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	<title>Unendlicher Spass &#187; Thomas von Steinaecker</title>
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		<title>Ironie, Sarkasmus, Zynismus?</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 08:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas von Steinaecker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Jemand hat Ironie mal so definiert: Ironie ist das Lied eines Vogels, der seinen Käfig liebt. Der Vogel singt davon, wie sehr er sein Eingesperrtsein hasst, aber tatsächlich fühlt er sich ganz wohl in seinem Käfig . Und so kann Ironie in den USA heutzutage beides sein: ein Weckruf und ein Schlafmittel, das Dich einlullen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Jemand hat Ironie mal so definiert: Ironie ist das Lied eines Vogels, der seinen Käfig liebt. Der Vogel singt davon, wie sehr er sein Eingesperrtsein hasst, aber tatsächlich fühlt er sich ganz wohl in seinem Käfig . Und so kann Ironie in den USA heutzutage beides sein: ein Weckruf und ein Schlafmittel, das Dich einlullen soll.&#8221; (David Foster Wallace)</p>
<p>Die &#8220;Proseminarfrage&#8221;, die ich ans Blog-Plenum hätte, wäre nun folgende: Werfen wir mal einen Blick auf Seite 199ff. (Schadensersatzleistungsforderung eines Maurers). Unverkennbar tragen hier die kuriosen Umstände der Verletzung des Maurers gewisse slapstickartige Züge. Von solchen Stellen &#8211; verdichtete und damit in ihrer Absurdität schon wieder lustige Brutalität / Grausamkeit &#8211; wimmelt der Roman (Höhepunkt später: Randy Lenz). </p>
<p>Ist das nun<br />
a) ironisch<br />
b) sarkastisch<br />
c) zynisch?</p>
<p>Für mich führt diese Frage weiter: Wenn dieses Buch ein aufklärerisches Anliegen hat, moralisch sein und die erstarrten Ironiemechanismen demaskieren will &#8211; wird es in solchen Stellen nicht gerade Teil einer nicht ironischen, sondern zynischen Spaßgesellschaft? Der Haneke-Funny-Games-Effekt sozusagen (Ich zeige Euch, wie zynisch ihr seid, kann aber nicht verhindern, dass ich selbst dabei zynisch bin und führe mein ganzes Vorhaben damit ad absurdum). Wobei bei Wallace eben ständig dieser Slapstick-Humor mitschwingt, der bei mir ein ungutes Gefühl auslöst (von wegen: Eigentlich schrecklich, aber dann auch wieder amüsant). </p>
<p>Für mich persönlich, in dieser Masse und mit diesem humorigen Unterton: Kein Weckruf, sondern eben genau das: einlullend.</p>
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		<title>Vor der Show</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 14:14:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas von Steinaecker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorgedanken]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor es losgeht, die simple, aber entscheidende Frage an sich selbst: Warum machst du hier mit? Antwort: Weil ich mir immer weniger Zeit nehme, genau zu lesen – was auch daran liegt, dass ich das Gefühl habe, dass seit ein paar Jahren Bücher immer schnell produziert werden und gar nicht mehr auf Dauer bzw. Langfristigkeit angelegt sind. Jedes Halbjahr kommt ein neues Programm, kommen hunderte von neuen Büchern – welche davon bleiben? Antwort, für mich persönlich: Ganz wenige. Es passiert mir immer seltener, dass ich das Gefühl habe, dass ich ein Buch wirklich ernst nehmen sollte.<br />
Warum habe ich also dieses Gefühl bei „Unendlicher Spaß“ und nehme ich mir jetzt die Zeit, über 1500 Seiten zu lesen? Z.B. deshalb: Wallace entspricht so perfekt dem Bild eines coolen Autors, dass man „geneigter“ als sonst ist, sein Werk als interessant einzustufen. Vom Slacker mit sexy Look zum hochintelligenten Medienliebling, in den wenigen Youtubevideos, die es gibt, angenehm bescheiden und ehrlich, extrem tragisches Schicksal usw. Und dann die Vorschusslorbeeren von Leuten wie Franzen oder Delillo. Nicht zu vergessen seine Erzählbände, die alle für mich, ich gebe es zu, wie ein Versprechen klingen, aber noch nicht der große Wurf sind (für mich). Etüden, Spiele, manchmal zu angeberisch und selbstverliebt – aber immer ziemlich originell. Löst „Unendlicher Spaß“ dieses Versprechen ein? Der Gleichung Umfang = Anspruch nach zu urteilen jedenfalls mal schon. Oder ist das alles, inklusive, Entschuldigung, auch dieser Blog, ein Hype, ein Marketinggag, dem ich gerade erliege?<br />
Denn dieses Paradox ist doch spannend: In einem Hauptseminar an der Uni bissen wir uns alle die Zähne aus an Wallace’ „Interviews“; manchmal war gar nicht klar, worum es inhaltlich eigentlich geht – nur eben soviel: dass das extrem effektvolle, scheinbar komplexe Literatur ist. Wie kommt es also, dass solche Texte, die mit zum schwierigsten gehören, was man zur Zeit lesen kann, eine regelrechte Jüngerschar nach sich ziehen und tausendfach verkauft werden? Liegt das allein am Text oder eben doch zu einem guten Teil an dem vom Leser, also von mir selbst, hineinprojizierten Umfeld? <em>Wir werden sehen.</em></p>
<blockquote><p><strong>Thomas von Steinaecker</strong> <em>ist ein deutsch-österreichischer Schriftsteller und Journalist. Bisher erschienen von ihm neben dem Hörspiel &#8220;Meine Tonbänder sind mein Widerstand&#8221; (BR 2007) und dem Feature &#8220;Gescheiterte Existenzen oder Glückliche Erben?&#8221; u.a. zwei Romane, &#8220;Wallner beginnt zu fliegen&#8221; (2007) und &#8220;Geister&#8221;, beide mit Comics von Daniela Kohl. Am 10. August sendet ARTE seinen Dokumentarfilm &#8220;Stockhausen &#8211; Musik für eine neue Welt&#8221;. Auszeichnungen, u.a. Aspekte-Preis 2007, Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2007, Bayerischer Kunstförderpreis 2007, Förderpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft 2008.</em></p></blockquote>
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