Doofe Sportarten

7. September 2009 |

Ich mag amerikanische Autoren, seitdem ich lesen kann, aber ich habe ihrer Vorliebe für Baseball nie irgendetwas abgewinnen können und mir auch nie die Mühe gemacht, die Regeln zu verstehen. Mit Football und Tennis geht es mir ähnlich. In der Hochzeit der deutschen Tennisleidenschaften der Achtziger mit ganzen Nächten voller Grand-Slam-Turniere und Wimbledon-Wettbewerbe im Fernsehen, bin ich lieber zum Fußball gegangen. Tennis ist immer irgendwie mit Boris Becker verbunden und das spricht nicht gerade für diesen Sport.
Ich schwächele etwas mit meinem Spaß, weil das Tennisturnier im Roman nicht aufhören will. Ich habe vor lauter Langeweile vorgeblättert, das geht noch 40 Seiten so weiter und dann kommt Orin mit Football. Auch nicht gerade meine Lieblingssportart. Ich sehne mich nach einem blutigen Boxkampf oder einer grundsoliden 100-m-Freistil-Staffel, aber leider wäre Hal sowohl als Boxer als auch als Schwimmer eher unglaubhaft. O.K., ich muss da jetzt durch.
Heute habe ich in M. auf dem Bahnhof jede Menge dieser Roy-Tony-Typen gesehen und einige Wardines (als ich Kind war in M., wurden die nicht mit dem Bügel, sondern mit dem Feuerhaken verprügelt, was meistens in der Umkleidekabine vor dem Sportunterricht herauskam). Wo sind die eigentlich im Roman geblieben?

2 Kommentare zu Doofe Sportarten

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Martin Jordan

7. September, 2009 um 16:03

war nicht wenigstens das Telefongespräch zwischen Orin und Hal eine kleines Trostpflaster ? Ich fands noch besser, als Hals bösen projektionistischen Opa ….

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JesusJerkoff

8. September, 2009 um 00:07

Hier gleichen sich die Probleme von Baseball und Tennis ziemlich an. Wenn sie mit dem Stock den Ball nicht treffen findet kein Spiel statt und das vermittelt nicht gerade das Gefühl von Erfolgserlebnis. Treffen sie aber den Ball, fühlen Sie sich gleich besser. Trifft der Ball dann das angestrebte Ziel geht es Ihnen noch viel viel besser und dann treffen sich die Parallelen zu den illegalen Ausweichmöglichkeiten, die einen sich besser fühlen lassen, oder den legalen, wenn sie sich einweisen lassen.

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Über das Buch

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