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	<title>Unendlicher Spass &#187; Thomas Klupp</title>
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		<title>Erdedy &amp; Kate Gompert</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 17:13:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Klupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine beiden Lieblingspassagen bisher: 2x &#8220;Jahr der Inkontinenz-Unterwäsche&#8221; (S. 28-41 Erdedy und S. 99-114 Kate Gompert): Auffällig daran ist, dass Gompert in ihrer depressiven Tragik genau das Ende des Weges markiert, auf dem Erdedy sich befindet. Der direkte gegenseitige Verweis aufeinander nicht zuletzt durch den „Typen, der in seinem Wohnwagen Schlangen hält“. Die Aufsplitterung ein- und desselben Konfliktfeldes auf zwei Figuren, gezeigt an den unterschiedlichen (Verfalls)Stadien dieser Figuren, fährt schräg bei mir ein. Das Buch liest an dieser Stelle mich. Oder besser: Ich lese, gespiegelt durch die Erzählweise des Buches, meine eigene Lektürepräferenz. In diesem Fall: Meinen Konservatismus, mein Bedürfnis nach einer linearen Erzählstruktur, nach einem Hervorgehen der Ereignisse auseinander. Der daraus resultierende Verdacht: Wallace kann nicht erzählen. Die ganze Zerhackung und Zerhäckselung des Romans ist weniger einem Konzept als vielmehr der Not geschuldet. Brilliant bleiben die Passagen trotzdem. Nur eine einfühlende Lektüre stellt sich dadurch bei mir nicht ein. Der Autor, der das Ganze erzählt, ist zu präsent.</p>
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		<title>Erste Eindrücke</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 15:51:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Klupp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Komme mitten aus Bolaños 2666 in den Wallace rein, anders gesagt: aus so psychedelischen Nachtbildern und Dunkelpanoramen, die ein mythisches Scheinflimmern auf der Netzhaut hinterlassen (eine absolute Götterdämmerung eigentlich) in eine Art, wie soll ich sagen: technizistisch instrumentiertes Hyperrealismus-Patchwork von Morgen. (Keine Ahnung, ob die Begriffe stimmen). Jetzt, so auf den ersten 70 Seiten, geht’s [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Komme mitten aus Bolaños 2666 in den Wallace rein, anders gesagt: aus so psychedelischen Nachtbildern und Dunkelpanoramen, die ein mythisches Scheinflimmern auf der Netzhaut hinterlassen (eine absolute Götterdämmerung eigentlich) in eine Art, wie soll ich sagen: technizistisch instrumentiertes Hyperrealismus-Patchwork von Morgen. (Keine Ahnung, ob die Begriffe stimmen). Jetzt, so auf den ersten 70 Seiten, geht’s mir jedenfalls ein bisschen wie Alban Nikolai Herbst: Da ist eine grenzenlose Bewunderung für den Sprachfuror des Autors einerseits, und andererseits eine gewisse Restdistanz zum Text selbst. Minimal – vermutlich aufgrund der Bolaño-Lektüre – vermisse ich Erhabenheit in US. Also das Aufglimmen einer elementaren Wahrheit zwischen den Zeilen, einer allenfalls erahnbaren, niemals ganz explizierbaren aber völlig substanziellen Wahrheit über die Verfasstheit des Menschen an sich. Die einen emotional mit Wucht ergreift und das Unfassbare spüren lässt. Was für ein vermessener und irgendwie auch anachronistischer Anspruch freilich! Umso vermessener, da ich selbst ja im allereinfältigsten Abbildrealismus Geschichten erzähle. Andererseits: Da US in der Underworld-, Gravity’s Rainbow- und so weiter Liga spielt, kommen die Vergleiche eben daher.<br />
Überdies überwiegt ohnehin Bewunderung. Zum Niederknien beispielsweise: Wallaces Ideen. Der Typ, der im Sinne eines System-Shutdowns 200 Gramm Gras in 4 Tagen wegrauchen will und auf die Frau wartet, die ihm den Stoff vorbeibringen soll. Das ist absolute Spitze. Extrem komisch, eindringlich, am Rande tragisch auch. Überhaupt der Humor: So einen anarchischen, wild wuchernden Humor habe ich in der Breite lange nicht mehr gelesen. Manchmal – mit Blick auf Wallace oder auch Pynchon – scheint mir, die deutschsprachige Gegenwartsliteratur bringe einen solchen Humor grundsätzlich nicht hervor. Als würde uns hier die erzählerische Freiheit fehlen (die einem solchen Humor vorausgeht), als wären die Synapsen der anglo-amerikanischen Großmeister irgendwie anders geschaltet. Assoziativer oder rock’n’rolliger vielleicht. Freue mich jedenfalls sehr auf die weitere Lektüre dieser zwar sperrigen, aber extrem grandiosen Unterhaltungspatrone.</p>
<blockquote><p><strong>Thomas Klupp</strong>, geboren 1977 in Erlangen, arbeitete nach seinem Zivildienst als Kameraassistent beim Regionalsender Oberpfalz TV in Amberg. Von 1999 bis 2001 war er an der Freien Universität Berlin in Theaterwissenschaft und Publizistik eingeschrieben. Im Anschluss daran hat er Kreatives Schreiben und Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim studiert und war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste. Thomas Klupp lebt in Berlin und Hildesheim und ist am Hildesheimer Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. 2009 erschien sein Debut-Roman Paradiso im Berlin Verlag.
</p></blockquote>
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