellend, aufbauend, schockierend, tröstend wäre. DFW kannte sich mit Geräuschempfindlichkeit sehr gut aus. Alles quietscht. Womit er sich ebenfalls gut auskannte: mit Verdauungsproblemen. Ich lese weiter, vergleiche mich, sehne mich nach anderen Büchern, normal.<br />
(Stand: S. 765)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/13/die-kochkunst-der-gesellschaft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Statione, Trieste</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/05/statione-trieste/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/05/statione-trieste/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 16:57:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=749</guid>
		<description><![CDATA[Postkarten aus einer anderen Zeit. Triest, italienisch mit e am Ende, slawisch ganz ohne Vokale, neben der Freien Stadt Danzig die einzige Stadt in der Geschichte, die je von der UNO verwaltet wurde, zwischen 1947 und 1954. Zwei- oder Mehrsprachigkeit findet hier nicht statt, die Einheimischen und die Touristen sind gut voneinander zu unterscheiden. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Postkarten aus einer anderen Zeit. Triest, italienisch mit e am Ende, slawisch ganz ohne Vokale, neben der Freien Stadt Danzig die einzige Stadt in der Geschichte, die je von der UNO verwaltet wurde, zwischen 1947 und 1954. Zwei- oder Mehrsprachigkeit findet hier nicht statt, die Einheimischen und die Touristen sind gut voneinander zu unterscheiden. Das Italien Berlusconis scheint ein restriktives zu sein, es gibt keine Hotspots, es gibt nur Internetcafés, aber Zugang nur mit Personalausweis (gibt es hier schon die Piratenpartei?), und es gibt kein Bier in den Büdchen und Zeitungsläden. Italien ist eine Nation von Zeitungslesern. Im Buch redet Schtitt, und Schtitt redet ungelenk, grammatikalisch konfus, er redet wie ein leichter Asiat Deutsch reden könnte, aber Schtitt ist ein Deutscher, und was er radebrecht, ist ja eigentlich Englisch, also durch das Deutsche geradebrechtes Englisch, was hier so in der Übersetzung als radegebrochenes Deutsch rüberkommt, sehr seltsam. Vielleicht wäre hier ein Basler Akzent besser gewesen. Bei Synchronisierungen löst man dieses Problem oft mit Dialekten, beispielsweise in “Ein Käfig voller Helden”, in dem die Nazis allesamt sächseln, oder bayerisch reden, etc., während die anderen Figuren, die ausländischen Kriegsgefangenen, ein klares Deutsch sprechen. Trieste, Triest, Trst, das Österreichische merkt man der Stadt, finde ich, kaum noch an, und als ich spät zum Busbahnhof schlendere, um den Bus nach Pula zu bekommen, wo die kleine Reise den Anfang nahm und das Ende findet, versucht tatsächlich ein Mann die Tour, er hätte Probleme mit seiner Geldkarte usw., er hätte kein Geld mehr, und es seien schon Freunde zum Goetheinstitut unterwegs etc., er meint, er sei ein in der Schweiz lebender Deutscher und habe mich an der Zeitung als Landsmann erkannt. Er hat tatsächlich einen seltsamen, undeutlichen Akzent, den ich nicht zuordnen kann, ich sage, ich kann ihm nicht helfen, tut mir leid, und viel Glück.<br />
(Stand S. 669)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/05/statione-trieste/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hostel Val Piran</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/02/hostel-val-piran/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/02/hostel-val-piran/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 21:31:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=727</guid>
		<description><![CDATA[“Um zu genießen, ist ungefährdete Ruhe nötig”, schrieb Stendhal. Ich saß heute in Zügen, die nach ihren Dieselmotoren rochen und einspurig langsam durch die Landschaft Istrien schlotterten, ich stand an Wartestationen, ich ging durch ein slowenisches Dorf auf der Suche nach einem Laden, das war wie auf dem Mond zu wandeln. Endlich, nach sieben Stunden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“Um zu genießen, ist ungefährdete Ruhe nötig”, schrieb Stendhal. Ich saß heute in Zügen, die nach ihren Dieselmotoren rochen und einspurig langsam durch die Landschaft Istrien schlotterten, ich stand an Wartestationen, ich ging durch ein slowenisches Dorf auf der Suche nach einem Laden, das war wie auf dem Mond zu wandeln. Endlich, nach sieben Stunden, bin ich am Ziel, Piran, italienisch mit o am Ende. Hier hängt nur eine Fahne vor dem Amtshaus, dafür hat die Infozentrale auch schon um 7 zu, und das einzige Zimmer ist ein Viererzimmer, das ich mit einem Niederländer teile. Immerhin gibt es auch hier freies Wlan, zumindest im Hostel. Für den US hatte ich nicht wirklich Sinn, nur am Frühstück und kurz im Zug etwas gelesen, sehr schön, sehr gut die Geschichte des familiären Hintergrunds von Gately. Wie überhaupt US immer dann am besten wird, wenn Vorgeschichten, Familiengeschichten, Liebesgeschichten erzählt werden, oder liegt das an mir. Am Ende in der Schilderung von Tennistrainingseinheiten stecken geblieben, irgendwo in den verlorenen Höhen Zentralistriens. Mein Mund ist trocken, es gibt kein Gatorate, gibt es überhaupt noch Gatorate? Mein Mund ist trocken, ich verliere die Sprache und komme mir seltsam vor, so wortlos im Verbalen. Manchmal, um meine Stimme zu üben, singe ich, Good Vibrations zum Beispiel, oft führe ich auch Selbstgespräche.<br />
(Stand: S. 662)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/10/02/hostel-val-piran/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pula Free Air</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/30/pula-free-air/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/30/pula-free-air/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 15:08:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=686</guid>
		<description><![CDATA[Die Frage ist, ob es Eintrittskarten geben wird. Für uns, für die BlogschreiberInnen. Die Veranstaltung ist nämlich schon ausverkauft; Herr Blumenbach wird mit Harald Schmidt aus dem Buch vorlesen, in knapp zwei Wochen, Volksbühne Berlin.
Derzeit sitze ich noch in Pula auf dem Forum, hier gibt es Pula Free Air, heißt, freies Wlan für alle. Am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage ist, ob es Eintrittskarten geben wird. Für uns, für die BlogschreiberInnen. Die Veranstaltung ist nämlich schon ausverkauft; Herr Blumenbach wird mit Harald Schmidt aus dem Buch vorlesen, in knapp zwei Wochen, Volksbühne Berlin.<br />
Derzeit sitze ich noch in Pula auf dem Forum, hier gibt es Pula Free Air, heißt, freies Wlan für alle. Am Amtshaus, einem durch die Jahrhunderte, gar Jahrtausende gekommenen Gebäude, hängen fünf Fahnen. Die Fahne der Stadt hängt etwas einsam in der Mitte, flankiert von rechts den regionalen und links den überregionalen Fahnen. Die italienische, die seit dreieinhalb Jahren hier hängt, da die italienische Minderheit seitdem einen Status der Anerkennung innehat, schmiegt sich auffallend häufig an die Fahne der EU, die hier prospektiv und ganz rechts außen hängt. Die istrische, zweite von links, weist einen Ziegenbock auf, die kroatische, ganz links, ebenso.<br />
Ich schleppe also das Buch mit und denke manchmal leicht wehmütig an die schmalen, leicht wiegenden Taschenbücher, die ich zuhause ließ oder in den Geschäften. Um mich zu maßregeln, habe ich nur den U.S. dabei. Den Humor verstehe ich mittlerweile besser, oder, anders, ich glaube, ich finde ihn deshalb nicht so lustig, weil ich einen sehr ähnlichen hatte oder habe. Beispiel, Seite 563:<br />
“La Mont, bist du bereit für eine Bemerkung über das Wesen der Wahrheit?” “Na logo.” “Die Wahrheit macht dich frei. Aber vorher macht sie dich fertig.” (&#8230;) “Aber ich habe eine gute Nachricht für dich. Du hast dich in der Täuschung verfangen, dass Neid einen Kehrwert hat. Du glaubst, dass dein schmerzhafter Neid auf Michael Chang eine Kehrseite hat: Michael Changs Freude nämlich angesichts des Von-LaMont-Chu-beneidet-Werdens. Fällt aus wegen Nebel.”<br />
Mein Klapprechner ist ungefähr gleichformatig wie das aufgeschlagene Buch. Und nicht ein Zehntel so schwer. Sollte sich preislich etwas tun, wird das E-Book eine sonnige Zukunft haben.<br />
So weit aus Pula.<br />
(Stand: S. 639)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/30/pula-free-air/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ich und die Enten</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/26/ich-und-die-enten/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/26/ich-und-die-enten/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Sep 2009 12:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=619</guid>
		<description><![CDATA[Ich sehe Wasser. Ich sehe einen Mann, der das Wasser fotografiert. Ich fotografiere den Mann, der das Wasser fotografiert, dann fotografiere ich das Wasser. Enten schütteln sich.
Eschaton: Die blaue Villa in Hongkong. Die Wiederholung. Risiko. War Games. Die South-Park-Folge, in der die Kids World of Warcraft spielen.
Die Gegenargumente haben mich, Entschuldigung, auch nicht überzeugt.
Das Spiegelspiel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sehe Wasser. Ich sehe einen Mann, der das Wasser fotografiert. Ich fotografiere den Mann, der das Wasser fotografiert, dann fotografiere ich das Wasser. Enten schütteln sich.<br />
Eschaton: Die blaue Villa in Hongkong. Die Wiederholung. Risiko. War Games. Die South-Park-Folge, in der die Kids World of Warcraft spielen.<br />
Die Gegenargumente haben mich, Entschuldigung, auch nicht überzeugt.<br />
Das Spiegelspiel der weltenden Welt und sw., jaja.<br />
Lesetempo ist ein Kriterium, wenn auch nicht das Entscheidende. Es ist gekoppelt mit dem Kriterium Leselust. Lust am Text. Lust am Lesen. Masochismus im Lesen habe ich mir weitestgehend abgewöhnt. Dabei bin, war ich auch Lyriker.<br />
(Zuletzt übrigens an Gertrud von Schleef gescheitert.)<br />
Ich, ich, ich.<br />
Mittlerweile schob ich schon Blogeinträge vor mir her. Ich bin kaum weitergekommen. Was DFW kann: Themen besetzen. Über die AA kann man fortan nicht mehr schreiben. Oder besser: Man muss nicht. Verweis auf U.S. reicht.<br />
Es ist gut, dass Kate Gompert wieder auftaucht. Von ihr würde ich mehr hören wollen. Ich stelle sie mir ähnlich überzeugend schön vor wie das SchMaZ. Dass Letzteres im Ennet House endet, überrascht nicht wirklich, löst aber Bedenken aus. Ihr müsste eigentlich klar sein, dass sie gerade einen Whiskeyflaschenweitwurf vom ehemaligen Domizil ihres ehemaligen Mentors und ihres ehemaligen Liebhabers entfernt ist.<br />
Was uns allen nicht erzählt wird. Noch nicht?<br />
Zum Beispiel auch, wie und wieso die Liebesgeschichte zwischen ihr und Orin geendet ist.<br />
Mit Gately hingegen kann ich mich nicht &#8220;identifizieren&#8221;. Keine Empathie. Figur iss für misch persönlisch uninteressant.<br />
Dass Steeply, Rollstuhlfahrer (?) und Untergrundkämpfer, mit Miss Steeply vom &#8220;Moment&#8221; identisch sein soll, enttäuscht mich.<br />
Kifferideen.<br />
Am Dienstag geht es nach Pula, Kroatien. Das Buch nehme ich pflichtbewusst mit. Obwohl es schwer wiegen wird. Ich würde dem Buch immer noch eine Diät empfehlen wollen.</p>
<p>(Stand: S. 558.)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/26/ich-und-die-enten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>110</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/16/110-2/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/16/110-2/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 17:05:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=555</guid>
		<description><![CDATA[Ich hänge. Nachdem ich noch letzten Donnerstag voller Hymnen gewesen wäre, besonders was die wahnwitzige Fußnote 110 und die anschließende Beschreibung der unerhörten Physiognomie Marios betraf, habe ich heute mit Mühen das nächste Kapitel geschafft, bin seit Donnerstag einen halben Mond weitergekommen, habe nach drei Tagen Pause und zwei Tagen der Versuche es endlich geschafft, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hänge. Nachdem ich noch letzten Donnerstag voller Hymnen gewesen wäre, besonders was die wahnwitzige Fußnote 110 und die anschließende Beschreibung der unerhörten Physiognomie Marios betraf, habe ich heute mit Mühen das nächste Kapitel geschafft, bin seit Donnerstag einen halben Mond weitergekommen, habe nach drei Tagen Pause und zwei Tagen der Versuche es endlich geschafft, die öde und sinnlose Beschreibung des Eschatonspiels zu lesen, einer Art “Risiko” mit lebenden Figuren. Es gibt Züge, Handlungsteile, Zwangsphantasien, die es für mich nicht bräuchte in diesem wie gesagt zu umfangreichen Roman. Dazu gehört der ganze konspirative Separatisten- bzw. Terroristenquatsch rund um Quebec und den Rest Kanadas, da hilft auch die wie gesagt eigentlich sehr geile Fußnote 110 nicht, denn in ihrer Grundstruktur ist sie dann eben doch sehr durchschaubar. Dazu gehören infolgedessen auch die Terroristen in Rollstühlen; gute, lustige Idee, die bei Monty Python aber eben besser aufgehoben gewesen wäre und vermutlich genau für einen 5 bis 20 Minuten langen Sketch gereicht hätte. Dazu gehört auch der hier oft gerühmte Humor, den ich entweder nicht verstehe, oder so witzig gar nicht finde; mich nerven diverse Gags wie beispielsweise der der Sponsorenjahre auf Dauer eher. Dazu gehört die Hälfte der Drogenerörterungen, besonders wenn sie ins verstiegen Spezialistische gehen, die andere Hälfte ist interessant genug; und dazu gehört die umfangreiche Filmografie Seiner Selbst. Was wegen mir vollauf gereicht hätte: Die Geschichte eben dieser Familie Incandenza, die von Hal, die von Orin, die von James; die Geschichte der Madame Psychosis alias Joelle, die Geschichte der Tennisakademie und seiner Insassen, die Geschichte der Entzugsklinik. Die Lebensgeschichte von Orin plus anschließender Liebesgeschichte mit Joelle: sehr großes Tennis. Mme Psychosis auf dem Weg zum Selbstmord: fantastisch, ich warte noch auf die Auserzählung. Hal &amp; Co. bestaunen die Superdroge DMZ und schicken sich an, sie auszutesten: Wo bleibt die Beschreibung, her damit. Was wäre das für ein Buch geworden ohne seine ganzen spinnerten Nerdismen! Denke ich jetzt. Und verliere an Lesetempo. Aber wie ich sehe, habe ich ja noch Vorsprung. (Stand: S. 494)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/16/110-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>This skull, that skull</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/08/this-skull-that-skull/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/08/this-skull-that-skull/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 18:42:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=421</guid>
		<description><![CDATA[Das Buch hat mich. Ich lese es auf dem Bett, auf dem Sofa, beim Fernsehen, im Zug, auf der Terrasse, draußen vor dem Restaurant bei nervigen Wespen, und auf der Parkbank, während Hunde bellen. Ich lese von Mond zu Mond. Ich möchte fürs Lesen bezahlt werden. Möchte man was in Sachen Bildung tun, und man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Buch hat mich. Ich lese es auf dem Bett, auf dem Sofa, beim Fernsehen, im Zug, auf der Terrasse, draußen vor dem Restaurant bei nervigen Wespen, und auf der Parkbank, während Hunde bellen. Ich lese von Mond zu Mond. Ich möchte fürs Lesen bezahlt werden. Möchte man was in Sachen Bildung tun, und man meint hier irgendein hohes Amt, so sollte die Lektüre von Büchern geldlich entlohnt werden, gestaffelt nach Qualität, nach bestimmten Anspruchsschlüsseln. Wie viele Hauptschüler dann vielleicht U.S. lesen würden. Wie reich ich dann schon wäre. Und wie weit ich schon bin, siehe unten. Auf mein eigenes Schreiben, das man gleich vom Leseeinkommen abziehen müsste, hat U.S. bislang noch keinen Einfluss, denn es findet zur Zeit kaum statt. Es ist ja auch nicht so, dass DFW ein großer Stilist wäre, eher ein Multiinstrumentalist. &#8220;Ab einem gewissen Punkt kommt man sich vor wie ein Römer, der den Löwen applaudiert.&#8221; (S. 389) Mein Sozialleben leidet nur geringfügig. Es findet wenig Liebe statt in dem Buch, fällt mir auf. Ein Tennisschüler hat es im Bus vom Turnier nach Hause mit einer Doppelspielerin getrieben, Mme Psychosis hat eine Vorgeschichte mit Orin, der seitdem ein unschlagbarer Objektisizer ist, außerdem taucht immer mal der Name Mildred Bonk auf, das war es bis dato. Der unendliche Spaß ist einer, der hauptsächlich mit sich selbst und chemischen Zusätzen beschäftigt ist. Ich schlage endlich die Stelle in Hamlet nach. Akt 5, Szene 1. &#8220;1 Clown: This same skull, sir, was, sir, Yorick&#8217;s skull, the king&#8217;s jester. – Hamlet: This? (Takes the skull.) 1 Clown: E&#8217;en that. Hamlet: Alas, poor Yorick! I knew him, Horatio – a fellow of infinite jest, of most excellent fancy.&#8221; Übersetzt von Holger M. Klein, Reclam, Orange: &#8220;… Ich kannte ihn, Horatio – ein Bursche von unendlichem Witz, von ganz hervorragender Phantasie.&#8221; (Stand: S. 407.)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/08/this-skull-that-skull/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Federer in vier</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/06/federer-in-vier/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/06/federer-in-vier/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 23:05:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=386</guid>
		<description><![CDATA[Während ich gestern im Zug von Emmerich via Duisburg nach Berlin saß und mir das Abteil mit zwei anderen Lesern teilen musste &#8211; einem jungen Mann mit Brille und Koteletten, der einen Trashroman las, erschienen bei Bastei Lübbe, der interessanterweise ein Frank-Schirrmacher-F.A.Z.-Zitat auf dem Rücken stehen hatte, und einer circa 45 Jahre alten Frau, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während ich gestern im Zug von Emmerich via Duisburg nach Berlin saß und mir das Abteil mit zwei anderen Lesern teilen musste &#8211; einem jungen Mann mit Brille und Koteletten, der einen Trashroman las, erschienen bei Bastei Lübbe, der interessanterweise ein Frank-Schirrmacher-F.A.Z.-Zitat auf dem Rücken stehen hatte, und einer circa 45 Jahre alten Frau, die irgendetwas bei dtv Erschienenes in den Händen hielt &#8211; überlegte ich, ob ich überhaupt der richtige Leser für U.S. bin.<br />
Während ich mich heute durch eine Passage quälte, die ein einziges Auf und Ab war, nämlich die Passage über Madame Psychosis und ihre Radiosendung, in der sich sehr gute mit absolut lähmenden Beschreibungen abwechselten, fragte ich mich, wie oft DFW eigentlich selbst sein Buch gelesen hat. Und wie oft in einem durch.<br />
Ich stelle mir einen amerikanischen Leser vor, männlich, Anfang 20, der na klar schon mit 14 “Herr der Ringe” gelesen hat, dann irgendwann vielleicht auf Philip K. Dick kam, den aber irgendwann mit 18 das ganze SF-und Fantasyzeug zu langweilen begann und daraufhin auf Empfehlung eines älteren Studienkameraden was von Thomas Pynchon in die Finger bekam und jetzt eben DFW liest.<br />
Ich erinnere mich an mich selbst, wie ich zum ersten Mal ein amerikanisches Modebuch gekauft hatte, in der Bahnhofsbuchhandlung Ludwig, und mit dem Buch unterm Arm auf meine Freundin wartete, die ich ausrufen ließ, weil ich auf dem falschen Gleis gewartet hatte. Das Buch war ein Weihnachtsgeschenk an mich selbst, es kostete 40 DM, so viel hatte ich noch nie für ein Buch ausgegeben und sollte es bis zur Währungsreform auch nicht mehr tun, noch heute gebe ich ungern mehr als 25 Euro für ein Buch aus, und es war das erste amerikanische Modebuch, das ich lesen sollte, nachdem ich bereits einige kolumbianische, deutsche, tschechische und italienische Modebücher gelesen hatte, weil meine Mutter Mitglied in einem Buchclub war und einiges aus der Modebücherrangliste für mich bestellt hatte. Das amerikanische Modebuch gefiel mir, weil es so kalt und durchkonstruiert war, weil es was von Musik verstand und einen Psychopathen zur Hauptfigur hatte, und weil der amerikanische Modeschriftsteller mir auf den Fotos gefallen hatte und in dem Interview, das glaube ich damals in der Modezeitung Tempo gestanden hatte.<br />
Es ist selten, dass man jemanden mit einem guten Buch in der Bahn sieht, alle lesen diese Bastei-Lübbe-Heyne-Schmöker, Biss zu Mittag, Der Abzug, sind ja immer erstaunlich dick, diese Parallelweltbücher, die Trashbestseller. Kann man so weglesen, wird dann auch oft gesagt, das gilt dann als Qualitätsmerkmal.<br />
Zuhause lief während der Lektüre tatsächlich der Fernseher. Tennis auf Eurosport, Federer ließ Hewitt ziemlich alt aussehen. Ich habe noch nie selbst Tennis gespielt. Im Hintergrund lief eine CD mit MP3s, eine Art Mix-CD in Überlänge, was im Vergleich zu einer normalen CD dem quantitativen Verhältnis von U.S. zu sagen wir “Jedermann” entspricht. Das Niveau des heutigen Pensums kommt dem Federers ziemlich nahe, dachte ich zwischen Buch und Bildschirm den Blick changierend, allein die Abhandlung zum Thema Tätowierungen ist ziemlich gut. Dass “Tät” als Kurzform von Tätowierung (statt Tattoo) verwendet wird, hat mich irritiert; denn das habe ich so noch nie gehört und auch noch nie gelesen. Die folgende sich anbahnende Einnahme des Monsterzeugs DMZ ist auch recht großartig; ich kann es kaum erwarten, hier endlich eine Drogengeschichte von innen zu lesen; darauf warte ich wie auf die Beschreibung eines Tennismatchs. Ansonsten bin ich, es ist inzwischen Sonntag, jetzt ziemlich müde gelesen. (Stand: S. 315)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/06/federer-in-vier/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angst &amp; Feuer</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/01/angst-feuer/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/01/angst-feuer/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 12:25:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=315</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Es gibt so etwas wie politischen Sex.&#8221; (S. 133)
Die Fahne von Schalke 04 flattert an der in der Gärtnerei angebrachten Stange. Entfernung vom Point of View circa 300m. Den Großteil des gestrigen und heutigen Pensums U.S. habe ich auf einem Liegestuhl auf der Terrasse meines Vaters gelesen. Emmerich, Niederrhein. Am Abend, als ich ungefähr auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Es gibt so etwas wie politischen Sex.&#8221; (S. 133)<br />
Die Fahne von Schalke 04 flattert an der in der Gärtnerei angebrachten Stange. Entfernung vom Point of View circa 300m. Den Großteil des gestrigen und heutigen Pensums U.S. habe ich auf einem Liegestuhl auf der Terrasse meines Vaters gelesen. Emmerich, Niederrhein. Am Abend, als ich ungefähr auf Seite 170 war, &#8220;Aufmerksamkeit, Befangenheit, der quasselnde Kopf, die schnatternden Stimmen, die Versagensangst, Angst versus alles, was nicht Angst ist, Selbstbild, Zweifel, Widerstände, wortkarge bange Männchen im Kopf, die sich über Angst und Zweifel und Schwachstellen in der geistigen Rüstung ausmären&#8221;, entzündete ein Nachbar ein offenes, unangemeldetes Feuer auf dem Feld. Äste, Laub, Sperrholz. Ein schönes, offenes Feuer, das auch ein wenig angsteinflößend war. Die Luft schien zu schmelzen. Es vergingen keine drei Minuten, bis Sirenen erklangen und die örtliche Feuerwehr ins Feld gefahren kam und gleich zu löschen begann. Es wird ein Protokoll geben, die Nachbarn standen noch minutenlang um den gelöschten Brandherd, die Feuerwehr zog mitsamt Streifenwagen wieder von dannen, und redeten in diesem niedlichen Mischmasch aus Deutsch, Niederländisch und Plattdeutsch über das große, selbstverschuldete Ereignis; gleich wurde ein Schuldiger gesucht, gleich wurde der andere niederländische Nachbar des verratenden Notanrufs verdächtigt, gleich wurde beratschlagt, wie man um die hohe Strafe herumkäme. Lösung: Kasten Bier. Am Freitag einen Kasten Bier bei der freiwilligen Feuerwehr vorbeibringen, das hilft dann schon.<br />
Ich habe schon wieder ein Déjà-vu.<br />
Natürlich machen in diesem Blog alle, was sie wollen. Wäre ja auch noch schöner. Natürlich quasselt man, schnattert man, und natürlich hat man unbedingt Lust, selbst eine Kiffergeschichte zu erzählen, zum Beispiel vom eigenen ersten Mal, das mit Uta, in die ich immer leicht verschossen war, in ihrem Mädchenzimmer im Abitursommer 1991 statthatte. Sie hatte was da. Da wir beide noch sehr ungeübt waren, mussten wir das Ding mit Prittstift zusammenkleben. Es hielt sonst nicht. Uta lag anschließend paralysiert auf dem Zimmerboden, während ich kaum etwas merkte und nicht wusste, was ich tun sollte. Die sexuelle Spannung war gleich mit verpufft. Uta schmiss mich kurz darauf raus. Sexuelle Repression wurde noch sehr oft mit Kiffen ausgeglichen, meinerseits, später, jahrelang, in Phasen.<br />
Die Bändchen lösen sich allmählich auf. Auf Seite 132 kam das erste Insekt ums Leben. Es hinterließ einen kleinen roten Fleck.<br />
(Stand: S. 194)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/01/angst-feuer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Yucca-Palme</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/28/yucca-palme/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/28/yucca-palme/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 14:31:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=228</guid>
		<description><![CDATA[Heute ist ein etwas lahmer Tag. Ich verhandele mit meinem Mitbewohner über die Lieferung Holz, die am 7. September kommen wird. Er ist Vorratskäufer, ich Aufbraucher. Im Keller ist noch Holz für mindestens drei Monate. Gut, der Winter wird wie immer hart, und wir werden länger als drei Monate heizen müssen. Er hat gewonnen.
Vorgestern habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist ein etwas lahmer Tag. Ich verhandele mit meinem Mitbewohner über die Lieferung Holz, die am 7. September kommen wird. Er ist Vorratskäufer, ich Aufbraucher. Im Keller ist noch Holz für mindestens drei Monate. Gut, der Winter wird wie immer hart, und wir werden länger als drei Monate heizen müssen. Er hat gewonnen.</p>
<p>Vorgestern habe ich wieder Zigaretten geraucht. Erst eine, dann zwei, dann drei, dann vier, am Ende waren es fünf, und gestern auch. Heute noch keine, aber der rechte Versuch aufzuhören ist, denke ich, vorerst gescheitert und wird auf das Wochenende, an dem ich zu meinem Vater fahre, verschoben.</p>
<p>Im U.S. habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen. Eine Passage wie die über das Subjekt Orins, das sich eine Patrone über Schizophrenie anschaut, bzw. die Passage über diese Patrone, ist reine Angeberei, über die ich einfach hinweglese (S. 70). Das kommt öfter vor. Hochspezielles technisches Fachwissen, das selbstgenüsslich ausgebreitet wird, erfunden oder nicht, ödet mich eher an. Passagen rauschen vorbei. (Neulich hatte ich eine Diskussion mit dem Lyriker Jan W. darüber – es ging um Moby Dick. Was er an dem alten Wälzer sehr gut, nachgerade fantastisch fand, nämlich die kapitellangen Ergüsse über den Walfisch und den Walfang als solchen, war für mich Anlass, die Lektüre angeödet einzustellen.) Ähnlich, aber doch anders erging es mir mit den Drogenpassagen bei DFW und den entsprechenden Fußnoten. Vielleicht liegt mir da das Thema näher? Wiederum langweilig: Die Erklärung der unterirdischen Architektur der E.T.A., was nicht am Thema, sondern an der Umsetzung liegt, wie ich dachte: Das hätte Robbe-Grillet besser gekonnt. Verblüffend dann, dass DFW später zu einer Anekdote greift, die mir als &#8220;Urban Myth&#8221; oder &#8220;Yucca-Palmen-Geschichte&#8221; bekannt ist. Der Drogensüchtige Don Gately bricht im Haus des Richters ein, um sich zu rächen, hinterlässt aber nichts weiter Bemerkenswertes, bis er später die Bilder schicken lässt, auf denen er und sein Komplize die Zahnbürsten des Richters im Arsch stecken haben. Kommentatoren aufgepasst: Kann DFW als Erfinder dieser Geschichte gelten? Oder ist die Geschichte eben schon viel länger kurrent? Ich kann mich leider nicht erinnern, wann ich sie zum ersten Mal gehört habe, aber das ist bestimmt schon zehn Jahre her (in einer Schwestergeschichte ging es um Sperma in einem Döner Kebab).</p>
<p>Mein Mitbewohner arbeitet als Barkeeper. Gestern feierte jemand Geburtstag in seiner Bar. Und bekam u.a. U.S. geschenkt. Soll sich gefreut haben. (Stand: S. 97; muss aber noch die Fußnoten 24 und 25 lesen.)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/28/yucca-palme/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Santa Maria</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/24/santa-maria/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/24/santa-maria/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 13:52:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=130</guid>
		<description><![CDATA[Heute, am offiziellen Tag der Veröffentlichung dieses Buchs, habe ich lange in der Sonne gesessen, mit hochgezogenen kurzen Ärmeln, also schulterfrei, und habe, da ich auf die Zeitungen warten musste, in einem anderen Buch gelesen, nämlich in Hans Fallada: In meinem fremden Land, übrigens auch eine gute Darstellung von Paranoia in einem paranoiden Land, um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, am offiziellen Tag der Veröffentlichung dieses Buchs, habe ich lange in der Sonne gesessen, mit hochgezogenen kurzen Ärmeln, also schulterfrei, und habe, da ich auf die Zeitungen warten musste, in einem anderen Buch gelesen, nämlich in Hans Fallada: In meinem fremden Land, übrigens auch eine gute Darstellung von Paranoia in einem paranoiden Land, um nur das geringste zu sagen. In U.S. habe ich erst später wieder gelesen. Am Wochenende hatte es zahlreiche Besprechungen des Buchs gegeben, ich habe nur zwei davon gelesen, und kann nur eine weiter empfehlen, nämlich die von <a href="http://www.taz.de/1/leben/buch/artikel/1/das-irrenhaus-ist-unsere-welt/">Ekkehard Knörer</a>. Ich hebe einen Absatz hervor: &#8220;Was dabei herauskommt, ist ein Gesellschaftsroman als monströser Chor für emotional schwer beschädigte Stimmen. Das Bild der Gesellschaft, das im komponierten Durcheinandersingen des Individuenchors entsteht, ist darum selbst psychotisch, Ergebnis einer unkontrollierbaren, unendlichen Sprachproduktion. Auch und gerade die Politik ist fantastisch deformiert, die Fortsetzung eines James-Incandenza-Films mit möglicherweise nicht einmal anderen Mitteln.&#8221; </p>
<p>I Want To Tell You, drittletztes Stück auf Revolver, 1966. Einen ähnlichen Dialog habe ich neulich auch geschrieben:<br />
- Und, wie ist die so?<br />
- Ein Kind der Sonne. Schön wie ein erwachender Morgen.</p>
<p>Viel ist von der angeblichen Zukünftigkeit die Rede, dem Science-Fiction-Element in U.S., das sich besonders in den gesponserten Jahreszahlen und den anderen, neuartigeren Medien und Mediengeräten zeigt. Hier fangen aber auch die Probleme an. Man merkt eben doch, dass der Roman in den USA zum genau richtigen Zeitpunkt erschienen ist, während er hier und jetzt schon wieder etwas Historisches hat. Er ist ein Roman der Neunziger. In seiner Wirrnis, seinem Wahn, seinem Nerdism: Der Roman eines Nerds. Für Nerds. Aus dem Jahrzehnt der Nerds. Die Geräte: Das Mobiltelefon ist noch nicht omnipräsent, und hat noch eine Antenne; von Internet und E-Mail ist kaum etwas zu ahnen (behaupte ich jetzt mal). Es gibt einen Teleputer – vielleicht die Zusammenführung von Computer und Fernsehen, aber sicher bin ich mir da nicht. Und es gibt Patronen mit Unterhaltung, wo es heutzutage bald schon keine DVDs mehr gibt. Das Schwierige am SF ist also immer der technische Fortschritt, den man mit berechnen muss. </p>
<p>Übrigens sind meine Freunde und Bekannte eher &#8220;wuschig&#8221; als &#8220;kribbelig&#8221;, wenn sie die Ankunft beispielsweise lang erwünschter Drogen erwarten. Ansonsten bin ich natürlich weiterhin sehr zufrieden. Mit dem Buch, mit der Übersetzung, mit allem. Liest sich toll. Meine letzte Zigarette habe ich übrigens am Sonntagmorgen gegen sechs Uhr geraucht. Bislang wenigstens. (Stand: S.55)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/24/santa-maria/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Reiche Eltern für alle</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/20/reiche-eltern-fur-alle/</link>
		<comments>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/20/reiche-eltern-fur-alle/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 17:10:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>René Hamann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unendlicherspass.de/?p=60</guid>
		<description><![CDATA[Heute, am denkbar heißesten Tag des Jahres, ist das Buch gekommen. Ein Ziegel. Er fiel auch gleich runter und hat seine erste Katsche, links oben. Heute Morgen, beim Basketball, fühlte ich mich kurz nackt. Unter der Sporthose trug ich eine weite Unterhose. Später hatte ich ein Déjà-vu. Der Ziegel macht keinen Eindruck auf mich, vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, am denkbar heißesten Tag des Jahres, ist das Buch gekommen. Ein Ziegel. Er fiel auch gleich runter und hat seine erste Katsche, links oben. Heute Morgen, beim Basketball, fühlte ich mich kurz nackt. Unter der Sporthose trug ich eine weite Unterhose. Später hatte ich ein Déjà-vu. Der Ziegel macht keinen Eindruck auf mich, vor zehn Jahren habe ich schon &#8220;Ulysses&#8221;, &#8220;Die Ästhetik des Widerstands&#8221;, und vor fünf &#8220;Jahrestage&#8221; gelesen. Nein, Proust nicht. Allerdings hat er zwei Bändchen. Ich lese an, &#8220;Jahr des Glad-Müllsacks&#8221;, das erste Kapitel, die ersten beiden Sätze lauten: &#8220;Ich befinde mich in einem Büro, umgeben von Körpern und Köpfen. Meine Haltung kongruiert bewusst der Form des harten Stuhls, auf dem ich sitze.&#8221; Die Kunst des zweiten Satz, obwohl ich ihn niemals so formuliert hätte. Ich gehe raus und kaufe Zigaretten, die Gitanes Blondes kosten jetzt schon 5 Euro, für 20 Zigaretten, der ursprüngliche Plan war ja, während der Lektüre von &#8220;Unendlicher Spaß&#8221; das Rauchen aufzugeben. Ich weiß, ich bin vorschnell, ich habe noch vier Tage. Nächster ins Auge springender Satz: &#8220;Ein leicht digestiver Geruch liegt im Zimmer.&#8221; Vorher war mir bereits aufgefallen, dass mich die virtuelle Anwesenheit des Übersetzers leicht befangen macht. Der Satz &#8220;Der Übersetzer dankt… seinem Vater Arnold Blumenbach, ohne dessen mäzenatische Zuwendungen er die Übersetzung nicht hätte abschließen können&#8221; klingt schön und wohlverdient und erinnert mich an die Maxime &#8220;Reiche Eltern für alle&#8221;. Die Exposition ist geschickt, aber auch typisch: &#8220;Auf der anderen Seite des Konferenztischs aus poliertem Kiefernholz, der im spinnfädigen Mittagslicht von Arizona…&#8221;, gute Einführung des Orts. Ab Seite 11 bin ich drin. Es ist fantastisch. (Stand: Seite 28.) </p>
<blockquote><p><strong>René Hamann</strong>, geb. 1971 in Solingen, lebt in Berlin als Journalist und Schriftsteller. Zuletzt erschienen: &#8220;Das Alphabet der Stadt&#8221;, Berliner Szenen, Verbrecher Verlag 2008; &#8220;Berge und Täler, davor Männer und Frauen&#8221;, Gedichte, Gutleut Verlag 2009.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/20/reiche-eltern-fur-alle/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

