Back to Life

28. Oktober 2009 |

Die Realität schlägt zurück:
http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,657795,00.html

Ich komme kaum vorwärts. Mittlerweile hat mich Herr Krekeler überholt. Ich kann wirklich nicht behaupten, dass US zu den zwanzig besten Büchern zählt, die ich gelesen habe. Ich gebe bislang vier von fünf Sternen. Es kommt also nicht an die Tagebücher von John Cheever (Schlagworte: Alkoholismus, Paranoia, Wahn, Ehe, Schriftstelleridentität) heran, denen ich dieses Jahr die volle Sternzahl gegeben habe, und auch nicht an die diversen Bücher, die 4 ½ Sterne bekamen. Ein schlechtes Resultat sind 4 von 5 aber nicht. Vielleicht schafft US noch eine Steigerung in der zweiten Hälfte, allein ich glaube nicht daran, ich weiß gar nicht, woher ich die Muße nehmen soll, es zu Ende zu schaffen. Ich lese jetzt Chotjewitz, und weiß nicht, warum der schlechter sein soll als DFW.

Die Randy-Lenz-Geschichte, auch die Episode mit Green, hat mich nicht überzeugt. Die Aufzählung der individuellen Symptome nach Kokain-Gebrauch fand ich gut. Ich habe in meinem Leben nur einmal K konsumiert, und das war so gut, dass ich Angst bekam und es bisher nicht ein zweites Mal probiert habe. Aber Kokain kommt immer mal herum, und so ist ein zweites Mal nicht ausgeschlossen. Ich habe Lidokain nachgeschlagen, es schreibt sich im Deutschen mit c. Es ist tatsächlich als „Zahnarztkokain“ und örtliches Betäubungsmittel bekannt. Wayne und die Moms haben ein lustig verdrehtes Stelldichein, bei dem sie von Pemulis (Namen musste ich nachschlagen) erwischt werden. Die Beschreibung der Fluchtbewegung Abhängiger zu Religiösitäten („Das Kind“!): toll. Jetzt bahnt sich wieder eine Versenkung in die Familiengeschichte an, vielleicht muss da jetzt etwas passieren, etwas mehr als einzelne Sätze, die Frau Torik aus der Ermüdung holen können, sonst verliert mich das Buch.
(Stand: S. 815)

1 Kommentar zu Back to Life

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Aléa Torik

28. Oktober, 2009 um 12:10

Bravo!

Ich bin stolz auf Sie, Herr Hamann. Da kommt gleich, bald, sehr bald, ein ganz toller Satz. Mehr sage ich nicht, sonst lässt Ihre Aufmerksamkeit noch nach.

Geben Sie bitte noch mal ein paar dieser Fünf-Sterne-Tipps (das muss nicht immer etwas mir Wahn und Alkoholismus zu tun haben) Raus mit der Sprache!

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Über das Buch

1996 erschien »Infinite Jest« in den USA und machte David Foster Wallace über Nacht zum Superstar der Literaturszene. Vor einem Jahr nahm sich David Foster Wallace das Leben. Sechs Jahre lang hat Ulrich Blumenbach an der Übersetzung von Wallaces Opus magnum gearbeitet, dem größten Übersetzungsprojekt in der Geschichte des Verlags Kiepenheuer & Witsch.
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