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	<title>Unendlicher Spass &#187; Robert Michael Wenrich</title>
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		<title>[ˈkɛtʃap]!</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 20:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Michael Wenrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Was Softes in eigener Sache:
Auf Reisen gewesen. Und das böse, große, weiße Buch absichtlich zuhause vergessen. Und dann Dracula, weil ichs immer mal lesen wollte, gelesen =&#62; Van Helsing könnte man in den Spaß copypasten, der Todessophist gehört da rein wie die ballgefüllten Unterhosen-MIRVs der Spielvernichter. 
After a pause Van Helsing went on, evidently with [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was Softes in eigener Sache:<br />
Auf Reisen gewesen. Und das böse, große, weiße Buch absichtlich zuhause vergessen. Und dann <em>Dracula</em>, weil ichs immer mal lesen wollte, gelesen =&gt; Van Helsing könnte man in den Spaß copypasten, der Todessophist gehört da rein wie die ballgefüllten Unterhosen-MIRVs der Spielvernichter. </p>
<blockquote><p>After a pause Van Helsing went on, evidently with an effort, &#8220;Miss Lucy is dead, is it not so? Yes! Then there can be no wrong to her. But if she be not dead…&#8221;<br />
Arthur jumped to his feet, &#8220;Good God!&#8221; he cried. &#8220;What do you mean? Has there been any mistake, has she been buried alive?&#8221; He groaned in anguish that not even hope could soften.<br />
&#8220;I did not say she was alive, my child. I did not think it. I go no further than to say that she might be UnDead.&#8221;<br />
&#8220;UnDead! Not alive! What do you mean? Is this all a nightmare, or what is it?&#8221;<br />
&#8220;There are mysteries which men can only guess at, which age by age they may solve only in part. Believe me, we are now on the verge of one. But I have not done. May I cut off the head of dead Miss Lucy?&#8221; </p></blockquote>
<p>Zuhause jedoch die Quittung fürs Kopflose bekommen: +200 Seiten aufholen in wenigen Tagen.  Stand heute: S. 643. Ich gestehe: Zwar kann ich mich noch immer auf jeder zweiten Seite über seine Manier ärgern, aber letztlich hat es Wallace geschafft: ich bin weichgeknetet. Ich hab das big picture auf dem Schirm.<br />
Der sanfte, so normale O., der mir das Inandenza-Nest erdet; Gately, dieser coole Hund, ein Bejaher vor dem Herrn, der sogar glaubhaft die Autotheopoiesis der AA vertritt; Mario, mein heimlicher Star, das fleischgewordene Stativ; Clipperton &amp; seine Glock. Ich sage nur: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=kBjUDCyDCuI">Clipperton und seine Glock!</a> – alle liegen sie im Setzkasten aufgereiht und warten darauf, wieder und wieder inszeniert zu werden. Das Romangefühl hat sich eingestellt and this time it is here to stay: Ich bestaune den Organismus und seine von einer Figur zur nächsten unablässig pumpenden Flüssigkeitsströme; wie beim Blutbund unter den Vampirjägern.<br />
(btw: Dass es sich bei Wallace vielleicht um <a href="http://das-ist-drin.de/Hela-Tomaten-Ketchup-500-ml--9489/">sehr künstliches Blut</a> handelt, verdickt und mit viel zu viel Zucker und viel zu viel Salz, macht es doch nur interessanter, oder?)</p>
<p>Grüße aus dem Setzkasten</p>
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		<title>Gestern und der Tag danach</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/13/gestern-und-der-tag-danach/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 00:03:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Michael Wenrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Alptraum: 
Ich bin ein großer, austrainierter schwarzer Turm.
In mich schlagen von allen Seiten her die Tennisbälle ein. Bis ich endlich zerbreche und niederregne.
In abertausend schwarzen Witwen.
Die Tirade des Zuchtgründers Opa Incandenza (S. 224-244) hatte mich bis in den Schlaf begleitet.
Bei diesem sind ja die Romangene schon vorhanden: Tennis, Spinnen, Filme, Körper, Psychosen.
Gerade das Pflichtdenken, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alptraum: </p>
<p>Ich bin ein großer, austrainierter schwarzer Turm.<br />
In mich schlagen von allen Seiten her die Tennisbälle ein. Bis ich endlich zerbreche und niederregne.<br />
In abertausend schwarzen Witwen.</p>
<p>Die Tirade des Zuchtgründers Opa Incandenza (S. 224-244) hatte mich bis in den Schlaf begleitet.<br />
Bei diesem sind ja die Romangene schon vorhanden: Tennis, Spinnen, Filme, Körper, Psychosen.<br />
Gerade das Pflichtdenken, den Körper bis zur Transzendierung zu üben, und das gegen jeden individuellen Wunsch und gegen jedes Experiment; alles auf das eine Ziel, das kein Ziel an sich ist, zu eichen, das, dieses Verlangen nach Unterwerfung und Auslöschung, hat in mir (ich gestehe: erstmalig!) ein Interesse an der Stoa¹ geweckt.</p>
<blockquote><p>
Wie viele bieten infolge des unaufhörlichen Sinnengenusses [oder: unendlichen Spaßes] den Anblick von wandelnden Leichen!
</p></blockquote>
<p>Worum geht es:</p>
<blockquote><p>
Sein Leben lang muss man das Sterben lernen. Es gehört [...] ein großer und über menschliches Irrsal erhobener Mann dazu, nichts von seiner Zeit umkommen zu lassen; und sein Leben ist aus dem Grund das längste, weil es in seiner ganzen Ausdehnung gerade ihm selbst zur Verfügung steht.
</p></blockquote>
<p>und:</p>
<blockquote><p>Das Leben, das uns gegeben ist, ist lang und völlig ausreichend zur Vollführung auch der herrlichsten Taten, wenn es nur von Anfang bis zum Ende gut verwendet würde; </p></blockquote>
<p>Bis hierher verständlich. Natürlich stellt sich die Frage, ob eine lebenslange, deformierende Übung wie der Sport, oder auch der Hirnsport des Romanciers, eine gute Verwendung des Lebens darstellt.<br />
Aber bei Seneca, dem römischen Dale Carnegie, und hier unterscheiden sich beide Entwürfe, geht es vor allem um das Selbstgewählte (im Weiteren: die selbstgewählte Muße). Die Looser sind diejenigen, die um Dritter willen ihre Dienste verrichten; sei das nun ein Sklave, ein Beamter oder ein Sportler. </p>
<p>Die Natur der Geschäftsmänner, die S. als Beispiel anfügt, kann man getrost mit der Mentalität unsrer Zeit vergleichen, wo ein homo oeconomicus dem nächsten gerne Bruder und Geschäftspartner (natürlich in umgekehrter Reihenfolge) ist. </p>
<blockquote><p>[...] die Seelen der Geschäftsmänner sind gleichsam durch ein Joch gehemmt, sie können sich nicht wenden und rückwärts schauen. So sinkt das Leben in den Abgrund, und du magst zuschütten, so viel du willst: es hilft nichts, wenn kein Untergrund da ist, der es auffängt und festhält. So mögen dir die Lebensjahre auch noch so reichlich gewährt werden: wenn sie keinen festen Widerhalt haben, so finden sie durch die gelockerten und durchlöcherten Seelen ihren Ausweg. Die Gegenwart ist nur ganz kurz so kurz, dass sie manchen wie ein Nichts erscheint. nur die Gegenwart gehört den Geschäftsmännern, sie die so kurz ist; diese aber entzieht sich ihnen infolge der zerstreuenden Vielheit ihrer Tätigkeit.
</p></blockquote>
<p>Die Idee, dass wir uns zu Tode amüsierten; dass wir uns mit Drogen, mit dem Sport, mit Incandenzas Film anfüllten, bis das wenige Selbst ganz untergegangen wäre, beruht so allein auf der Möglichkeit, nicht mehr über seine Zeit verfügen zu können oder zu wollen.</p>
<blockquote><p>Ich wundere mich oft, wenn ich sehe, dass man andere bittet, uns ihre Zeit zu widmen, und dass die darum Ersuchten sich so überaus gefällig erweisen. [...] man bittet um die Zeit, als wäre sie nichts, man gewährt die Zeit, als wäre sie nichts. </p></blockquote>
<p>Die Pflichtethik, die den Roman durchzieht, würde wohl verstanden werden, nicht aber die allerorten in ihm wuchernde Fremdbestimmung. Etwas anderes als das pathologische &#8220;Müssen&#8221; habe ich noch nicht wirklich ausmachen können. Stand: S. 261.    </p>
<p>¹ Textstellen aus &#8220;Von der Kürze des Lebens&#8221;, Senecas 10. Dialog. Modifiziert in der Übersetzung von Otto Apelt. </p>
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		<title>It&#8217;s-a-Me, Mario!</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 23:52:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Michael Wenrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute +100 Lektüre par force. Stand: S. 234. Grund für den Nachholbedarf: 
Das Abstylen der Pennäler war mir zu zäh. Es mag vielleicht Debattierklubs in den VHS geben (Jetzt bewerben – Kurse beginnen schon im September!), wo man solche Reden serviert und beklatscht. Ich persönlich finde sie, und Hals Belehrungsstunde zuvorderst, einfach öde.
Übers Ironiemaß kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute +100 Lektüre par force. Stand: S. 234. Grund für den Nachholbedarf: </p>
<p>Das Abstylen der Pennäler war mir zu zäh. Es mag vielleicht Debattierklubs in den VHS geben (<em>Jetzt bewerben – Kurse beginnen schon im September!</em>), wo man solche Reden serviert und beklatscht. Ich persönlich finde sie, und Hals Belehrungsstunde zuvorderst, einfach öde.</p>
<p>Übers Ironiemaß kann man, und wie die Jungsophisten der E.T.A. genau zu nehmen sind, sicher diskutieren. Die Texte des Romans kamen mir bisher wie Revuenummern vor; und wenn die nun einmal nicht zünden, weil bspw. das Gefasel der Hirntiere weder hirntierisch noch tierisch hirnig ist; oder weil das Personal zwecks Durchlüftung des behäbigen Gesprächs Alibiartistik betreiben muss, z.B:</p>
<blockquote><p>Blott muss anscheinend gleich weinen. Beaks leerer Blick und das leise Zucken seiner Glieder lassen auf einen Albtraum schließen. Blott reibt sich mit dem Handrücken die Nase. S. 162
</p></blockquote>
<p>&#8230; dann dauert es einfach länger mit dem Lesen. Soll einstweilen die einzige negative Leseerfahrung bleiben. Gut, die Gedanken über Filmhelden hättens auch nicht sein müssen (S. 201f), aber das waren nur zwei Seiten. Zwei Seiten lang war auch der Versicherungssketch; und zwei mal zwei Seiten lang ist die zärtliche Begegnung der Millicent mit Mario – und da bin ich endlich beim Thema des Posts: Mario¹.</p>
<blockquote><p>ähnelt eigentlich niemandem, den sie kennen. S. 146
</p></blockquote>
<p>Wer im Spaß Sympathieträger sein könnte, wurde ja schon diskutiert. Ich merke, wie mir der Mario richtig ans Herz wächst. Inmitten der Zuchtburschen inszeniert ihn Wallace so schön „menschlich“. Das Gespräch mit Schtitt, die verhinderte Liebe im Giftsumach (s.o), das Interesse am Film –</p>
<blockquote><p>außerdem bringt er bekanntermaßen eine Liebe zu wellenförmig verlaufenden Systemen fleischfarbener Quadrate mit S. 220
</p></blockquote>
<p>Vielleicht, dass Mario unsere Stellvertreter-Position einnimmt, also den ex-impliziten Leser im Buch darstellt, und mit großen Augen und seinem großen Kopf das bunte Treiben der Academy verfolgt² und wie mit einer Kamera einfängt und schluckt&#8230;? Hand aufs Herz, ich mag den Kerl!</p>
<p>¹ Die wikipedia hat eigenartigerweise ein anderes Bild von ihm</p>
<blockquote><p>
Bei Mario handelt es sich um einen schnauzbärtigen, etwas klein gewachsenen und dicklichen italienischen Klempner mit blauer Latzhose, rotem Hemd und roter Schirmmütze mit einem M-Symbol.</p></blockquote>
<p>²  Leider auch, wenn ich Marios Zahnlage richtig deute, im Zermalmen, also Verarbeiten des Geschluckten benachteiligt. </p>
<p>&#8230;</p>
<p>Nachtrag:</p>
<blockquote><p>in Erwartung der sauren Entleerung. S. 149</p></blockquote>
<p>Dass Kackende etwas Göttliches an sich haben, ist schon vielen aufgefallen. Und wer weiß, wenn wir Menschen die Gesichter an der Stelle unsrer Hintern hätten und vice versa; wie dann wohl der Himmel aussähe, in den alle Gebete (und was für welche!) gerichtet wären?</p>
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		</item>
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		<title>Versuchsaufbau</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/09/02/versuchsaufbau-us-patent-2-sep-jahr-der-linsbrunst/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 19:21:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Michael Wenrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[ANLEITUNG FÜR EXTREM-SITUATION „ODYSSEUS“
(US-Patent 2. September im Jahr der Linsbrunst)
Wir haben es mit einer zur Regel gewordenen Ausnahme zu tun: Im Fall Spaß ist es ein Film, der die Sirene spielt. Was ist zu tun?
Geeignete Personen müssen gefunden werden! Vornehmlich: Blinde. Bei dressierten Hunden besteht dringender Verdacht, dass auch sie der sirenischen Wirkung unterlägen.
Merke: Blinde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ANLEITUNG FÜR EXTREM-SITUATION „ODYSSEUS“<br />
<em>(US-Patent 2. September im Jahr der Linsbrunst)</em></p>
<p>Wir haben es mit einer zur Regel gewordenen Ausnahme zu tun: Im Fall Spaß ist es ein Film, der die Sirene spielt. Was ist zu tun?</p>
<p>Geeignete Personen müssen gefunden werden! Vornehmlich: Blinde. Bei <a href="http://www.dufeu-bear.de/galerie1_0608_en.htm">dressierten Hunden</a> besteht dringender Verdacht, dass auch sie der sirenischen Wirkung unterlägen.<br />
Merke: Blinde sind im Fall Spaß die besten Versuchsbegleiter.</p>
<p>Der Proband wird durch den oder die Versuchsbegleiter in die Extremsituation gebracht; und genau dort fixiert! Dann: Patrone laden, Bildschirm anschalten. Was ist zu erwarten?</p>
<p>Bringt man Menschen mit Unendlichem Spaß in Verbindung, reicht meist  der Erstkonsum als Schwellendosis aus, um eine Sucht mit Todesfolge auszulösen. Der Proband wird durch &#8220;ODYSSEUS&#8221; verändert. Es entsteht eine Endlosspaßschleife.  </p>
<p>Der Versuchsbegleiter muss eingreifen:<br />
Ausschalten der &#8220;Sirene&#8221;!<br />
Ansprechen des &#8220;Odysseus&#8221;!</p>
<p>(Stilechter: langsam das Möbel, darauf der Bildschirm steht, in Wellenbewegungen [Wallace: unduliert] fortbewegen; Meeresrauschen im Mundraum imitieren; erst außerhalb des Sichtkreis des Probanden die &#8220;Sirene&#8221; ausschalten) </p>
<p>Erkenntnisgewinn durch die Hirnverstümmelung Spaß. Was erlebt &#8220;ODYSSEUS&#8221;? Wie fühlt sich unendlicher Spaß an? Wer mag schon Schwarze Löcher?<br />
These: Proband wird nach Versuch umso eifriger unter die Menschen wollen; umso eifriger in die Mitte. Benutzbar als Heilungsmethode / Erziehungsinstrument für deviante Subjekte.  </p>
<p>Außerdem heiter: <strong>Jeopardy</strong></p>
<blockquote><p>
Name einer Westdeutschen Stadt, die für Mario wie das Röcheln eines Menschen klang, der gerade erdrosselt wird. (S. 121)</p></blockquote>
<p>Was ist Düsseldorf?</p>
<p>Stand: S. 134. Nächster Post, provisorisches Thema:<br />
&#8220;Marathe (angefragt) &amp; Arno Schmidt (angefragt) &#8211; Eine Freundschaft in der Wüste?&#8221;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>hope springs eternal¹ / spes saepe fallit</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/31/hope-springs-eternal%c2%b9-spes-saepe-fallit/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 11:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Michael Wenrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich gestehe²: Wie gesammelte biografische Skizzen und getunte Dope-Notate (= Dopate) kam mir der Spaß vor; kurzweilig zwar, aber wie bereits erwähnt: doch irgendwie spröde! Bis sich bei der gestrigen Lektüre endlich das Roman-Gefühl einstellte. Genauer, an zwei Stellen: 
1) Bei der Genesis der Panik (S.89f).
2) Bei der Visite (S. 99ff).
Daraus wäre zu schließen, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gestehe²: Wie gesammelte biografische Skizzen und getunte Dope-Notate (= <em>Dopate</em>) kam mir der Spaß vor; kurzweilig zwar, aber wie bereits erwähnt: doch irgendwie spröde! Bis sich bei der gestrigen Lektüre endlich das <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b5/Romanesco_Brassica_oleracea_Richard_Bartz.jpg">Roman-Gefühl</a> einstellte. Genauer, an zwei Stellen: </p>
<p>1) Bei der Genesis der Panik (S.89f).<br />
2) Bei der Visite (S. 99ff).</p>
<p>Daraus wäre zu schließen, dass ich zu deutlicher, vielleicht bodenständiger Prosa mit dem specific human touch neige; keinesfalls. Alles, was wie reifer Shandy aussieht, wird geext. Vielmehr liegt es am Unterschied beider Stellen zum Text davor. Man könnte es Maß nennen oder Normalität; in gewissem Sinne auch Ehrlichkeit. Nur ist es das allein auch nicht. Es wäre ein zu einfaches Modell. Das bürgerliche Tempolimit für den Roman ist ja sowieso indiskutabel. </p>
<p>Eher ist es so, als ob der direkte Ton beider Passagen Wallace sirrende, asthmatische Stimme erden konnte, wodurch mir erstmals die narrative Fallhöhe, bzw. seine Sprungtiefe definiert scheint. Denn ohne auf die biografische Deutung zurückzugreifen, muss man doch in der Beschreibung der Panik und in Katherines Apologie des Suizids einen ungleich stärkeren existenzielleren Zug feststellen; der zwar vorhanden war, aber ganz von den burlesken Elementen überdeckt wurde.  </p>
<p>Juxtaposing Arzt und Patient: In dieser Vertauschung ihrer mindsets ist das, wie ich finde, sehr gut angelegt: Patient Katherine ist ruhig, und kann Erklärungen und Antworten bez. ihrer vermeintlichen Fehlfunktion geben. Der Arzt dagegen ist ein neurotisches Wrack, dem Mensch Katherine nur noch als pathologische Checkliste erscheint, und der sich mühen muss, menschlich mit ihr umzugehen. Hier bekommt der Roman seine Bodenhaftung, und damit die Komik ihre Schärfe. </p>
<blockquote><p>Sprüche und Witze waren oft die Flaschen, in denen klinisch depressive Menschen ihre gellendsten Hilferufe nach jemandem aussendeten, der sich um sie kümmern sollte. (S. 104)
</p></blockquote>
<p>Jetziger Stand: S. 111.<br />
Ich bin vorerst angefixt.<br />
Hoffe, dass Wallace es durchhält. Wahrscheinlich ist es auf die Ironman-Distanz von 1500pp+ leider nicht. Der Tod ist nur einer vieler strenger Lehrer. Als menschliche Brust aber hofft man unendlich. </p>
<p>¹ Aus: Essay on Man, Pope. </p>
<blockquote><p>
Hope humbly, then; with trembling pinions soar;<br />
Wait the great teacher Death; and God adore.<br />
What future bliss, He gives not thee to know,<br />
But gives that hope to be thy blessing now.<br />
Hope springs eternal in the human breast:<br />
Man never is, but always to be blest:<br />
The soul, uneasy and confined from home,<br />
Rests and expatiates in a life to come.</p></blockquote>
<p>² Wallace und Britney verbindet mehr, als man denkt: </p>
<blockquote><p>My loneliness is killin me<br />
I must confess I still believe<br />
When I&#8217;m not with you I lose my mind<br />
Give me a sign, hit me baby one more time!
</p></blockquote>
<p>Eine genauere Untersuchung der frappierenden Paralellen beider Karrieren (ab 1996 Aufstieg / Abstieg um 2006; der Eine zum Orkus, die Andere zur Übergrößenabteilung) steht noch aus!  </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Autodafé¹</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/28/autodafe%c2%b9/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 20:46:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Michael Wenrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Eben noch geschlafen. Da steht die Feuerwehr bei uns im Flur. Drei Mann jeweils gefühlte drei Meter groß (macht neun Meter in summa, mit Helmen, die sie niedriger Flurdecke wg. abgenommen haben, und wie kondolierend vor sich halten). Sie lugen in den Topf, wo noch vor zwei Stunden, etwa um halb fünf in der Frühe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eben noch geschlafen. Da steht die Feuerwehr bei uns im Flur. Drei Mann jeweils gefühlte drei Meter groß (macht neun Meter in summa, mit Helmen, die sie niedriger Flurdecke wg. abgenommen haben, und wie kondolierend vor sich halten). Sie lugen in den Topf, wo noch vor zwei Stunden, etwa um halb fünf in der Frühe, Linsen angesetzt wurden; das, bevor ich den angestellten Herd vergessen hatte und wieder ins Bett² gegangen war.<br />
Jetzt: Kraterlandschaft (kohläschern) im verschmolznen Topf. Rauch all over the place. Anti-Spaß. Das Jahr meiner Linsbrunst. </p>
<p>SPOTTREDE DER FEUERWEHRLEUTE<br />
Einer: „Da hat wohl jemand zu kochen versucht!“<br />
Zweiter: „Das hätte Sie auch töten können!“</p>
<p><em>Sie</em> ist das übermüdete <em>Ich</em>. Auch mich hätte es also töten können. So wie alles hätte töten können. Alles tötet, so redet Wallace. Kämpfen Helden (John Wayne) auch gegen die tötungsgeile Umwelt an – Doktor House bspw. ist sogar alles Feind, was eine Membran hat und in der Milzebene nachts die weißen Zellsiedlungen überfällt – wird  zuletzt doch jeder und jedes, man errät es, getötet. Das ist doch ein schönes Strukturprinzip!</p>
<p>Ansonsten:</p>
<blockquote><p>[...] aus dem Prinzen spreche bloß die Hefe (S.52)</p></blockquote>
<p>Sobald die Hefe aus einem spricht, ist man eigentlich schon im dämonologischen Weltbild angelangt. Sei es in der pharmazeutischen oder intelligenzdämonischen Abteilung. Einen Normalzustand, also dass ein Mensch mal nicht als besessen, getrieben, enthemmt beschrieben wird, habe ich bisher selten ausmachen können. Bin ja auch erst bei etwa 5% des Lesepensums Stand: S. 78. Dämonische Automaten. Das „Dämonat“ wird dabei wie so eine Patrone den Figuren auf den Kopf gelegt, damit die ihren hysterischen Film fahren können. Ich rätsele: Woher kommt denn Hals zuweilen aufblitzende Normalität?</p>
<p>Außerdem:<br />
Wo sind eigentlich die richtigen Frauen? Kommen die noch oder bleibt das so herrenlastig? </p>
<p>Nochmal Riesen:<br />
Nach dem Abzug der Feuerwehr und inmitten der Karzinogene die Erweiterung des „Rheingold“-Personals: Neben Fasolt und Fafner hieß der dritte und dümmste und wasserköpfigste Riese Hirnold. Beim Deal mit Wotan war er unterwegs. Schlechte Zeitplanung. Abends hat er zwar die beiden Geniebrüder noch genervt, aber nix half: Er durfte nicht mitbauen! Noch vor dem Vorspiel machte sich Hirnold aus dem Staub. </p>
<p>¹ Rückkehr der Tradition: Sollte die katholische Kirche jemals auf ihr Erfolgsmodell Inquisition zurückgreifen, werde ich mein Patent &#8220;Linsenhaufen&#8221; gerne der heiligen Sache überschreiben.<br />
² Schlafanrufung im Philoktet:</p>
<blockquote><p>Schlaf, der Schmerzen vergaß,<br />
Schlaf, der Leiden nicht weiß,<br />
Nahe mit sanftem Hauch,<br />
Labe, labe ihn, Mächtiger!<br />
Banne des Tages Glanz,<br />
Der sein Auge umfängt,<br />
Komm, o komme zu heilen!</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>und dann und wann ein weißer Elefant</title>
		<link>http://www.unendlicherspass.de/2009/08/25/und-dann-und-wann-ein-weiser-elefant/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 19:58:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Michael Wenrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Als endlich der Spaß auch bei mir ankam, war ich gerade schwimmen¹.
Nun denke ich im Wasser – warum auch immer – oft über Rilke nach. An diesem Tag angesichts planschender Aggrokids über dessen &#8220;Karussell&#8220;. Voilà, war ich überrascht, als ich daheim dem Buch Karton &#38; Folie vom Leib gerissen hatte: Auch das Unendliche ist groß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als endlich der Spaß auch bei mir ankam, war ich gerade schwimmen¹.<br />
Nun denke ich im Wasser – warum auch immer – oft über Rilke nach. An diesem Tag angesichts planschender Aggrokids über dessen &#8220;<a href="http://rainer-maria-rilke.de/080061karussel.html">Karussell</a>&#8220;. Voilà, war ich überrascht, als ich daheim dem Buch Karton &amp; Folie vom Leib gerissen hatte: Auch das Unendliche ist groß und weiß; und fällt wie ein Elefant nicht um, wenn es für sich allein steht. Das ist Qualität.<br />
Wahrscheinlich hätte ich auch gleich die ersten hundert Seiten verschlungen, wenn nicht Wolfsburg gegen Hamburg so kläglich verloren hätte. So musste ich verspätet einsteigen. Stand jetzt: S.50. </p>
<p>Erster Eindruck: Bisher ist von der angedrohten Anstrengung und dem komplizierten Bau wenig zu sehen. Positiv überrascht, denn der Spaß ist im besten Sinne ein Schmöker, der sich  – adäquate Bizepse &amp; Trizepse vorausgesetzt – vielerorts störungsfrei lesen lässt.</p>
<p>Trotzdem, und ohne dem Übersetzer nach dem Mund zu reden, finde ich den Einstieg auch ein wenig spröde, hölzern. Der Hochbegabten-Jargon², die überdrehte Prüfungskommission und das Switchen zwischen Hals Innen und Außen sind mir bisher eine Spur zu woodhammerig. Ich warte darauf, dass es sich mit dem Weiterlesen gibt. Sei es, dass es sich ändert, oder ich mich einfach dran gewöhne.</p>
<p>Von Freunden von Freunden von Freunden habe ich mir noch erklären lassen, dass der Extremo-Kiffer sprachlich hervorragend eingefangen ist. Ich vertraue dem Urteil, und fiebere weiteren hysterischen Intonationen entgegen. </p>
<p>Außerdem schön: </p>
<blockquote><p>„Die Sonne ist der Hammer.“ (S. 25)<br />
„eine bewußt unangenehme Wahnsinnsmenge“ (S. 35)<br />
„noch nie hatte er die Ankunft einer Frau, die er nicht sehen wollte, so sehr herbeigesehnt“ (S. 36)</p></blockquote>
<p>Gruß in die Runde!</p>
<p>¹ Das <em>Columbia-Bad</em> heißt auch <em>Kulle</em>. <em>Sommerbad Neukölln</em>, wie die Haltestelle, nennt es kein Mensch.<br />
² Eine andere Variante des Wörterbuch-Nerds: Die Figur Frenchy aus Woody Allens <a href="http://www.nyrock.com/movies/2000/crooks.asp">Small Time Crooks</a>. Die Dame kommt jedoch, soviel sei verraten, über das A nicht hinaus. </p>
<blockquote><p><strong>Robert Michael Wenrich</strong>, 1983 in Salzgitter geboren. Geisteswissenschaftliches Studium in Potsdam und Berlin, Ausflug in die Computerspielbranche, studiert Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, schreibt zurzeit Lyrik und Drehbücher.</p></blockquote>
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